Produktion von mRNA-Wirkstoffen

Curevac legt Grundstein für hochmodernes Labor- und Forschungsgebäude

Die Curevac AG, die neuartige Medikamente auf Basis des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA) entwickelt und produziert, hat gemeinsam mit ihrem langjährigen Investor Dietmar Hopp, der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, und Oberbürgermeister Boris Palmer den Grundstein für ihr neues Labor- und Forschungsgebäude gelegt.

Grundsteinlegung des Biopharmaunternehmens Curevac mit Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Dietmar Hopp, Ingmar Hoerr, Boris Palmer, Florian von der Mülbe, Simone Dahlmanns und Steven Hargadon (Bild: Curevac)

Das Tübinger Unternehmen wird in dem hochmodernen Gebäude den weltweit ersten Produktionsprozess für mRNA-Wirkstoffe in industriellem Maßstab entwickeln. Damit trägt der Neubau der positiven Entwicklung der Curevac AG Rechnung.
SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, der seit über zehn Jahren Hauptinvestor von Curevac ist, zeigt sich stolz: „Auch für mich ist heute ein großer Tag. Zu sehen, dass sich Curevacs anfangs noch sehr visionäre Idee von mRNA-basierten Medikamenten jetzt in einem großen Gebäude manifestiert, erfüllt mich mit Freude und Zuversicht. Gemeinsam werden wir alles tun, um diese große Vision medizinische Realität werden zu lassen.“

Eines von vier Unternehmen im "Billion Dollar Start-up Club"
„Mit dem Anspruch, die Medizin zu revolutionieren, haben die wegweisenden Arzneimittelentwicklungen von Curevac ein großes Potenzial, Menschen mit bestimmten Schwersterkrankungen Heilungschancen zu eröffnen oder sie gegen diese zu schützen. Curevac ist damit nicht nur das erfolgreichste Biotechnologieunternehmen in Baden-Württemberg geworden, sondern hat es auch als eines von nur vier Unternehmen aus Deutschland in den weltweiten ‘Billion Dollar Start-up Club’ geschafft. Mit dem neuen Labor- und Forschungsgebäude kann nun der weltweit erste Produktionsprozess für mRNA-Wirkstoffe in industriellem Maßstab entwickelt werden. Der Neubau setzt damit einen neuen Meilenstein, der für einen Innovationsgeist steht, dem wir im Land mehr Möglichkeiten verschaffen möchten“, sagte Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

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Dr. Ingmar Hoerr, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Curevac AG, sagt: „Dieser Neubau ist ein wichtiger Meilenstein für Curevac. Unser erstes eigenes Gebäude wird uns in eine neue Dimension der Entwicklung und Produktion unserer Wirkstoffe führen. Bereits 2006 haben wir als weltweit erstes Unternehmen die Zulassung zur pharmazeutischen Produktion von RNA-Wirkstoffen für unsere klinischen Studien in unserer ersten GMP-Anlage erhalten. Wenn der Bau der neuen Anlage 2019 abgeschlossen ist, werden wir zeitnah in der Lage sein, RNA in industriellem Maßstab herstellen zu können. Wir kommen damit unserem großen Ziel, das weltweit erste Medikament auf Basis des Botenmoleküls mRNA auf den Markt zu bringen, einen großen Schritt näher.“

Auf Zukunftsfähigkeit ausgelegt: Infrastruktur und Kollaborationen
Das Gebäude mit einer Nutzfläche von etwa 8 800 qm ist modular konzipiert, so dass der Prozess flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse der Produktentwicklung angepasst werden kann. Curevac hat zudem die Möglichkeit, das Gebäude auf dem Gelände zu erweitern, um dort später die für den zukünftigen Markt erforderlichen Mengen herstellen zu können. Das Bauprojekt ist damit auch langfristig auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ausgelegt. Die Bautätigkeiten begannen im März 2017, die Inbetriebnahme ist für 2019 vorgesehen. Insgesamt werden in dem neuen Gebäude etwa 60 neue Arbeitsplätze entstehen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2000 baut der mRNA-Pionier seine Technologieplattform und die Expertise in der Herstellung von mRNA-Wirkstoffen stetig aus. Bis heute sind die Tübinger weltweit führend in diesem innovativen Bereich, der mittlerweile international als einer der Hotspots in der medizinischen Biotechnologie gilt.

Erst Mitte Oktober gab das Unternehmen den Abschluss einer Kollaboration mit dem US-Pharmaunternehmen Lilly bekannt, in deren Rahmen fünf immunologische Krebstherapeutika entwickelt werden sollen. Lilly stieg zugleich auch als Investor bei Curevac ein. Diese und weitere strategische Partnerschaften gehören zum Zukunftsplan des Unternehmens.

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