Neue Vizepräsidentin für die DFG
Caren Sureth-Sloane gewählt
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine neue Vizepräsidentin: Die Mitgliederversammlung der DFG wählte am Mittwoch, den 2. Juli 2025, in ihrer Sitzung im Rahmen der Jahresversammlung in Hamburg die Wirtschaftswissenschaftlerin Professorin Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Caren Sureth-Sloane in das Präsidium der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland.
Neben der neuen Vizepräsidentin wurden die Physikerin Professorin Dr. Karin Jacobs und der Chemiker Professor Dr. Peter H. Seeberger als Vizepräsident*innen für eine zweite Amtszeit bestätigt. Der Soziologe Professor Dr. Matthias Koenig scheidet aus dem Präsidium aus.
Neue Impulse aus der Wirtschaftswissenschaft
Caren Sureth-Sloane ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität Paderborn. Sie forscht zu den Wirkungen der Besteuerung auf unternehmerische Entscheidungen, vor allem auf riskante Investitionsentscheidungen, und arbeitet zur internationalen Unternehmensbesteuerung sowie zu den Ursachen und Wirkungen von Steuerkomplexität und Transparenz.
Sureth-Sloane war von 2020 bis 2021 Mitglied des DFG-Fachkollegiums Wirtschaftswissenschaften und ist seit 2021 Mitglied des Senats der DFG, aus dem sie nach ihrer Wahl in das Präsidium zum Ende des Jahres ausscheiden wird. Sie war zudem von 2020 bis 2023 Mitglied der Interdisziplinären Kommission für Pandemieforschung der DFG. Darüber hinaus ist sie Sprecherin des SFB/Transregio „Rechnungswesen, Steuern und Unternehmenstransparenz“. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit Ehrendoktorwürden der Universitäten Graz und Bremen in den Jahren 2021 und 2022.
Kontinuität in der DFG-Spitze
Professorin Dr. Karin Jacobs, wiedergewählte Vizepräsidentin, hat den Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität des Saarlandes inne. Sie war von 2006 bis 2012 Mitglied des DFG-Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche sowie ab 2016 mehrere Jahre Mitglied des Wissenschaftsrates und dort Vorsitzende der Evaluationskommission. Von 2017 bis zum Beginn ihrer Tätigkeit als DFG-Vizepräsidentin war sie darüber hinaus Mitglied des Expertengremiums für die Exzellenzstrategie.
In ihrer ersten Amtszeit seit 2021 engagierte sie sich besonders für Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen, in der Präsidial-AG „Nachhaltigkeit“ sowie in der Ad-hoc-AG des Senats zu Themen des Digitalen Wandels.
Auch Professor Dr. Peter H. Seeberger wurde für eine zweite Amtszeit als Vizepräsident gewählt. Er ist seit 2009 Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam sowie Professor an der Freien Universität Berlin. Zudem ist er Gründungsdirektor des Center for the Transformation of Chemistry in Delitzsch und Merseburg – ein neu entstehendes Großforschungszentrum zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft in der Chemie.
In seiner bisherigen Amtszeit als Vizepräsident war Seeberger Vorsitzender des Auswahlausschusses für die Heinz Maier-Leibnitz-Preise sowie des Ausschusses für das Programm zur Deutsch-Israelischen Projektkooperation. Außerdem vertrat er das Präsidium im Ausschuss für Rechnungsprüfung.
Abschied von Matthias Koenig
Nach den Wahlen verabschiedete DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker den scheidenden Vizepräsidenten Matthias Koenig, der sich auf eigenen Wunsch nicht zur Wiederwahl gestellt hatte. Der Makrosoziologe vom Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg scheidet zum Ende des Jahres aus dem Präsidium aus.
Koenig war von 2021 bis 2025 Mitglied des Science Europe Governing Boards und setzte sich dort für die europäische Wissenschaftspolitik im Sinne der DFG ein. Besonders engagierte er sich für eine Verbesserung der Forschungsbewertung, unter anderem in der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA), deren erstem Steering Board er ebenfalls angehörte. Darüber hinaus pflegte er enge Beziehungen zu Ländern in Subsahara-Afrika und führte zahlreiche bilaterale Gespräche mit Partnerorganisationen, insbesondere in frankofonen Staaten.
Zusammensetzung des DFG-Präsidiums
Neben Präsidentin Katja Becker, der neu gewählten Vizepräsidentin Caren Sureth-Sloane und den wiedergewählten Vizepräsident*innen Karin Jacobs und Peter H. Seeberger gehören dem Präsidium der DFG folgende Mitglieder an:
- Professorin Dr. Marietta Auer, Juristin
- Professor Dr. Axel A. Brakhage, Molekularbiologe
- Professor Dr. Johannes Grave, Kunsthistoriker
- Professor Dr.-Ing. Hans Hasse, Ingenieurwissenschaftler
- Professorin Dr. Kerstin Schill, Informatikerin
- Professorin Dr. Britta Siegmund, Medizinerin
Der Präsident des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gehört kraft Amtes mit beratender Stimme dem Präsidium an. Ebenfalls in beratender Rolle nimmt DFG-Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens an den Sitzungen teil.
Die Vizepräsident*innen werden von der Mitgliederversammlung für maximal zwei Amtszeiten von jeweils vier Jahren gewählt. Im Falle der Verhinderung der Präsidentin vertreten sie diese in der Ausübung ihrer Aufgaben. Zudem nehmen sie als Gäste an den Sitzungen des Senats – dem höchsten wissenschaftlichen Gremium der DFG – sowie des Hauptausschusses, dem zentralen Entscheidungsgremium, teil.
Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)












