Preisträgerin „For Women in Science“ Förderprogramm

Familienfreundlich forschen an Biomaterialien

Die Postdoktorandin Malgorzata Wlodarczyk-Biegun vom Programmbereich Dynamische Biomaterialien ist Preisträgerin des L’Oréal-Unesco „For Women in Science“ Förderprogramms, das in Partnerschaft mit der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung durchgeführt wird. Der Preis ermöglicht es der Wissenschaftlerin und Mutter einer zweijährigen Tochter, ihre wissenschaftliche Karriere und familiäre Verpflichtungen besser zu vereinbaren.

Malgorzata Wlodarczyk-Biegun (Bild: Peter Böttcher/L'Oréal)

Das Preisgeld in Höhe von 20 000 Euro gliedert sich in Anteile für das persönliche Coaching der Wissenschaftlerin, für familienfreundliche Projekte am INM, sowie für eine Haushaltshilfe zur Unterstützung der jungen Forscherin. Wlodarczyk-Biegun ist eine von drei, in Deutschland forschenden Wissenschaftlerinnen, die dieses Jahr ausgezeichnet werden. Die Preisverleihung findet am 4. Juni im Rahmen der internationalen Konferenz „Global female Leaders“ in Berlin statt.

Die Biomedizintechnikerin Wlodarczyk-Biegun arbeitet seit Mai 2016 am INM. Sie entwickelt dreidimensionale Strukturen für das Zellwachstum, um damit die Eigenschaften solcher natürlichen Gewebe nachzubilden. Im sogenannten 3D-Bioprinting kombiniert die Wissenschaftlerin unterschiedliche Materialien und Zelltypen, um sowohl die komplexe Zell- als auch Gewebestruktur nachzuahmen. Für das 3D-Bioprinting entwickelt die junge Forscherin Biotinten aus Polymeren, deren Eigenschaften sich maßschneidern oder in-situ ändern lassen. Damit lässt sich der dynamische Charakter solcher Mikroumgebungen anpassen.

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Wlodarzcyk-Biegun studierte Biomedizintechnik an der AGH University of Science and Technology in Krakau, Polen. Sie spezialisierte sich auf Biomaterialien. 2011 wurde ihre Abschlussarbeit von der Polish Association of Biomedical Engineering als beste Masterarbeit auf dem Gebiet der Biomedizintechnik ausgezeichnet. Sie promovierte 2016, kurz nach der Geburt ihrer Tochter, an der Wageningen University, Niederlande, im Fachgebiet "Biomaterials and Protein Engineering". Seit 2016 arbeitet die 33-Jährige als Postdoktorandin am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien im Forschungsfeld Biogrenzflächen. Die Wissenschaftlerin wurde 2017 in das Mentoring Programm der Leibniz-Gemeinschaft für Wissenschaftlerinnen aufgenommen.

Hintergrund
Seit 1998 unterstützen die UNESCO und L’Oréal im Rahmen des Programms „For Women in Science“ gemeinsam die Arbeit von herausragenden Wissenschaftlerinnen in aller Welt. Das Programm honoriert junge Wissenschaftlerinnen, die mit ihrer ausgezeichneten Arbeit bereits jetzt zum wissenschaftlichen Fortschritt und zum Nutzen für die Gesellschaft in hervorragender Weise beigesteuert haben. Es lenkt Aufmerksamkeit auf herausragende Frauen in der Wissenschaft, die als Vorbilder für nachfolgende Generationen dienen.

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