AdrenomedullinSchlüsselhormon im Zusammenhang von Übergewicht und Diabetes
Forschende konnten zeigen, dass das Hormon Adrenomedullin bei starkem Übergewicht einen Rezeptor aktiviert, der den Insulinrezeptor blockiert. Dies schwächt die Insulinwirkung – nicht nur in den Blutgefäßen, sondern auch in anderen wichtigen Organen wie der Leber und den Muskeln und fördert so die Entstehung von Typ-2-Diabetes.
In gesunden, normalgewichtigen Mäusen führt Insulin durch Aktivierung seines Rezeptors auf der Innenseite der Blutgefäße zu einer erhöhten Durchblutung der Muskulatur (rote Färbung, Abbildungen links). Dadurch erreichen Insulin sowie Glukose die Zellen der Muskulatur. Insulin fördert dort die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen. Dies hat eine Abnahme des Blutzuckerspiegels zur Folge. In übergewichtigen diabetischen Mäusen (mittlere Abbildungen) besteht eine erhebliche Insulinresistenz im Gefäßsystem, wodurch Insulin kaum noch einen Effekt auf die Durchblutung der Muskulatur besitzt. Diese Insulinresistenz im Gefäßsystem wird durch erhöhte Adrenomedullin Spiegel hervorgerufen. Wird der Adrenomedullin-Rezeptor in übergewichtigen, diabetischen Tieren ausgeschaltet (Abbildungen rechts), verliert Adrenomedullin seine Wirkung, und die Insulinresistenz nimmt deutlich ab. Insulin kann nun - wie im gesunden Zustand - eine deutlich erhöhte Muskeldurchblutung hervorrufen, was zu einer verbesserten Stoffwechsellage mit verringerten Blutzuckerwerten führt. © MPI für Herz- und Lungenforschung

