Markt für Analysen-, Bio- und Labortechnik

China bleibt interessant für Hersteller

China ist nach den USA das zweitwichtigste Ausfuhrland für deutsche Hersteller von Analysen-, Bio- und Labortechnik. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Euro in die Volksrepublik exportiert. Mit teils zweistelligen Zuwachsraten hat sich das Reich der Mitte in den vergangenen zehn Jahren zu einem der größten Abnehmer der Branche entwickelt.

Deutscher Gemeinschaftsstand auf der Analytica China Anfang Oktober.

Doch das wirtschaftliche Umfeld wird zunehmend schwieriger. Experten gehen davon aus, dass das Turbowachstum vorbei ist und der Konjunkturmotor China ins Stottern gerät. So ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde im dritten Quartal 2014 so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Von dieser Entwicklung wird auch die Analysen-, Bio- und Labortechnik nicht verschont bleiben, wie SPECTARIS - Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V. befürchtet.

Neben der sich abschwächenden wirtschaftlichen Entwicklung wirken sich auch die allgemeinen Rahmenbedingungen für die deutschen Hersteller zunehmend negativ aus. So sind etwa die Zulassungsverfahren und Genehmigungsprozesse für die Einfuhr von Analysen-, Bio- und Labortechnik wenig transparent. Dazu kommt, dass es unterschiedliche Rechtsrahmen für ausländische und inländische Firmen gibt und Gerichtsverfahren nach wie vor langwierig sind.

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Zum anderen hat sich der Wettbewerb durch eine immer präsentere chinesische Konkurrenz verschärft. Auch das Thema Produktpiraterie belastet die Unternehmen. Um dem zu begegnen, gilt es, die eigene Position im Markt optimal auszurichten und neue Erschließungsstrategien zu entwickeln. So erhöhen viele deutschen Hersteller ihre Präsenz vor Ort – und damit die Nähe zum Kunden. Auch hat „Made in Germany" nach wie vor einen sehr guten Ruf in China. Daneben können sich die Unternehmen insbesondere mit Serviceleistungen besonders hervorheben und gegenüber der Konkurrenz punkten.

Auch wenn das Umfeld schwieriger wird, sehen die Firmen nach wie vor ein großes Potenzial. Chinas Bevölkerung wächst rasant. Prognosen gehen davon aus, dass es im Jahr 2025 in China 221 Millionenstädte geben wird und bis zu 15 Megastädte mit einer Einwohnerzahl von mehr als zehn Millionen Menschen. Diese Ausweitung der Metropolen führt dazu, dass neue Technologien aus den Bereichen Umwelt-, Wasser- und Energietechnik benötigt werden. Damit steigt auch der Bedarf an Analyseverfahren für die Industrie und Umwelt. China wird also auch weiterhin an der Spitze der bedeutendsten Märkte für die deutsche Analysen-, Bio- und Labortechnik bleiben.

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