Europäische Halbleiterindustrie vereint

Melanie Steinbeck,

Merck, Siemens, Intel, Trumpf und Zeiss setzen auf Kooperation

Die europäische Halbleiterindustrie hat enormes Potenzial und dieses will gehoben werden. In Darmstadt kamen auf Einladung von Merck führende Vertreterinnen und Vertreter der Branche zusammen, um die Rolle Deutschlands und Europas im globalen Halbleitermarkt zu diskutieren. Mit dabei: Schlüsselakteure wie Siemens, Intel, Trumpf und Zeiss. Im Fokus standen unter anderem die strategische Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, technologische Exzellenz und politische Rahmenbedingungen.

© TechSolution/stock.adobe.com

Europas technologische Stärken sichtbarer machen

Unternehmen wie Merck, Siemens, Intel, Trumpf und Zeiss leisten bereits heute wesentliche Beiträge zur Herstellung leistungsfähiger Halbleiter – insbesondere für Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz. Die Unternehmen bringen dabei Kompetenzen in den Bereichen Materialien, Laser, Optik, Elektronik, Software und intelligente Fertigung zusammen.

„Bei Merck finden Innovationen auf atomarer Ebene statt. Mit Kleinem bewegen wir gemeinsam Großes – und das über Unternehmensgrenzen hinweg", erklärt Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Electronics. „Europas Rolle in der globalen Halbleiterindustrie ist viel größer als häufig angenommen. Industrie und Politik müssen jedoch ihre Kräfte in Europa stärker bündeln, um als Gestalter im globalen Halbleiter- und KI-Markt aufzutreten.”

Eine gemeinsame Aufgabe

Ein zentrales Anliegen des Treffens war der Schulterschluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Europa verfüge über wichtige Voraussetzungen, um bei Schlüsseltechnologien wie KI und modernster Halbleitertechnik eine gestaltende Rolle einzunehmen. Dafür seien abgestimmte industriepolitische Maßnahmen notwendig.

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„Wir müssen die verborgenen technologischen Stärken des europäischen Chip-Ökosystem aktivieren, um die KI-Ära aktiv mitzugestalten", erläutert Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries. „Halbleiter sind die Schnittstelle zwischen der realen und der digitalen Welt. Als führender Anbieter von Chipdesign-Software, Industriesoftware und Automatisierungstechnik unterstützen wir unsere Kunden vom ersten Design der Chips über ihre Fertigung in hochentwickelten Fabriken bis hin zur Anwendung fortschrittlicher industrieller KI-Lösungen."

Herausforderungen: Infrastruktur, Fachkräfte, Nachfrage

Gleichzeitig wurden strukturelle Herausforderungen benannt: fehlende Fachkräfte, unzureichende Infrastruktur sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Investitionen bremsen können. Dazu gehören hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren und bürokratische Hürden.

„Intel bringt seine technologische Erfahrung in Europa ein, um den digitalen Wandel gemeinsam mit Industrie, Wissenschaft und Politik voranzubringen. Unser Ziel ist es, maßgeschneiderte und zukunftsweisende Technologien bereitzustellen, die den konkreten Anforderungen unserer Kunden gerecht werden", bekräftigt Sonja Pierer, Country Manager, Germany, Intel Corporation. „Durch unsere technologische Expertise und langjährige Erfahrung unterstützen wir den Aufbau eines widerstandsfähigen, innovativen und nachhaltigen Chip-Ökosystems in Europa – als Grundlage für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Unabhängigkeit und stabile Lieferketten.“

Technologieführerschaft durch Teamarbeit

Der gemeinsame Tenor: Nur durch enge Kooperation kann Europa die technologische Führungsposition in der Halbleiterbranche weiter ausbauen.

„TRUMPF treibt mit Hochleistungslasern und Elektronik für Plasmaprozesse die Effizienz und die Nachhaltigkeit in der Halbleiterbranche voran. Wir gehören mit unseren Innovationen bereits seit vielen Jahren zu den entscheidenden Ausrüstern dieser Schlüsselindustrie. Nun müssen die deutsche und die europäische Politik ihren industriepolitischen Weg konsequent weitergehen. Wir brauchen attraktive Standortbedingungen, damit wir auch in Zukunft im globalen Wettbewerb eine entscheidende Rolle spielen. Seitens der Industrie unterstützen wir diesen Kurs mit innovativer Technologie. Wir müssen, wollen und können unsere Position weiter stärken. Wenn Ausrüster der Halbleiterindustrie, Materialexperten und Chipdesigner Hand in Hand arbeiten, können wir unsere Technologieführerschaft in Europa weiter ausbauen und weltweit Maßstäbe setzen“, führt Berthold Schmidt, Mitglied des Vorstands und Chief Technology Officer von Trumpf aus.

Forschung als Herzschlag der Digitalisierung

Auch die Bedeutung gemeinsamer Forschungsanstrengungen wurde betont. Denn moderne Mikrochips entstehen nicht im Alleingang.

„Rund 80 Prozent aller Mikrochips weltweit werden mithilfe der Optiken von Zeiss gefertigt – wir arbeiten damit am Herzschlag der weltweiten Digitalisierung. Auch die Zukunft ist Teamarbeit, denn dort, wo wir forschen, entwickeln und produzieren geht das nur gemeinsam – anders sind die komplexen Herausforderungen der modernen Mikrochip-Entwicklung und -herstellung nicht zu stemmen”, unterstreicht Thomas Stammler, Chief Technology Officer, ZEISS Semiconductor Manufacturing Technology.

Fazit: Europas Halbleiterindustrie hat das Know-how, die Technologie und den Willen zur Gestaltung – doch um diese Potenziale auszuschöpfen, braucht es mehr Zusammenarbeit, gezielte Investitionen und passende politische Rahmenbedingungen. Die Veranstaltung in Darmstadt war ein starkes Signal in diese Richtung.

Quelle: Merck

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