Fachübergreifende Zusammenarbeit

Gemeinsam zum Erfolg in der Nanomedizin

Sie zählen zu den Hoffnungsträgern gerade bei der Behandlung von Krebserkrankungen: sogenannte Nanocarrier. Diese winzigen Transportpartikel schleusen Medikamente durch den menschlichen Körper, vorbei an den Fresszellen des Immunsystems. Sie entladen ihre Fracht erst dort, wo sich die heilende Wirkung entfalten soll. Bei der Erforschung dieses Zukunftsfeldes der Nanomedizin, das wirksamere Tumor-Medikamente und geringere Nebenwirkungen verspricht, erzielten Mainzer Institutionen wie die Universitätsmedizin, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) oder das Fraunhofer IMM bereits wegweisende Erkenntnisse. Dies gelang maßgeblich durch fachübergreifende Zusammenarbeit.

Expertinnen-Austausch: Prof. Dr. Katharina Landfester (links), Direktorin am MPI-P, und Dr. Britta Unruhe-Knauf, Projektmanagerin beim Cluster für Individualisierte ImmunIntervention (Ci3), nahmen am „NanoPharm“-Netzwerktreffen in Mainz teil. (Bild: Transferinitiative RLP)

Dieses Erfolgsmodell will Dr. Friedrich Richter, Transferbotschafter Personalisierte Medizin der Transferinitiative Rheinland-Pfalz (RLP), weiter ankurbeln: „Nanomaterialien bieten medizinisch große Chancen, dazu werden Projekte von Bund und EU gefördert. Um es aber von der Forschung in die Anwendung zu schaffen, müssen sich Forscher, Mediziner und Unternehmer im Land weiter vernetzen und enger kooperieren“, so der Pharmaexperte, der selbst lange Zeit in Führungsetagen namhafter Pharmaunternehmen und -verbände wirkte.

Einen Schritt in diese Richtung machte am 20. März ein Netzwerktreffen am Zollhafen in Mainz, veranstaltet von der Transferinitiative RLP und dem Netzwerk „NanoPharm“ des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Das Treffen führte landesweit Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Nanotechnologie, Pharmazie und Medizin zusammen. Um daraus Erfolg versprechende Projekte in der Nanomedizin zu schmieden, verbessert ZIM die Chancen auf Fördergelder und unterstützt von der Forschung und Entwicklung bis zur Vermarktung. „Wir sorgen dafür, dass die gestellten Förderanträge auch bewilligt werden und sich die eingesetzte Arbeit auszahlt. Bisher wurden in neun bewilligten Forschungsprojekten Gelder in Höhe von über drei Millionen Euro für die Mitglieder eingeworben“, sagte Dr. Ralph Nonninger, Koordinator des ZIM-Netzwerks, in Mainz.

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„Wir brauchen solche Transferinitiativen und Netzwerk-Plattformen, damit die Beteiligten und Experten aus Rheinland-Pfalz ihre unterschiedlichen ‚Fachsprachen' verstehen lernen. Erst dann haben wir eine Chance, dass unsere neuen Nanomaterialien Medikamente in Zukunft sicherer und effektiver machen können“, resümierte Prof. Dr. Katharina Landfester, Direktorin am MPI-P, zum Abschluss des Treffens.

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