Messeduo in Düsseldorf

Barbara Schick,

Medica und Compamed in 2025

Die Messen Medica 2025 und Compamed 2025 werden vom 17. bis 20. November in Düsseldorf stattfinden und Möglichkeiten für Orientierung und Austausch und Perspektiven bieten. Hier kann bei mehreren tausend ausstellenden Unternehmen das ganze Spektrum an Neuheiten für eine zukunftsweisende medizinische Versorgung live erlebt werden. Es wird in Vorträgen und in Diskussionen Einblicke und praxisnahe Best Practices zu aktuellen Trendthemen geben. Fachpublikum aus allen Bereichen des Gesundheitswesens kann sich informieren, austauschen und Kontakte knüpfen.

© Messe Düsseldorf/ctillmann

Zum Start der Medica 2025 werden zur Auftaktveranstaltung des 48. Deutschen Krankenhaustages Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erwartet. "Neustart Krankenhauspolitik – Mut zur Veränderung" lautet das Motto des diesjährigen Krankenhaustages, der in Halle 10 stattfinden wird.

© Messe Düsseldorf/ctillmann

Im neu gelaunchten Medica Innovation Forum (in Halle 12), in das die Themen des bisherigen Medica Health IT Forum integriert wurden, trifft zukunftsweisende Technologie auf konkrete Anwendung. Vorträge, Start-up-Wettbewerbe wie die 14. "Medica Start-up Competition" oder der 17. "Healthcare Innovation World Cup" sind Plattformen für das gesamte Spektrum der Digitalinnovationen – von smarten Wearables, KI-gestützter Diagnostik bis hin zu Mikro-Medizinrobotik. Dazu tragen auch der Medica Start-up Park und die "Wearable Technologies Show" (zu tragbaren Technologien) ebenfalls bei. Ebenfalls in Halle 12 nimmt das von der Techniker Krankenkasse organisierte Medica Econ Forum insbesondere die digitale Transformation des deutschen Gesundheitswesens hin zu einer modernen, vernetzten Versorgung mit seinen Diskussionen in den Fokus.

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Networking mit der Gründerszene

Im Medica Start-up Park (in Halle 12), der sich im Digital-Health-Bereich der Medica als Plattform für das Networking mit der erfindungsfreudigen Gründerszene etabliert hat, werden sich in diesem Jahr 60 Start-ups aus dem Vorjahr teilnehmen.

Die Facetten moderner Medizin

Nicht nur in der Erlebniswelt Digital Health/ Health IT, sondern auch in ihren weiteren Erlebniswelten spiegelt die Medica 2025 aktuelle Themen der Branche wie KI, Robotik und Automatisierung sowie vernetzte Versorgung. Anzuführen sind hier: Labortechnik und Diagnostik (mit dem Medica Labmed Forum, Aussteller in Hallen 1 und 3), Medizintechnik und Elektromedizin (mit dem Medica Tech Forum), Bedarfs- und Verbrauchsartikel oder auch Physiotherapie und Orthopädietechnik (mit dem Medica Sports Hub).

Compamed zeigt Komponenten für die Medizintechnik

Die parallel stattfindende Compamed ist Plattform für den Zulieferbereich der Medizintechnikindustrie mit fünf zentralen Bereichen: Manufacturing & Devices (u. a. Komponenten, Bauteile, Fertigungsverfahren), Services & Advice (z. B. Forschung, Entwicklung, Dienstleistungen), Materials (u. a. Kunststoffe, Glas, Keramik, Metalle, Verbundwerkstoffe, Klebstoffe, Verpackungen), Micro Tech (wie Mikrokomponenten, Mikrofluidik) sowie IT in Tech (Software-Entwicklung und Wartung für die Medizintechnik). Die rund 750 Aussteller der Compamed 2025 präsentieren sich in den Hallen 8a und 8b auf dem Düsseldorfer Messegelände.

Forum zur Labormedizin

Ob Blut-, Gewebeuntersuchungen oder andere labormedizinische Verfahren für medizinische Diagnostik sowie in der Forschung: Die Labormedizin ist ein zentraler, fundamentaler Bereich für die Diagnosestellung und damit Therapieentscheidung und Patientenversorgung.

Impression vom Labmed Forum im Rahmen der Medica 2024. © Messe Düsseldorf/ctillmann

So hat sich das Medica Labmed Forum in den letzten Jahren zu einem besonders beachteten wissenschaftlichen Programmelement der Medica.

Auch in diesem Jahr wird das Forum unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder, Deutsches Herzzentrum (Technische Universität München), vom 17. bis 20. November an allen Messetagen der Medica inmitten des Ausstallungsbereich für Laborausstattungen und Diagnostika in Halle 1 eine abwechslungsreiche Agenda bieten.

Das Bühnenprogramm bietet fundierte Wissensvermittlung, vertiefende Diskussionen und damit Impulse mit Relevanz für nahezu alle Fachdisziplinen.

Digitalisierung, KI und Automation

Standen in den Jahren 2021 und 2022 die Coronapandemie mit ihren virologischen, diagnostischen und klinischen Aspekten im Zentrum des Interesses, so gingen die Themen seit 2023 verstärkt in Richtung Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automation. Large Language Models und KI-unterstützte Robotik faszinieren nicht nur Visionäre und Technikfreaks – sie lösen auch ganz konkret Alltagsprobleme, die sich durch Fachkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an das medizinische Labor ergeben. Regelmäßig wird auch über aktuelle gesetzliche Herausforderungen für Klinik und Industrie berichtet – beispielsweise durch die In-Vitro Diagnostic Regulation IVDR. Besonderes Augenmerk legte das Medica Labmed Forum ungeachtet aktueller Trends stets auf kardiologische und onkologische Erkrankungen als führende Todesursachen in der westlichen Welt, seit 2024 flankiert durch aktuelle Ergebnisse aus der Erforschung des Alterns und der Langlebigkeit.

Schwerpunkte 2025

Themenschwerpunkte und Highlights an den einzelnen Veranstaltungstagen sind in diesem Jahr:

  • Montag, 17.11.2025: "Fachkräftemangel & IVDR" unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Streichert (Uni Köln)
  • Dienstag, 18.11.2025: "Kardiogenetik & Onkologie" unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder (TU München)
  • Mittwoch, 19.11.2025: "Young Scientists, KI & Tele-Lab Care" unter der Leitung von PD Dr. Verena Haselmann (Uni Mannheim)
  • Donnerstag, 20.11.2025: "Gesundes Altern und Langlebigkeit" unter der Leitung von Dr. Kai Prager und Dr. Peter Quick (VDGH Berlin)

Die Vormittagssessions des Forums beginnen jeweils um 10:30 Uhr und enden um 12:30 Uhr. Nach einer Mittagspause mit ausgewählten Industriepräsentationen geht es mit den Nachmittagssessions von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr weiter – am Donnerstag gilt aufgrund der verkürzten Messelaufzeit ein leicht abweichender Ablauf (10:30 bis 12:00 Uhr und 12:30 bis 14:30 Uhr).

Tag 1: Fachkräftemangel und In-vitro-Regulation

Nach aktuellen Umfragen unter medizinischen Laboratorien ist der Personalmangel derzeit die größte Herausforderung für die Aufrechterhaltung eines regulären Laborbetriebs. Professor Thomas Streichert, Vorsitzender der Montagssession, erklärt dazu: "Der anhaltende Mangel an qualifizierten Fachkräften macht es im Krankenhauslabor immer schwerer, bei steigenden Probenzahlen und immer komplexerer Diagnostik schnelle Ergebnisse bei hoher Qualität sicherzustellen." Auf der Forumbühne diskutieren Expertinnen und Experten aus Praxis, Management und Ausbildung über: Ursachen und aktuelle Entwicklungen des Personalmangels, innovative Ansätze zur Mitarbeitergewinnung und -bindung sowie Digitalisierung und Automatisierung als Entlastung im Alltag. Im Verlauf der Session werden Best Practices für Labore mit Blick auf die Zukunft vorgestellt.

Die Nachmittagssession widmet sich den neuesten Entwicklungen im Bereich der In-vitro Diagnostics Regulation (IVDR), einer Verordnung der Europäischen Union, die die Zulassung, Vermarktung und Überwachung von Tests für Laboruntersuchungen am Menschen regelt. Das Podium greift unter anderem neue Entwicklungen zur Cybersicherheit und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf und befasst sich mit dem Verbraucherschutz beim Direct-to-Consumer Testing (DTCT), einer relativ neuen Form der Direktvermarktung von Labortests über Internet und Apotheken.

Tag 2: Kardiologie und Onkologie

Die Dienstagssession wird von Professor Stefan Holdenrieder geleitet, der auch Organisator des wissenschaftlichen Gesamtprogramms ist. Traditionell stellt er am zweiten Messetag aktuelle Entwicklungen der Laboratoriumsmedizin für die beiden Krankheitskomplexe vor, die die Mortalität in der westlichen Welt bestimmen: Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs.

Dieses Jahr legt er den Fokus in der Vormittagssitzung auf den aufstrebenden Zweig der Kardiogenetik. "Wir erfassen und untersuchen am Deutschen Herzzentrum der TU München nicht nur bei unseren kleinen Patienten mit angeborenen Herzfehlern und Kardiomyopathien, sondern in zunehmendem Maße auch bei Erwachsenen mono- und polygene Risikofaktoren, die die Entstehung der koronaren Herzerkrankung fördern", so Holdenrieder. Hier gilt es, rechtzeitig einzugreifen, um schwere Langzeitschäden zu vermeiden. Mit Prof. Dr. Cordula Wolf und PD Dr. Teresa Trenkwalder werden zwei Expertinnen aus seinem Haus diese Themen mit Prof. Dr. Eric Schulze-Bahr, Direktor des Instituts für Genetik von Herzerkrankungen (IfGH) des Universitätsklinikums Münster, diskutieren.

Früherkennung von Krebs über Blut

In der onkologischen Diagnostik greift Prof. Dr. Holdenrieder das "heiße Eisen" der "Multi-Cancer Early Detection" (MCED) auf. Es geht dabei um hochsensitive und parallelisierte Techniken, mit denen eine Früherkennung von Krebs über das Blut ermöglicht werden soll. Die Basis sind DNA-Moleküle, die aus Krebszellen in die Zirkulation abgegeben werden – sog. zellfreie oder cfDNA – und die aufgrund bestimmter biochemischer Charakteristika wie Methylierungs- und Fragmentlängenmuster Auskunft geben können, aus welchen Tumoren sie stammen, noch ehe diese sich klinisch oder radiologisch zu erkennen geben. Für die Auswertung der dabei anfallenden Datenflut sind fortschrittliche bioinformatische Verfahren erforderlich.

Tag 3: Young Scientists Day

Eine feste Tradition ist inzwischen auch der "Young Scientists Day", bei dem PD Dr. Verena Haselmann junge Wissenschaftler einlädt, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und die Interessen des labormedizinischen Nachwuchses zu vertreten. Ihre Schwerpunktthemen sind dieses Jahr am Vormittag Künstliche Intelligenz in der Labormedizin und am Nachmittag "Tele-Lab Care". Im Zentrum beider Sitzungen steht die zunehmende Digitalisierung der labormedizinischen Patientenversorgung sowie die Zusammenarbeit mit anderen diagnostischen Bereichen, etwa der Bildgebung im Rahmen der integrierten Diagnostik oder dem kontinuierlichen Self-Monitoring mit Wearables. Das Spektrum der Vorträge reicht von der Unterstützung der integrierten Diagnostik durch Large Language Models über spezielle KI-Anwendungen z. B. in der Hämato-Onkologie bis zu regulatorischen Aspekten der telemedizinischen Patientenbetreuung über digitale Plattformen.

Tag 4: Gesundes Altern und Langlebigkeit

Zum Abschluss des diesjährigen Medica Labmed Forum führen Dr. Kai Prager (DiaSys Diagnostic Systems GmbH) und Dr. Peter Quick vom Verband der Diagnostica-Industrie e.V. (VDGH) die Diskussion über gesundes Altern und neue Ansätze zur Lebensverlängerung beim Menschen fort. Der Themenpunkt stieß bereits 2024 auf großes Interesse. Anti-Aging ist in der Medizin ein kontrovers diskutiertes Reizthema, der Begriff "Anti-Aging" zwischen auf der einen Seite fundierter Wissenschaft und auf der anderen Seite unseriöse kommerzielle Versprechen steht. Die beiden Vorsitzenden betrachten den Zweig der Alternsforschung in ihren Beiträgen auf wissenschaftlicher Basis. Dazu Dr. Kai Prager: "Dieses Jahr befassen wir uns gezielt mit der Frage, wie zelluläre Prozesse und epigenetische Veränderungen unser Altern beeinflussen und welche Rolle Stammzellen dabei bilden." Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbeugung von Demenz und die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen durch personalisierte Diagnostik und Therapie.

Alle Informationen zur Medica 2025 sind zu finden unter www.medica.de; weitere Informationen zum Medica Labmed Forum gibt es unter www.medica.de/mlf1.

Quelle: Messe Düsseldorf

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