Material- und Katalyseforschung
Karl-Ziegler-Preise 2025 für Stefan Mecking und Lisa Vondung
Auf dem GDCh Science Forum Chemistry (SFC) 2025 werden zwei herausragende Chemikerinnen und Chemiker für ihre Forschungsleistungen ausgezeichnet: Professor Dr. Stefan Mecking von der Universität Konstanz erhält den Karl-Ziegler-Preis, Juniorprofessorin Dr. Lisa Vondung von der Universität Hamburg den Karl-Ziegler-Förderpreis. Die Auszeichnungen sind mit 50.000 Euro beziehungsweise 30.000 Euro dotiert und gehören zu den höchstdotierten Preisen auf dem Gebiet der Chemie in Deutschland.
Stefan Mecking: Abbaubare Polymere und innovative Katalysatoren
Stefan Mecking wird für seine Forschung im Bereich der Polymerisation in dispersen Systemen (Kunststoffherstellung in wässrigen Tröpfchen), Polymerkolloiden und Nanostrukturen ausgezeichnet. „Der Chemiker entwickelte Katalysatoren, die es ermöglichen, funktionelle Gruppen gezielt in Polymerstrukturen einzufügen und Polymerisationen in polaren Medien durchzuführen. Dies führt zu abbaubaren und wiederverwertbaren Materialien sowie neuartigen Morphologien. Seine interdisziplinäre Forschung adressiert fundamentale Probleme der Materialchemie und hat hohe gesellschaftliche Relevanz. Sie bringt neue Polymermaterialien hervor und fördert Innovationen in den Lebenswissenschaften sowie alternativen Energietechnologien.“
Stefan Mecking studierte bis 1992 Chemie an der RWTH Aachen und promovierte dort 1994 in Technischer Chemie. Nach einer Postdoc-Zeit als Feodor-Lynen-Stipendiat an der University of North Carolina at Chapel Hill, USA (1994–1996), war er Labor- und Projektleiter bei Hoechst Corporate Research, Frankfurt (1996–1998). Es folgte die Habilitation für Makromolekulare Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (2002), wo er bis 2004 als Privatdozent tätig war. Seit 2004 ist er Professor für Chemische Materialwissenschaft an der Universität Konstanz. Zu seinen bisherigen Auszeichnungen zählen unter anderem ein ERC Advanced Grant (2019) und ein Koselleck Projekt (2024).
Lisa Vondung: Grundlagenforschung zu Urankomplexen
Juniorprofessorin Dr. Lisa Vondung wird mit dem Karl-Ziegler-Förderpreis für ihre Arbeiten zu metallorganischen Lanthanoid- und Uranverbindungen geehrt. „Vondung hat bereits wichtige Erkenntnisse über Bindungseigenschaften zwischen Liganden und f-Elementen gewonnen. Mit dem Preisgeld will sie die bisher kaum erforschten bimetallischen Urankomplexe untersuchen. Dabei will sie systematisch erforschen, wie der Abstand zwischen den beiden Metallatomen deren Reaktivität beeinflusst. Besonders interessieren Vondung synergistische Effekte – wenn zwei Metallatome zusammen anders reagieren als einzeln. Diese Grundlagenforschung soll die Basis für spätere katalytische Anwendungen schaffen.“
Lisa Vondung studierte Chemie an der Philipps-Universität Marburg und promovierte dort bis 2017. Nach Postdoc-Aufenthalten in Marburg und mit einem Leopoldina-Stipendium an der University of Manchester, UK, war sie von 2021–2023 Liebig-Nachwuchsgruppenleiterin an der Georg-August-Universität Göttingen. Seit Mai 2023 ist sie Juniorprofessorin für Anorganische Chemie am Fachbereich Chemie der Universität Hamburg. Zu ihren bisherigen Auszeichnungen zählen unter anderem der Promotionspreis der Universität Marburg (2018), ein Stipendium zum Lindauer Nobelpreisträgertreffen 2022 und der MICRA Vortragspreis 2024.
Preisverleihung und Networking
Die Vergabe der Preise erfolgt im Rahmen eines festlichen Award Dinners am 29. September während des GDCh Science Forum Chemistry am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zudem besteht die Möglichkeit, während eines „Meet & Greet“ mit Professor Dr. Stefan Mecking in Kontakt zu treten.
Science Forum Chemistry 2025: Grenzen überwinden, Zukunft gestalten
Das Science Forum Chemistry findet vom 29. September bis 1. Oktober 2025 am KIT statt. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam Grenzen überwinden und die Zukunft der Chemie gestalten“ bietet das neugestaltete Event eine Plattform für fächerübergreifenden Austausch, internationale Vernetzung und zukunftsweisende Impulse.
„Thinking across borders“ lautet das Motto des SFC 2025 – und genau darum geht es: Disziplinäre, institutionelle und nationale Grenzen zu überwinden und die großen Herausforderungen der Chemie gemeinsam anzugehen. Ein hochkarätiges Programm aus Plenarvorträgen, Sessions und Diskussionsrunden schafft den idealen Rahmen für lebendige Debatten und fruchtbare Kooperationen.
Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.











