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Biotech-Industrie: Mit Kooperationen zurück auf die Erfolgsspur

Die Biotech-Branche ist den Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, bislang nicht in allen Belangen gerecht geworden. Trotz bemerkenswerter Biotech-Innovationen haben sich die Hoffnungen auf eine schnellere und kostengünstigere Entwicklung von Wirkstoffen und Medikamenten nur zum Teil erfüllt. Entsprechend ist die Skepsis von Finanzinvestoren und Risikokapitalgebern gegenüber der Branche in jüngster Zeit deutlich gestiegen - dies zeigt die globale Studie "Biotech reinvented. Where do you go from here?" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (www.pwc.de). Nach Einschätzung der PwC-Experten müssen Biotech-Unternehmen daher künftig verstärkt mit der Pharmabranche kooperieren, um ihr Überleben zu sichern.

"Um das Potenzial der Biotechbranche effizienter zu nutzen, müssen die Unternehmen ihr Geschäftsmodell ändern, d.h. potenzielle Partner frühzeitiger einbinden und intelligente Kooperationsmodelle abschließen, die vorteilhaft für beide Parteien sind. Dies könnte die Entwicklungszeiten und -kosten deutlich senken und Investitionen in die Biotech-Branche wieder attraktiver machen", erwartet Dr. Martin Schloh, Partner im Bereich Gesundheitswesen und Pharma von PwC.

Markteinführung eines Medikaments dauert im Durchschnitt acht Jahre

Dabei würde auch die ebenfalls unter Ineffizienzen in Forschung und Entwicklung leidende Pharmaindustrie von einer engeren Zusammenarbeit profitieren. Die Markteinführung eines Medikaments dauert derzeit im Durchschnitt rund acht Jahre, die verbundenen Kosten summieren sich auf über 1,2 Milliarden US-Dollar. Bereits eine Beschleunigung des Entwicklungsprozesses um wenige Monate und eine Anhebung der Erfolgsquote um fünf Prozent könnte Einsparungen von rund 160 Millionen US-Dollar zur Folge haben.

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Neue Biotech-Zentren: Konkurrenz um Kapital wächst

Für eine engere Kooperation mit der Pharmaindustrie spricht auch die zunehmende Kapitalknappheit. Zwar haben Biotech-Firmen im Jahr 2009 weltweit wieder mehr Gelder eingesammelt, mit gut 23,2 Milliarden US-Dollar lag die Summe der Investorengelder jedoch deutlich unter dem vor der Wirtschaftskrise erreichten Niveau (2007: 29,9 Milliarden US-Dollar). Gleichzeitig wird die Konkurrenz um Kapital schärfer. Denn in Südostasien entstehen mit massiver staatlicher Hilfe neue Biotech-Zentren, wie beispielsweise in Singapur. Auch Indien will bis 2020 zu den weltweit fünf größten Produzenten biotechnisch erzeugter Wirkstoffe zählen.

Hohes Risiko: Nur jedes zweite Biotech Investment ist profitabel

"Kapitalgeber werden auch künftig eine Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten zur Auswahl haben. Es ist davon auszugehen, dass dies die Finanzierungsaussichten von Biotech-Firmen mit einem überdurchschnittlich hohen Risikoprofil weiter beeinträchtigt", kommentiert Dr. Martin Fitzner, Partner im Bereich Gesundheitswesen und Pharma von PwC. Grund zur Vorsicht gibt es jedenfalls: Einer aktuellen Untersuchung zufolge haben sich von 1606 Biotech-Investments zwischen 1986 und 2008 nur gut die Hälfte für die Investoren als rentabel erwiesen.

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