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9 Fragen an Roswitha Hergenhan, ILMVAC

Was reizt Sie an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Wenn man so viele Jahre in diesem Unternehmen gearbeitet hat, fast jeden Mitarbeiter persönlich kennt und sich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt hat, dann hat man auch den Ehrgeiz, das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen.

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Das Porträt: Das Porträt

Besonders reizvoll ist die Herausforderung, Kundenwünsche im technisch machbaren Bereich zu lösen und damit unseren Fachkräften eine ständig motivierende Herausforderung bieten zu können. Mehr und mehr ist Kundenähe die Quelle unserer neuen innovativen Geräte im Vakuumbereich.


Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Gemeinsam mit meinem Geschäftspartner, Volker Ritze, und unserem Expertenteam möchte ich unsere Produktlinie weiterentwickeln, aber gleichzeitig unsere Flexibilität gegenüber unseren Kunden und in der Fertigung erhalten. Vertriebsseitig ist es mir ganz wichtig, das bestehende Vertriebsnetz weiter auszubauen und damit den Namen „ILMVAC“ weiter international bekannt zu machen. In jeden Fall wollen wir mit ausgereiften Erzeugnissen und einer vielfältigen Erzeugnispalette überzeugen, denn unsere Produktmarke „ILMVAC“ steht für Innovation und Qualität.

Wo liegt die besondere Herausforderung für Sie?
Als Traditionsunternehmen, welches dieses Jahr sein 60-jähriges Firmenjubiläum feiert, möchte ich natürlich, dass die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird. Die richtige Entwicklungsstrategie zu finden und damit die Balance zwischen gesunder Sicherheit für die Mitarbeiter und Stabilität des Unternehmens langfristig zu sichern, ist die größte Herausforderung für mich.

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Es spornt mich an, die von Friedrich Geyer Ende der 40er Jahre begonnene Produktlinie erfolgreich und innovativ weiterzuentwickeln und weltweit anbieten zu können. Wir haben gute Fachkräfte, jahrzehntelange Erfahrung bei der Herstellung von Vakuumtechnik und damit gute Voraussetzungen, auch den neuen Generationen dieses Wissen weiter zu vermitteln. Dafür leisten wir uns eine überdurchschnittliche Aus- und Weiterbildung.


Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Meine Markt- und Anwendungserfahrungen gepaart mit meinen Marketing- und EDV- Kenntnissen bilden eine gute Basis, um strategisch rechtzeitig auf Marktentwicklungen zu reagieren. Meine Ziele verfolge und analysiere ich konsequent und ehrgeizig.

Ich glaube, ich kann (nicht immer, aber oft) viele Mitarbeiter mit meiner Begeisterung mitreißen. Manchmal bin ich etwas ungeduldig und mein EDV-Fanatismus fordert eine ständige Weiterbildung meiner Mitarbeiter.


Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?

Die Wachstumsimpulse in Deutschland kommen insbesondere vom Export. „Made in Germany“ steht weltweit dafür, Qualitätsprodukte herstellen und liefern zu können. Das ist sehr hilfreich. Die konjunkturellen Auftriebskräfte in Deutschland halte ich, im Gegensatz zur Presse, weiterhin mehr als verhalten. Ich kann in Deutschland nur einen leichten Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen, bedingt durch den Exportaufschwung, verzeichnen. Das lässt uns natürlich für die Zukunft auf einen Konjunkturaufschwung hoffen.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Ich glaube, jedes Unternehmen hat kaufmännische Risiken im Export, die man aber sehr gut absichern kann. Das größte Risiko für deutsche Firmen sehe ich darin, nicht rechtzeitig neue innovative Produkte auf den Markt bringen zu können. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Entwicklungsländer die derzeit bewährten Produkte viel billiger produzieren können und dass auch die Qualität dieser Produkte Jahr für Jahr besser werden wird. Damit werden Absatzprobleme auf uns zukommen, wenn wir nicht rechtzeitig mit neuen High-Tech-Produkten auf den Markt kommen.

Die Vorsorge für den Ausfall eines Know-how-Trägers nimmt damit einen erhöhten Stellenwert ein. Das ist für uns als Mittelstand natürlich kostenintensiv und verlangt eine exakte Planung und Terminierung. Wir können nicht oft genug an die Regierung appellieren, die Schulbildung zu reformieren. Das Niveau der Schulabgänger muss verbessert werden. Wir als Wirtschaft müssen auf ein gutes Basiswissen aufbauen können. Des Weiteren ist es unbedingt notwendig, Risikoanalysen hinsichtlich der Produktpalette, aber auch der Kundenstruktur vorzunehmen. Die Sicherung eines breit gefächerten Kundenstammes minimiert dieses Risiko, verursacht aber höhere Vertriebskosten.

Wachstumsimpulse durch Globalisierung?
Firmen, die über eine ausgeprägte Innovationskraft verfügen und sich international orientieren, haben eine gute Basis, um auch in der Zukunft ihr Wachstum fortsetzen zu können. Die mittelständige Organisation der ILMVAC und die ausgewogene Produktpalette sehe ich im internationalen Wettbewerb als vorteilhaft. Unsere Nischenprodukte geben uns den Impuls, uns weltweit auf Wachstumsmärkten mehr und mehr positionieren zu können.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Für die Zukunft haben wir schon fest umrissene Ziele vor Augen. Einerseits soll der Exportanteil auf größer 40 % gesteigert werden, andererseits sehen wir auch Umsatzsteigerung in Deutschland durch den Aufbau neuer Abnehmergruppen. Einen nicht unbeträchtlichen Umsatz realisiert die ILMVAC bereits in sogenannten Wachstumsmärkten. Ich sehe unsere Wachstumsmärkte weltweit im Forschungs- und Umweltbereich. Da mehr und mehr Forschungsaufgaben ins Ausland verlagert werden, haben wir uns darauf einzustellen. Das betrifft nicht nur den asiatischen Bereich.

Das Umweltbewusstsein „Der Umwelt zu Liebe, unsere Kinder werden es uns danken“ setzt sich weltweit mehr und mehr durch und davon profitieren wir mit unseren Produkten. Sehr viele unserer Produkte werden in der Verfahrenstechnik eingesetzt. Da gibt es viele Möglichkeiten, sei es durch Energieeinsparung oder durch komplett recyclingfähige Vakuumerzeuger, durch Vakuumsysteme zur Rückgewinnung von Ausgangsstoffen oder durch ständige Verbesserung der Emissions- und Immissionslasten der Vakuumaggregate. Ich denke, damit unterstreichen wir einmal mehr unsere Verantwortung für die Zukunft.

Gibt es etwas, was Sie unseren Lesen mitteilen möchten?
Die Zukunft beginnt heute. Unser heutiges Denken und Handeln bestimmt unsere Zukunft. Deshalb entwickeln und produzieren wir heute vakuumtechnische Lösungen für morgen.

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