Interview

Tobias A. Thiele, Köttermann-Geschäftsführer

Der Labormöbel-Hersteller Köttermann aus Uetze/Hänigsen in Niedersachsen feierte im Mai sein 70-jähriges Jubiläum. LABO sprach mit Geschäftsführer Tobias Thiele u.a. über Laborabzugstechnik, das Labor 4.0 und die Zukunft des Labormöbel-Markts.

Tobias A. Thiele, Köttermann-Geschäftsführer

LABO:
Köttermann produziert als einer von wenigen Herstellern Labormöbel ausschließlich aus Stahl. Wie sieht die Zukunft dieses Marktes aus?

Tobias Thiele:
Stahl ist für uns und unsere Kunden ein einzigartiges Material. Unsere Laboreinrichtungen sind durch Eigenschaften, wie beispielsweise eine abweisende und nicht brennbare Oberfläche, leichte Reinigung, Stabilität sowie ein ansprechendes Design nicht nur universell einsetzbar, sondern auch recyclefähig. Diese Vorteile wissen unsere Kunden zu schätzen, da sie ihnen das tägliche Arbeiten erleichtern und durch die Langlebig- und Unverwüstbarkeit Kosten eingespart werden. Bei weltweiten Kundenbesuchen erfreuen uns mehr als 20 Jahre alte und immer noch voll funktionsfähige Köttermann-Labore.

Unsere Zielbranchen sind unter anderem die pharmazeutische Industrie, die Forensik und die chemische Analytik. Es sind Unternehmen und Einrichtungen, die präzise, oft automatisierte Analysen mit hohem Durchsatz bearbeiten – verbunden mit einem immensen Hygieneanspruch. Dieser wird von den zuständigen und kontrollierenden Behörden vorgegeben und durch Audits überprüft. Unsere beschichtete Oberfläche aus Stahl ist dabei wettbewerbslos hygienisch. Aus unserer Perspektive gibt es sogenannte Muss-Stahl-Labormöbel-Anwendungen. Bei einer Entscheidung gegen eine Einrichtung aus Stahl muss ein Defizit an Reinheit und Lebensdauer des Labors in Kauf genommen werden.

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Unsere Auftraggeber und wir haben das Ziel, dass sich die Mitarbeiter im Labor – in dem sie den Großteil ihrer Arbeitszeit verbringen – wohlfühlen. Das Design und die Farbgebung unserer Produkte tragen hierzu maßgeblich bei. Ein modernes, ansprechendes Labor zieht darüber hinaus hochqualifizierte Arbeitskräfte an. Dieser Aspekt wird unseren Kunden bei der Kaufentscheidung zunehmend wichtiger.

LABO:
Welchen Stellenwert hat die Laborabzugstechnik im Unternehmen? Gibt es hier neue Projekte?

Tobias Thiele:
Begonnen hat das Unternehmen Köttermann unter anderem mit Laborbedarf und Labormöbeln. Seitdem haben wir uns wesentlich weiterentwickelt und bieten mit dem Exploris® EcoPlus den ökonomischsten Abzug auf dem Markt an. Abzüge und Abzugstechnik haben für uns den höchsten Stellenwert im Produktportfolio. Nicht ohne Grund haben wir im Oktober 2015 den britischen Abzugshersteller Mach-Aire übernommen.

Die Smart Lab Surface wurde im Rahmen des nexygen®-Projekts entwickelt und ist eine geschlossene Laboroberfläche mit integriertem Rühren, Heizen, Kühlen und Wiegen.

Unser Produktmanagement beschäftigt sich bei der Weiterentwicklung unserer Abzüge auch mit den Themen Vernetzung, Nachhaltigkeit und Internet of Things. Uns stehen interessante Geschäftsmodelle im Kontext des Labors der Zukunft bevor.

LABO:
Auf der analytica haben Sie im Rahmen der Initiative nexygen® Prototypen für das Labor 4.0 gezeigt. Was sind hier die nächsten Schritte?

Tobias Thiele:
Die nexygen®-Kooperationspartner Sartorius, Köttermann, Memmert, Hirschmann, 2mag sowie der Kundenbeirat mit der Technischen Universität Dresden sind mit der positiven Resonanz, die unser Auftritt während der analytica 2016 in München ausgelöst hat, mehr als zufrieden. Ein YouTube-Beitrag der Messe München erklärte das „smarte Labor der Zukunft“ zu einem Hauptthema auf der analytica. Das sind gute Voraussetzungen, weiter mit vollem Engagement an unseren Zukunftsthemen zu arbeiten. Einige Kunden wollten die ausgestellten Laborwaben sofort erwerben. Dies unterstützt uns nun in der Ausarbeitung und Realisierung unseres Vermarktungskonzeptes. Die Zukunft des Labors hat gerade erst begonnen und unsere firmenübergreifenden Entwicklungsteams sind – genauso wie unsere Kunden – voller Ideen. Man darf gespannt sein!

LABO:
Im Mai haben Sie das 70. Jubiläum gefeiert. Was bewegt das Unternehmen?

Tobias Thiele:
So ein Jubiläum ist immer ein wichtiger Anlass, um zurück zu blicken, Resümee zu ziehen. 70 Jahre – es gibt nicht viele mittelständische Betriebe, die auf eine so lange Unternehmensgeschichte zurückblicken können. Ebenso schnell wie sich die Welt in den letzten 70 Jahren veränderte, entwickelte sich auch das Unternehmen. Über allem stand stets der hohe Anspruch, Dinge immer besser zu machen. Der Kunde steht bei Köttermann im Mittelpunkt. Unser Leitmotiv lautet, die Kunden zu begeistern und herausragende Qualität zu liefern.

Die Köttermann-Mitarbeiter sind der größte Unternehmenswert und die Aus- und Weiterbildung gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dass wir diese sehr ernst nehmen, unterstreicht die Eröffnung der Köttermann Academy in einem eigenen Anbau im Jahr 2013. „Ich bin ein(e) Köttermann“ verrät den Stolz, den man mit der Zugehörigkeit zum Unternehmen verbindet.

Auch das Thema Nachhaltigkeit gehörte von Beginn an zu der Selbstverpflichtung von Köttermann. Nicht nur durch die Produktion von Laboreinrichtungen aus Stahl erfüllen wir diese, sondern auch durch den Einsatz von erneuerbaren Energien.

Der Wandel liegt Köttermann in den Genen, dennoch sind wir unserem Standort immer treu geblieben und produzieren somit ausschließlich in Deutschland. Auch bleibt Köttermann ein Familienunternehmen: Mitglieder aus den Gründerfamilien Köttermann und Kochen sind heute noch aktive Gesellschafter und verlässliche Eigentümer.

LABO:
Ihre Vision: Wie sieht das Unternehmen Köttermann in den nächsten 70 Jahren aus?

Tobias Thiele:
Köttermann hat eine klare Strategie: Wir wollen zum Anbieter einer zukunftsfähigen Laborinfrastruktur werden. Dabei spielen die Trends im Labor, die wir aufgrund der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden sehr genau kennen, eine wichtige Rolle. Da wir mit unseren Kernprodukten – den Labormöbeln und den Abzügen – gleich von Beginn an in die Planung und Entwicklung von Laboratorien involviert sind, können wir auch Einfluss auf Themen des Labors 4.0 wie Zugangskontrolle, Materials Management, Resource Management und Hands Free Communication nehmen. Das Labor der Zukunft wird sich maßgeblich verändern. Und damit verändert sich auch das Produkt- und Leistungsangebot von Köttermann. Wir freuen uns auf die Zukunft!

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