Regenerative Medizin

Innovatives Herzklappenmaterial entwickelt

Dr. Svenja Hinderer vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart wurde in den Kreis der zehn „Innovatoren unter 35“ gewählt. Die Chemikerin entwickelt ein neuartiges künstliches Herzklappenmaterial, das Zellen aus dem Blutstrom anlocken kann und somit das Potenzial zur Regeneration besitzt.

Dr. Svenja Hinderer entwickelt am Fraunhofer IGB eine neuartige künstliche Herzklappe. © Foto Fraunhofer IGB

Welche jungen, klugen Köpfe prägen heute schon die Zukunft? Dieser Frage geht die Zeitschrift „Technology Review“ nach und erstellt jedes Jahr eine Top Ten der deutschen Innovatoren unter 35. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Magazin herausragende Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern, Erfindern oder Unternehmern aus Natur-, Ingenieur- und Computerwissenschaften.

Unter den prämierten Innovatoren ist auch Dr. Svenja Hinderer, Chemikerin und Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Dort arbeitet sie in der Forschungsabteilung Zell- und Tissue Engineering, ihr Spezialgebiet ist die Entwicklung von Biomaterialien. Der Innovatorenpreis der Technology Review wird stets für konkrete Projekte vergeben. Im Falle Hinderers beeindruckte die Jury ihre Arbeit an einer neuartigen künstlichen Herzklappe.

Herzklappe nach dem Vorbild der Natur

Das Besondere an Hinderers Entwicklung ist das elektrogesponnene Hybridmaterial, das sie bereits während ihrer Doktorarbeit am Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP der Universität Stuttgart entwickelt hat – wofür sie 2015 mit dem renommierten Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet wurde. Die dafür benötigten Forschungsarbeiten konnte die Nachwuchswissenschaftlerin schon damals am Fraunhofer IGB durchführen. Seit ihrer Promotion führt sie dort ihre Arbeit auf diesem Gebiet weiter.

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Mithilfe des Elektrospinnens, einer Methode zur Herstellung sehr dünner Fasern, gelang es Hinderer, ein Material herzustellen, das sich besonders gut als Trägersubstrat für humane Zellen eignet. Dieses Polymer- und Proteingemisch ist zugleich stabil und elastisch, biokompatibel und sterilisierbar. Somit hat es beste Voraussetzungen, um für künstliche Herzklappen verwendet zu werden. Das Ziel der Forschungsarbeit ist, dass das Material – sobald im Körper eingesetzt – gezielt Stammzellen anlockt. Das würde es ermöglichen, dass sich auf der Herzklappe körpereigene Zellen ansiedeln und diese das polymere Grundgerüst über die Zeit ersetzen. So ließe sich eine künstliche Herzklappe erschaffen, die mit dem Körper mitwächst – was noch nicht ausgewachsenen Patienten zahlreiche Operationen ersparen kann. Denn bisher müssen künstliche Herzklappen immer wieder ausgetauscht werden.

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