Ausbau des Geschäftsbereichs Healthcare

Melanie Steinbeck,

Merck schließt Übernahme von SpringWorks ab

Merck hat den Abschluss der Übernahme von SpringWorks Therapeutics, Inc. bekannt gegeben. Der Unternehmenswert liegt bei 3,4 Milliarden US-Dollar (rund 3 Milliarden Euro), basierend auf dem Cash-Bestand von SpringWorks zum Stichtag 31. Dezember 2024. Mit der Transaktion baut Merck seinen Geschäftsbereich Healthcare gezielt aus und etabliert ein neues Geschäftsfeld, das sich auf seltene Tumoren fokussiert. Dieses wird künftig das Portfolio von SpringWorks sowie das Präparat Pimicotinib umfassen.

Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung und CEO von Merck © Merck

Bereits am 28. April 2025 wurde die endgültige Vereinbarung zwischen Merck und SpringWorks mit Sitz in Stamford (Connecticut, USA) bekannt gegeben. Nach Erhalt aller behördlichen Genehmigungen und der Erfüllung der üblichen Vollzugsbedingungen ist die Übernahme nun abgeschlossen. Es handelt sich dabei um eine der größten M&A-Transaktionen im globalen Biopharmasektor seit Jahresbeginn.

Merck erwartet, dass der Zusammenschluss unmittelbar zu den Umsatzerlösen beiträgt. Ein positiver Effekt auf das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen (EPS pre) wird bis zum Geschäftsjahr 2027 prognostiziert.

Ziel: Zugang zu innovativen Therapien für seltene Tumoren

„Heute dürfen wir SpringWorks offiziell bei Merck willkommen heißen. Der Zukauf macht deutlich, dass wir einen Portfolioansatz verfolgen, der konsequent darauf ausgerichtet ist, die Positionierung von Merck als international breit aufgestellten, innovationsstarken Vorreiter in Wissenschaft und Technologie weiter zu stärken“, sagte Belén Garijo, Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck. „SpringWorks ist unsere größte Akquisition im Unternehmensbereich Healthcare seit fast 20 Jahren und läutet für Healthcare ein spannendes neues Kapitel ein. Gleichzeitig sind wir nach wie vor entschlossen, in unseren drei Unternehmensbereichen – allen voran bei Life Science – Gelegenheiten für passende Zukäufe auszuloten. Vorrang haben für uns dabei strategische Eignung, finanzielle Robustheit und langfristige Wertschöpfung.“

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Danny Bar-Zohar, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Healthcare, betonte: „Mit dieser Übernahme kommen wir dem Ziel, Patienten mit seltenen und oft schwer beeinträchtigenden Tumoren innovative Therapien zugänglich zu machen, einen wichtigen Schritt näher. Viele der Betroffenen sind noch jung und haben einen langwierigen Behandlungsweg mit ungewissem Ausgang und nur begrenzten Therapiemöglichkeiten vor sich. Durch die Kombination unserer globalen Reichweite mit der Expertise von SpringWorks erweitern wir den Zugang zu lebensverändernden Therapien für Patienten auf der ganzen Welt. Zugleich stärken wir mit diesem Schritt unsere Ausgangsposition für eine weitere Expansion im Bereich seltener Tumoren und angrenzender Krankheitsgebiete. Ich möchte das Team von SpringWorks bei Merck herzlich willkommen heißen.“

Zulassungen für Ogsiveo und Gomekli

Das Portfolio von SpringWorks umfasst zwei zugelassene Medikamente für seltene Tumoren in Bereichen mit erheblichem ungedeckten medizinischem Bedarf:

Ogsiveo® (Nirogacestat) ist eine von der FDA zugelassene, systemische Therapie für fortschreitende Desmoidtumoren bei Erwachsenen und basiert auf einem neuartigen Wirkmechanismus („First-in-Class“). Im Juni 2025 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA eine Zulassungsempfehlung für Nirogacestat ausgesprochen.

Gomekli™ (Mirdametinib) ist die erste und einzige von der FDA zugelassene Therapie zur Behandlung von Neurofibromatose Typ 1 (NF1) mit nicht vollständig resezierbaren symptomatischen plexiformen Neurofibromen (PN) bei Erwachsenen und Kindern ab zwei Jahren. Im Mai 2025 erhielt Mirdametinib ebenfalls eine Zulassungsempfehlung des CHMP.

Ergänzung durch Pimicotinib

Das bestehende Portfolio ergänzt die Entwicklung von Pimicotinib, einem von Abbisko Therapeutics entwickelten Wirkstoff zur Behandlung des tenosynovialen Riesenzelltumors (TGCT), für den Merck die weltweiten Vermarktungsrechte hält. Derzeit laufen weltweit Zulassungsanträge für Pimicotinib. Zusammengenommen adressiert das neue Portfolio ein breites Spektrum an seltenen Tumoren, für die bislang kaum effektive Behandlungsoptionen bestehen.

SpringWorks wird vollständig in Merck integriert

Im Zuge der Übernahme wird Merck alleiniger Eigentümer von SpringWorks. Die Aktien des Unternehmens werden nicht länger an der Nasdaq gehandelt. Die bisherigen Anteilseigner von SpringWorks erhalten 47 US-Dollar pro Aktie in bar.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme setzt Merck ein starkes Zeichen für die Zukunft des Geschäftsbereichs Healthcare – und für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit seltenen, bislang schwer behandelbaren Tumorerkrankungen.

Quelle: Merck

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