In-vitro-Diagnostika-Verordnung
VDGH sieht dringenden Überarbeitungsbedarf der IVDR
Die Abstimmung im Europäischen Parlament am 23. Oktober 2024 über einen gemeinsamen Entschließungsantrag zur Überarbeitung der Medizinprodukte-Verordnung und der In-vitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR) sieht man beim Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) positiv, ebenso die Forderungen des Parlaments nach einer schnellen und zielgerichteten Überarbeitung der IVDR, um unnötige Bürokratie abzubauen, die Versorgungssicherheit zu verbessern und den Zugang zu wichtigen diagnostischen Tests für Patienten und Patientinnen in Europa sicherzustellen.
Die IVDR wurde eingeführt, um mehr Sicherheit und Transparenz in der Gesundheitsversorgung zu schaffen. Doch die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass viele der umfangreichen Anforderungen bürokratisch überbordend sind, ohne die Patientensicherheit zu steigern, und der regulatorische Rahmen erhebliche Probleme für die Patientenversorgung verursacht, teilt der VDGH mit. Die Industrie habe ihre Hausaufgaben gemacht und die Voraussetzungen für eine sichere Versorgung geschaffen, dennoch behinderten die aktuellen Regelungen weiterhin den Zugang zu dringend benötigten diagnostischen Tests für Patienten vor allem in den Bereichen für seltene Erkrankungen.
Anforderungen der IVDR sehr umfangreich
„Die IVDR stellt umfangreiche Anforderungen an das Inverkehrbringen von Labordiagnostika und hat zu erheblichen Verzögerungen bei der Markteinführung wichtiger Produkte geführt“, gibt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des VDGH zu Bedenken. „Selbst etablierte und sichere Produkte drohen dadurch nicht mehr verfügbar zu sein und stehen den Patienten nicht mehr zur Verfügung.“ Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) seien durch die komplexen regulatorischen Verfahren benachteiligt. „Ein Drittel aller Klasse-D-Produkte droht vom Markt zu verschwinden, darunter lebenswichtige Tests wie HIV-Tests und Diagnostika zur Sicherheit von Blutspenden. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Patientensicherheit dar“, so Walger weiter. Der VDGH setzt sich daher für eine grundlegende Reform der IVDR ein.
Ggf. beschleunigte Zulassungsverfahren möglich
Gemeinsam mit dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) wurde ein Weißbuch erarbeitet, das konkrete Lösungsvorschläge enthält, darunter die Einführung eines beschleunigten Zulassungsverfahrens („Fast-Track") für innovative Produkte und die Abschaffung der aufwendigen fünfjährigen Rezertifizierung. „Wir brauchen mehr Transparenz, Berechenbarkeit und Effizienz, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und gleichzeitig die Patientenversorgung nachhaltig zu sichern“, fordert Walger. Die Europäische Kommission sei nun gefordert, konkrete Schritte einzuleiten, um drohende Engpässe in der Gesundheitsversorgung zu verhindern.
Weitere Informationen zum VDGH und zu Positionen des Verbandes unter: www.vdgh.de.
Quelle: VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie










