Interview
Dr. Christine Neuy, microTEC Südwest
Dr. Christine Neuy ist seit Jahresbeginn nun auch Geschäftsführerin des Fachverbands microTEC Südwest. Bereits seit 2011 verantwortete sie das Gesamtprojektmanagement des gleichnamigen Spitzenclusters. Zuvor war sie Geschäftsführerin des IVAM Fachverbands für Mikrotechnik in Dortmund.
LABO:
Frau Dr. Neuy, am 14. März eröffneten Sie die jährliche microTEC Südwest Clusterkonferenz im Konzerthaus in Freiburg. Was ist Sinn und Zweck dieser Veranstaltung?
Dr. Neuy:
Die Clusterkonferenz war die erste Bewährungsprobe für das neue Team und mich als Geschäftsführerin. Das Netzwerktreffen der Mikrosystemtechnik ist die Plattform für hochkarätige Referenten aus Industrie und Wissenschaft und bietet einen Überblick über aktuelle technologische Trends in den Bereichen Smart Health, Smart Production und Smart Energy. In zwei Sessions wurden beispielsweise intelligente Lösungen für die Medizintechnik aus dem Cluster diskutiert – von Anwendungen in der Diagnostik, für die Erforschung neuer Medikamente mit künstlichen Organen, über Implantatlösungen bis hin zu einem Ausblick über Wearables, mobile Apps und Cloudtechnologien für ein personalisiertes Gesundheitsmanagement.
LABO:
Wo sehen Sie die Aufgabe des Fachverbands microTEC Südwest und wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?
Dr. Neuy:
Die zentrale Aufgabe der Zukunft ist die Digitalisierung. Die Mikrosystemtechnik als Lieferant für Sensoren und Aktoren, die Messwerte aufnehmen und verarbeiten, spielt dabei eine herausragende Rolle. Besonderes Augenmerk legen wir dabei immer auf den Technologietransfer in den Mittelstand. Hier möchten wir eine entscheidende Rolle einnehmen und für Firmen und Forschungsinstitute als kompetenter Ansprechpartner fungieren. Die intelligente Medizintechnik und die vernetzte Produktion sind damit logische Schwerpunkte unserer Arbeit. In den Fachgruppen werden die Themen dazu von den Mitgliedern konkretisiert und in Projekten gemeinsam vorangetrieben. Dabei stehen wir im engen Dialog mit unseren Mitgliedern. Darüber hinaus initiieren wir bei Fachveranstaltungen aber auch den Informationsaustausch über die Fachgruppen hinaus. Unsere Clusterkonferenz ist so ein Ort der Vernetzung und des Austauschs.
LABO:
Die Mikrosystemtechnik ist ja ein sehr interdisziplinäres Technologiefeld mit exzellenten Zukunftsaussichten. Wie beurteilen Sie die Fachkräftesituation auch hinsichtlich weiblicher Nachwuchskräfte?
Dr. Neuy:
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere Mitglieder recht erfolgreich bei der Rekrutierung von Fachkräften sind. Dennoch gibt es nach wie vor einen großen Nachholbedarf bei Frauen in Führungspositionen. Das liegt auch daran, dass Frauen in den naturwissenschaftlich-technischen (MINT-)Fächern an den Hochschulen noch immer unterrepräsentiert sind. Gemeinsam mit bundesweiten Partnern haben wir daher ein Projekt beantragt, um mehr Frauen in verantwortungsvolle Positionen zu bringen. In erster Linie müssen wir das gesamtgesellschaftliche Bild der MINT-Berufe verbessern und die entsprechenden Kompetenzen vermitteln. Notwendig sind auch innovative Angebote zur Studien- und Berufswahlorientierung.











