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Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe

Melanie Steinbeck,

Deutsche Krebshilfe fördert fünf onkologische Versorgungsnetzwerke für bessere Patientenversorgung

Die Deutsche Krebshilfe fördert fünf regionale Netzwerke zwischen Kliniken und Krebszentren. Ziel ist eine flächendeckend vernetzte, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung von Krebspatienten in Deutschland.

Deutsche Krebshilfe unterstützt Aufbau von regionalen Behandlungsnetzwerken mit zwölf Millionen Euro © Deutsche Krebshilfe/Adobe Stock

Krebspatienten sollen überall Zugang zu modernster Medizin erhalten – unabhängig davon, ob sie in ländlichen Regionen oder in städtischen Ballungsgebieten leben. Dieses Ziel verfolgt ein neues Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe. Fünf nicht-universitäre Kliniken werden dabei mit einem Comprehensive Cancer Center (CCC) als Partner regionale Netzwerk-Konzepte entwickeln und umsetzen.

Bessere onkologische Versorgung in allen Regionen

Mit einem Gesamtbudget von zwölf Millionen Euro werden die Netzwerke fünf Jahre lang gefördert. Modelle, die sich in dieser Zeit bewähren, sollen anschließend auch in anderen Regionen etabliert werden. Langfristig strebt die Deutsche Krebshilfe an, die neuen Strukturen in die Regelversorgung zu überführen.

Herausforderungen in der onkologischen Versorgung

Weite Wege, eine schlechte Vernetzung und fehlende Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Fach- und Hausärzten: In vielen Regionen bestehen weiterhin große Herausforderungen in der onkologischen Versorgung. Besonders in ländlichen Gebieten gibt es oft nur wenige auf Tumorerkrankungen spezialisierte Einrichtungen oder Maximalversorger in erreichbarer Nähe.

Das erschwert für Betroffene den Zugang zu modernster Diagnostik und Therapie. Auch der Informationsaustausch, die zeitnahe Weitergabe von Befunden und eine effiziente Kommunikationsstruktur sind vielerorts nur unzureichend vorhanden. Hinzu kommt der erschwerte Zugang zu Supportiv-, Nachsorge- und psychoonkologischen Angeboten sowie zu Krebs-Selbsthilfestrukturen.

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Probleme der onkologischen Versorgung lösen

„Für Patientinnen und Patienten in den entsprechenden Regionen sind dies große Hindernisse. Hier sind bessere Versorgungsmöglichkeiten, eine starke Vernetzung der Versorger, der Zugang zu klinischen Studien und umfassende supportive Angebote zwingend erforderlich“, so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe.

Um hierfür Lösungen zu entwickeln, hat die Organisation das Förderprogramm „Modelle für eine optimierte, dezentrale onkologische Versorgung“ initiiert. Kern des Programms ist die Vernetzung von nicht-universitären Kliniken mit einem Comprehensive Cancer Center (CCC).

So profitieren Patientinnen und Patienten von lokalen, wohnortnahen Strukturen und gleichzeitig von den hohen Versorgungsstandards eines CCCs. In diesen von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten universitären Spitzenzentren werden jährlich rund 250.000 Krebspatientinnen und -patienten umfassend und qualitätsgesichert nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt.

Sektorenübergreifende Maßnahmen

Die Deutsche Krebshilfe fördert fünf Versorgungsnetzwerke, die jeweils auf spezifische regionale Herausforderungen zugeschnitten sind. Ziel ist es, die onkologische Versorgung durch sektorenübergreifende Ansätze zu verbessern – unter anderem durch:

  • die Entwicklung von Kommunikations- und Kompetenzplattformen, um die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken zu intensivieren,
  • den Aufbau zentraler Koordinationsstellen, an denen alle Informationen von Patienten und Behandlungsteams zusammenlaufen,
  • die Entwicklung schneller digitaler Kommunikationswege,
  • die Etablierung von digitalen Onkolotsen-Portalen und direkten Ansprechpartnern für Patienten,
  • den Aufbau von Studien- und Zweitmeinungsplattformen für Ärztinnen, Ärzte und Patienten,
  • mobile Pflege- und Psychoonkologie-Einheiten („Flying Teams“), die eine umfassende Versorgung schwerstkranker Patienten zuhause ermöglichen,
  • digitale Patientenportale zur Unterstützung von Indikationsstellung und Symptom-Monitoring,
  • lokale Patientenbeiräte, um die Patientenbeteiligung zu stärken.

Die fünf geförderten Netzwerke im Überblick

RegioOnkoNet – Stärkung der regionalen onkologischen Versorgung über optimierte Vernetzung mit Hausärztinnen und Empowerment von Patientinnen (Region Mittlerer Oberrhein, Teile des Enzkreises, Stadt Pforzheim, Teile der Südpfalz); beteiligt u. a. das Städtische Klinikum Karlsruhe und das Tumorzentrum Freiburg – Comprehensive Cancer Center (CCCF).

Oberfranken-Netzwerk – Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung in Oberfranken; beteiligt u. a. das Klinikum Bayreuth und die Comprehensive Cancer Center Allianz Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (CCC WERA), Standort Erlangen.

Onkologisches Netzwerk Alb, Allgäu & Bodensee-Oberschwaben – beteiligt u. a. das Klinikum Kempten und das Comprehensive Cancer Center Ulm.

OnkoNetzOberland – Versorgung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und angrenzenden Regionen des Bayerischen Oberlands; beteiligt u. a. das Klinikum Garmisch-Partenkirchen und das Comprehensive Cancer Center München.

KONKRET – Thüringer Konsortium – Verbesserung der Versorgung im ländlichen Raum; beteiligt u. a. das Waldklinikum Gera und das Mitteldeutsche Krebszentrum (Cancer Center Central Germany – CCCG), Standort Jena.

„Bei der Auswahl der Projekte war es uns wichtig, ob und wie sich diese Konzepte auch auf andere Regionen übertragen lassen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die in diesem Programm entwickelten Modelle das Potenzial haben, die Versorgung auch bundesweit flächendeckend zu verbessern“, erläutert Gerd Nettekoven.

„Unser Förderprogramm zielt vor allem darauf ab, in den entsprechenden Regionen die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten weiter zu verbessern. Nach erfolgreicher Umsetzung und Evaluierung der Modelle muss die Regelfinanzierung der Strukturen durch die Kostenträger des Gesundheitswesens das weitere Ziel sein.“

Quelle: Deutsche Krebshilfe

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