Steigende Investitionen, wachsende Märkte

Mikrotechnikbranche

Die europäische Mikrotechnikbranche hat zuletzt wieder mehr investiert. Laut Datenerhebung, die der IVAM Fachverband für Mikrotechnik im Februar 2015 durchgeführt hat, hat 2014 knapp ein Drittel der Unternehmen mehr investiert als im Vorjahr. Damit zeigte sich die Branche investitionsfreudiger als in vorausgegangenen Jahren und offenbar auch als der Durchschnitt der europäischen Wirtschaft.

Entwicklung der Investitionen der europäischen Mikrotechnikbranche.

In ihrer jüngsten Ausgabe des European Economic Forecast berichtet die Europäische Kommission, dass Investitionen aufgrund des anhaltend schlechten Investitionsklimas auch 2014 auf einen niedrigen Niveau geblieben sind. Einen spürbaren Anstieg erwartet die Kommission erst ab 2016. Dazu beitragen sollen ihr eigener Investitionsplan und die von der der Europäischen Zentralbank in Kraft gesetzte quantitative Lockerung zur Senkung der Realzinsen. Die Mikrotechnikunternehmen wollen bereits 2015 noch einmal mehr Mittel für Technologieentwicklung und Unternehmenswachstum in die Hand nehmen: 35,8 % der Unternehmen möchten dann mehr investieren als im Vorjahr.

Gesundheitsmarkt boomt
Der Medizintechnik- und Gesundheitsmarkt gewinnt für die Mikrotechnikbranche immer weiter an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen beliefert diesen Mark. Für knapp ein Viertel (24,4 %) ist es der wichtigste Zielmarkt.

Die Automobilindustrie hat kürzlich weltweit einen Wachstumsschub erfahren. Auch für die Mikrotechnikbranche ist dieser Markt in den vergangenen zwei Jahren wieder wichtiger geworden. Automobiltechnik ist derzeit für 11,1 % der Unternehmen der Hauptzielmarkt – 2013 traf das nur auf knapp 4 % der Unternehmen zu. Der Wunsch nach Fahrerassistenzsystemen, die zunehmende Vernetzung des Fahrzeugs mit Unterhaltungs- und Informationsdiensten sowie die voranschreitende Entwicklung alternativer Antriebskonzepte wie Elektro- oder Wasserstoffmotoren haben der Automobilindustrie als Zuliefermarkt zuletzt wieder Auftrieb gegeben.

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Wachsende Märkte in Osteuropa und China
Märkte in China und Osteuropa haben für die Mikrotechnikbranche Europas seit 2013 nachdrücklich an Bedeutung gewonnen. Das Russlandgeschäft hat trotz der Wirtschaftssanktionen nicht nachgelassen. Dort ist heute ein höherer Anteil Unternehmen aktiv als noch vor zwei Jahren.

Schwellenländer wie Indien und Brasilien haben sich als Märkte nicht so schnell entwickelt wie erwartet. In Brasilien ist der Anteil der dort aktiven Unternehmen seit 2013 stabil geblieben. Dort wollen aber zusätzliche 22 % der Mikrotechnikunternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre aktiv werden. Brasilien würde damit zum mittelfristig am stärksten wachsenden Überseemarkt für die europäische Mikrotechnikbranche.

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