Gesichter der Branche

Melanie Steinbeck,

Daniel Schaffer

In unserer Kurzinterview-Reihe Gesichter der Branche stellen wir heute Daniel Schaffer vor. Er ist seit Dezember 2022 Geschäftsführer des Verbandes der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. (ALM). Mit seiner umfassenden Erfahrung in der politischen Kommunikation und Interessenvertretung im Gesundheitswesen bringt er eine neue Perspektive in die Labormedizin. Nach Stationen im Deutschen Bundestag, beim Verband der Privaten Krankenversicherung und bei Gilead Sciences arbeitet er nun daran, die Labore in Deutschland weiter zu stärken und zu positionieren. Im Interview spricht er über seine Vision für den ALM e.V., die aktuellen Herausforderungen in der Branche und seine Pläne für die Zukunft der Labormedizin.

Daniel Schaffer, Geschäftsführer des Verbandes der Akkreditierten Labore in der Medizin e.V. (ALM) © ©axentis/Georg Lopata

LABO: Welche Erfolge konnten Sie im vergangenen Jahr erzielen, und welchen Herausforderungen mussten Sie sich stellen?

Daniel Schaffer: Zentral für uns war die im Jahr 2024 beschlossene „Laborreform 2025“ im Rahmen des EBM. Die Reform ist meiner Meinung nach eine massive Gefahr für die wirtschaftliche Existenz vieler Labore und damit auch für die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Die Mitgliedslabore des ALM haben sich intensiv mit den Inhalten und Auswirkungen der „Laborreform 2025“ auseinandergesetzt und zahlreiche Bedenken öffentlich geäußert, was eine dringende Anpassung der Beschlusslage durch die Selbstverwaltung zwingend erforderlich macht. Ein großer Erfolg ist für uns, dass diese Gefahren für die Versorgung auch dank unserer Arbeit von anderen Fachgruppen, Patientinnen und Patienten sowie der Industrie erkannt wurden und diese uns unterstützen.

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Welche Themen prägen Ihrer Meinung nach aktuell die Branche?

Entscheidend ist für mich, wie wir verlässliche Rahmenbedingungen für die Facharztlabore sicherstellen: Das gilt für die sogenannte „Laborreform 2025“, die Reform der GOÄ, als auch für Debatten um vielfältige Trägerstrukturen in der ambulanten Versorgung. Wir stehen aber auch vor weiteren Herausforderungen: Wird die Politik versuchen – wie z.B. im Apothekenreformgesetz und im Gesundes-Herz-Gesetz – Diagnostik aus der ärztlichen Hand zu nehmen und in nicht-ärztliche Hände zu geben - wie kann die Aushöhlung des Arztvorbehalts verhindert werden? Wie stellen wir weiterhin sicher, dass sich genügend ärztliche und nicht-ärztliche Fachkräfte für die Arbeit im Labor entscheiden?

Gibt es besondere Pläne oder Projekte, die Sie in diesem Jahr verfolgen?

Die wichtigsten Projekte 2025 des ALM e.V. stehen in direktem Zusammenhang mit der Laborreform 2025 und der Bundestagswahl 2025. Im Nachgang zur Bundestagswahl werden gegebenenfalls neue Weichen für die Gesundheitspolitik gestellt. Wichtig ist eine Stärkung der ambulanten Versorgung: Entscheidend für alle Reformen muss die Frage sein, was patientenzentriert und qualitätsorientiert ist. Wichtige Punkte für den ALM umfassen die Sicherstellung einer fairen Vergütung, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und die Stärkung der Rolle fachärztlicher Labore im Gesundheitssystem. Diese Punkte werden wir in unserer täglichen Arbeit wie auch auf unseren öffentlichen Veranstaltungen gegenüber Selbstverwaltung und Gesundheitspolitik adressieren.

Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Melanie Steinbeck

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