Wo Start-ups wachsen
Ein Jahr Life Science Factory München
Vor einem Jahr eröffnete die Life Science Factory ihren Standort auf dem Gelände von Helmholtz Munich. Seitdem hat sich auf 1.800 Quadratmetern ein Netzwerk aus zwölf Life-Science-Start-ups etabliert. Hier ist ein Ort entstanden, an dem Wissenschaft und unternehmerisches Handeln eng zusammenkommen.
Der erste Einzug erfolgte am 1. Februar 2025 mit dem Start-up Ovo Labs. Damals waren lediglich drei Teams vor Ort aktiv. Heute zeigt sich ein kontinuierliches Wachstum: spezialisierte Laborflächen, Co-Working-Spaces und ein Umfeld, das Start-ups aus den Bereichen Reproduktionsmedizin, Antibiotikaforschung und Laborautomation optimale Bedingungen für Translation bietet.
Forschung, Start-ups und Industrie im Dialog
Die Life Science Factory versteht sich als Schnittstelle. Sie verbindet die Forschungsexzellenz von Helmholtz Munich mit der Dynamik junger Unternehmen. Industriepartner erhalten frühzeitigen Zugang zu neuen Technologien und Forschungsergebnissen, während die Start-ups von einem umfassenden Netzwerk profitieren.
München als Standort bietet günstige Rahmenbedingungen. Laut EY Startup-Barometer entfielen im Jahr 2025 rund 17 Prozent aller deutschen Start-up-Finanzierungsrunden auf die bayerische Landeshauptstadt, mit 2,45 Milliarden Euro Risikokapital. Das ist ein Zuwachs von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Gerade in den frühen Entwicklungsphasen entscheidet die Qualität der Infrastruktur darüber, wie schnell aus wissenschaftlichen Erkenntnissen belastbare Technologien werden", sagt Ellen Goel, Geschäftsführerin der Life Science Factory. „Deshalb stellen wir unseren Start-ups von Beginn an voll ausgestattete Laborflächen und spezialisierte Funktionslabore zur Verfügung – von Zellkultur und Mikrobiologie bis hin zu DNA- und RNA-Arbeiten sowie Proteinbiochemie. Unser Anspruch ist es, ein Umfeld zu schaffen, das einen unmittelbaren Forschungsstart ermöglicht und zugleich professionellen Standards mit Blick auf regulatorische und industrielle Anforderungen gerecht wird.“
Neben der technischen Ausstattung setzt der Standort auf programmatische Unterstützung: Fachliche Austauschformate und Community-Events sind zentral. Beim Munich Lab Automation Meet-up Anfang des Jahres kamen mehr als 160 Teilnehmende aus Forschung, Start-ups und Industrie zusammen. Zudem wird 2026 erstmals ein zweiter Track des ELSA-Programms in München stattfinden, das junge Life-Science-Start-ups in frühen Entwicklungsphasen unterstützt, unter anderem bei Geschäftsmodellentwicklung, Regulierung und Finanzierung.
Praktische Erfahrungen der Start-ups
Mehrere Unternehmen am Standort illustrieren die Wirkung der Life Science Factory. Smartbax erforscht neue Antibiotika gegen multiresistente Erreger. Im Herbst 2025 sicherte sich das Start-up 4,7 Millionen Euro in einer Pre-Series-A-Finanzierungsrunde und arbeitet daran, mehrere Wirkstoffkandidaten in die präklinische Entwicklungsphase zu überführen.
„Die Life Science Factory München bietet uns genau die Kombination aus High-Tech-Laboren, Expertise und Netzwerk, die wir für unser Wachstum brauchen“, sagt Gründer und CEO Dr. Robert Macsics.
Auch Ovo Labs verfolgt therapeutische Ansätze zur Verbesserung der Eizellqualität und zur Steigerung der Erfolgschancen von IVF-Behandlungen. Im Frühjahr 2025 erhielt das Unternehmen eine Seed-Finanzierung über rund 4 Millionen Euro. Dr. Agata Zielinska, Co-Founderin und CEO, erklärt: „Die moderne Laborinfrastruktur, das direkte Umfeld am Helmholtz-Standort und der enge Austausch mit anderen Teams haben unsere Forschung deutlich beschleunigt.“
Bilanz: Ein Jahr Life Science Factory in München
Pia Kleibel, Community & Operations Manager der Life Science Factory München, zieht eine Zwischenbilanz: „Die Entwicklung seit dem vergangenen Jahr zeigt, dass unser Konzept auch am Standort München trägt. Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach professioneller Infrastruktur und strukturierter Unterstützung. In den kommenden Jahren wollen wir das Netzwerk weiter ausbauen und gezielt Kooperationen mit Industrie- und Pharmaunternehmen stärken.“
Der Fokus liegt auf der weiteren Ausbau der Infrastruktur, der Vertiefung bestehender Partnerschaften und der gezielten Begleitung junger Life-Science-Start-ups in frühen Entwicklungsphasen.
Quellen: Life Science Factory











