LabPlanner

Laborplanung leicht gemacht

Labore zu planen oder zu erweitern, ist ein komplexes und aufwändiges Unterfangen. Schnell entstehen Fehler, die im Nachgang nur schwierig zu beheben sind. Mit dem »LabPlanner« des Fraunhofer IPA können sich Anwender die neue Infrastruktur direkt in die bestehende Umgebung einblenden lassen. So kann sie schon im Vorfeld getestet und validiert werden. 

Bild 2: Der LabPlanner visualisiert die neue Infrastruktur in bestehenden Laboranlagen. (Bild: Fraunhofer IPA)

Labore zu konzipieren gilt als besonders anspruchsvoll. Oft muss der Laborleiter in ein »Ist-System« hinein planen und viele Einschränkungen und Vorgaben berücksichtigen. Die Umgebung ist außerdem äußerst komplex und kleinteilig, die zu integrierende Anlage wiederum signifikant groß. Hinzu kommt, dass Automatisierung in der Branche wenig verbreitet ist. Herkömmliche Methoden, den Entwurf zu visualisieren, stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. „Mit Flipcharts, Power Point oder 3D-Modellen kann sich der Kunde das fertige Labor schlecht vorstellen“, weiß IPA-Forscher Marc Andre Daxer, der den LabPlanner entwickelt hat. Wenn sich später herausstellt, dass ein Prozess nicht wie geplant funktioniert, ist die Nacharbeit in der Regel mit viel Aufwand verbunden.

Bild 2: Der LabPlanner visualisiert die neue Infrastruktur in bestehenden Laboranlagen. (Bild: Fraunhofer IPA)

HoloLens erstmals bei Laboren eingesetzt 
Der LabPlanner hilft, Risiken bei der Laborplanung im Vorfeld zu reduzieren. Basis bildet eine HoloLens-Brille, die neue Objekte in bestehende Räume einblendet. Die IPA-Wissenschaftler haben die Anwendung erstmals im Laborkontext eingesetzt und die CAD-Daten von Laborgeräten und -anlagen dort verfügbar gemacht. Außerdem haben sie mehrere Testreihen durchgeführt und dabei die Sprach- und Gestensteuerung optimiert. „Mit der Brille erkennt der Anwender ganz genau, wie das neue Equipment mit den bestehenden Anlagen interagiert. Prozesse lassen sich damit im Vorfeld hinsichtlich kritischer Faktoren evaluieren“, erklärt Daxer. Auch für die Planung neuer Labore ist die Lösung hilfreich. Im Vergleich zu anderen Visualisierungsmethoden wie etwa 3D-Modelle ist die Anwendung zudem kostengünstig und unmittelbar verfügbar. 

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Auch bei der Dokumentation hilfreich 
Der LabPlanner eignet sich aber nicht nur zur Visualisierung von Infrastruktur. Labormitarbeiter können sich damit kontextbezogene Daten anzeigen lassen, die bei Labororganisation, Intralogistik sowie Personensicherheit von Interesse sind. Insbesondere im beengten Laborumfeld verbergen sich häufig versteckte Herausforderungen. „Die HoloLens gestattet eine lückenlose Dokumentation der Planungsprozesse. Bei den strengen Regulierungen der Branche ist das ein großer Mehrwert“, ist Mario Bott überzeugt. Außerdem könne man sich gezielt Infos zum Prozess anzeigen lassen und dadurch Zeit sparen und Fehler vermeiden. 

Der LabPlanner wurde im Rahmen des Innovation Center für Laborautomatisierung Stuttgart (nICLAS) entwickelt. Aktuell befindet er sich im Testbetrieb der Projektpartner. Interessierte Labornutzer können ihn aber jetzt schon beziehen und vom nICLAS-Team bedarfsgerecht weiterentwickeln lassen. Weitere Informationen: Innovation Center für Laborautomatisierung Stuttgart (nICLAS).

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