Labor- und Multifunktionsgebäude im Bau

Startschuss für einen modernen Forschungscampus

Die Erweiterung des Forschungscampus der Empa und der Eawag in Dübendorf (Schweiz) hat im Mai mit dem Spatenstich für ein neues Laborgebäude begonnen.

Begegnungs-, Büro- und Versuchsflächen werden im neuen Laborgebäude unter einem Dach vereint. © SAM Architekten / Filippo Bolognese Images

Empa ist das interdisziplinäre Forschungsinstitut des ETH-Bereichs für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung und die Eawag das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs. Am 5. Mai traf sich hinter dem Experimentalgebäude NEST der Empa und Eawag in Dübendorf eine kleine Gruppe auf einem rund 20 000 Quadratmeter großen Feld, das der Schweizerischen Eidgenossenschaft gehört und bis vor kurzem noch einem lokalen Bauernbetrieb als Ackerfläche diente. Anlass für das Treffen war der erste Spatenstich für das neue Laborgebäude der Empa als Startschuss für die Erweiterung des Forschungscampus. Vertreterinnen und Vertreter der Bauherrin Empa, des ausführenden Totalunternehmers Implenia, des Architekturbüros SAM Architekten sowie der Stadt Dübendorf waren vor Ort.

André Ingold, Stadtpräsident Dübendorf, Empa-Direktor Gian-Luca Bona, Implenia CEO André Wyss und Rik Eggen, Direktion Eawag (v.l.n.r.). © Nicolas Zonvi

Dies war der Auftakt zu Arbeiten, die bis Mitte 2024 fertig gestellt sein werden. Gebaut werden ein Laborgebäude, ein Multifunktionsgebäude sowie ein Parkhaus. Das Laborgebäude soll dann rund 60 neue Labore und Büros in einem kompakten Bau mit hohen baudynamischen Anforderungen sowie Multifunktionsflächen im Erdgeschoss bieten. Das Gebäudevolumen beträgt knapp 40 000 Kubikmeter. Im Multifunktionsgebäude sollen später 1 000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung stehen, inklusive einer Gastro-Fläche im Erdgeschoss mit einer zum Campus-Platz gewandten Loggia. Im Parkhaus mit mehr als 260 Parkplätzen befindet sich dann auch die Fahrzeugflotte der Empa samt Werkstatt und Waschanlage. Das Volumen von Multifunktionsgebäude und Parkhaus beträgt weitere knapp 60 000 Kubikmeter. Alle Neubauten sollen „Minergie-P-Eco“-zertifiziert sein.

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Campusplatz als Begegnungsort

So entsteht ein moderner, attraktiver Forschungscampus: Das gesamte Areal wird vermehrt begrünt, sämtliche Parkplätze ins Parkhaus verlegt. Dadurch werden die Räume zwischen den verschiedenen Bereichen gerade für Fußgänger und Fahrradfahrer einladender und sicherer. Um das NEST wird ein Campusplatz entstehen, der für die Mitarbeitenden einen attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsort im Freien bieten soll.

Neue Gebäude als Forschungsobjekte

So sollen die neuen Fassaden am Campusplatz – links das Labor-, hinten das Multifunktionsgebäude – aussehen. © SAM Architekten / Filippo Bolognese Images

Im neuen Campus kommen auch Entwicklungen und Innovationen aus den Empa-Labors zur Anwendung, vor allem im Energie- und Gebäudebereich. Künftig wird also nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht. So wird etwa ein Feld mit 144 Erdsonden, die bis 100 Meter in die Tiefe reichen, die Abwärme der Gebäude speichern. Im Winter wird diese Wärme dem Erdreich wieder entzogen und über eine Wärmepumpe angehoben, um sie zum Heizen zu nutzen.

Die Empa-Abteilung „Urban Energy Systems“ hat das ursprünglich vorgeschlagene Betriebskonzept dahingehend überarbeitet, dass anstelle des „konventionellen“ Niedertemperatur-Erdsondenfelds ein neuartiges, experimentelles Hochtemperatur-Erdsondenfeld gebaut wird. Die Abwärme der Kältemaschinen wird im Sommer über die Erdsonden ins Erdreich geleitet. Der saisonale Erdwärmespeicher wird so „geladen“. Im Winter wird die Energie dem Erdreich zum Heizen wieder entzogen; der saisonale Erdwärmespeicher wird „entladen“. Dieser saisonale Zyklus wiederholt sich dann immer wieder. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird diese Innovation eingehend untersucht, um zu erfahren, wie sie die Energieversorgung des Campus, den Betrieb und die Versorgungssicherheit beeinflusst. Zudem wird im neuen Laborgebäude dank spezieller Trenntoiletten der Urin gesammelt und zum Water Hub der Eawag im NEST geleitet. Im dortigen Labor wird er zu Pflanzendünger verarbeitet.

Quelle: Empa

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