Zwei Millionen Euro für die Sarkomforschung

Priya Chudasama erhält Emmy Noether-Förderung der DFG

Priya Chudasama, Wissenschaftlerin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, erhält zwei Millionen Euro aus der Emmy Noether-Förderung der DFG. Mit dem Geld will die Wissenschaftlerin Sarkomerkrankungen besser verstehen und neue Zielstrukturen für die Therapie identifizieren.

Priya Chudasama forscht seit 2014 als Mitarbeiterin der Abteilung "Translationale Medizinische Onkologie" an Sarkomen und erhält jetzt eine Emmy Noether-Förderung. © NCT

Weichgewebesarkome sind seltene Tumoren, die etwa ein Prozent aller Krebsneuerkrankungen im Erwachsenenalter in Deutschland ausmachen. Die Krebserkrankungen umfassen eine große und heterogene Gruppe aggressiver Tumoren mit vielfältigen genetischen und histologischen Merkmalen, unterschiedlichem klinischen Verlauf und sehr wenigen Behandlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass in fortgeschrittenen Stadien die Chemotherapie zwar Symptome lindern und ein Fortschreiten der Krankheit verzögern, aber das Überleben nicht verlängern kann. Daher ist es dringend notwendig, effektivere und gut verträgliche Therapien zu entwickeln.

Die aus Indien stammende Wissenschaftlerin Priya Chudasama forscht seit 2014 als Mitarbeiterin der Abteilung "Translationale Medizinische Onkologie" an Sarkomen. Chudasama und ihr Team wollen jetzt menschliche Gewebeproben von Knochen- und Weichgewebesarkomen molekular analysieren und so die Erkrankung genauer charakterisieren. Dabei hoffen die Forscher Zielstrukturen zu identifizieren, die es ermöglichen Patientengruppen im Rahmen von neuen klinischen Studien zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

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In eigenen Vorarbeiten konnte die Forscherin bereits neue Therapieansätze identifizieren. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit den Enden der Erbgutfäden, den sogenannten Telomeren, die beim natürlichen Alterungsprozess einer Zelle eine Rolle spielen. In Krebszellen werden die Telomere oftmals verlängert, sodass die Zelle nicht altert und fälschlicherweise langfristig teilungsfähig bleibt. Ein weiteres Ziel ist die Charakterisierung von epigenetischen Veränderungen. Diese Modifikationen am Erbgut steuern die Aktivität von Genen und eignen sich daher auch als therapeutische Ansatzpunkte. Darüber hinaus wies Chudasama Zellen des Immunsystems in Tumorproben von Sarkompatienten nach. Um diese körpereigene Immunantwort auf die Tumoren perspektivisch therapeutisch nutzen zu können, soll auch das immunologische Umfeld detailliert untersucht werden.

"Das Forschungsprogramm von Priya Chudasama wird dazu beitragen, die Entstehung von Sarkomerkrankungen besser zu verstehen und Zielstrukturen für neuartige Mechanismen-basierte Therapien zu identifizieren", sagt Stefan Fröhling, kommissarischer geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg. "Die Fördersumme ist für sie und ihr Team eine große Chance und Motivation, neue präzisionsonkologische Ansätze für die Krankheit zu entwickeln."

Die DFG hat das Emmy Noether-Programm 1997 eingeführt, um herausragende Nachwuchswissenschaftler zu fördern. Es ist nach der deutschen Mathematikerin Emmy Noether benannt. Ziel des Emmy Noether-Programms ist es, einerseits herausragende Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland zurückzugewinnen beziehungsweise deren Abwanderung zu vermeiden. Andererseits sollen sie durch die Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe die Möglichkeit erhalten, sich an einer Universität ihrer Wahl in Deutschland rasch zum Hochschullehrer zu qualifizieren. Die DFG-Förderung erfolgt verteilt auf die nächsten sechs Jahre.

Quelle: NCT

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