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Artikel und Hintergründe zum Thema

Qualitätskontrolle

Kontaminationen bei der Probenahme verhindern

Grundvoraussetzung für ein einwandfreies Analyseergebnis ist die fachgerechte und sorgfältige Probenahme mit dem geeigneten Equipment und der passenden Methode. Die entnommene Probe muss repräsentativ sein, das heißt: Ihre Zusammensetzung darf nicht verfälscht sein, z. B. durch eingebrachte Verunreinigungen aufgrund eingeschleppter Fremdstoffe oder Kreuzkontamination. Sie muss die Zusammensetzung der Gesamtmenge exakt widerspiegeln. Nur mit repräsentativen und authentischen Proben erzielt man zuverlässige Analysen, um die Produktqualität prüfen zu können.
Bild 1: Probenahme mit dem Einweg-Probenehmer „ViscoDispo“ für hochviskose Medien. © Bürkle

Ist die entnommene Probe verfälscht, kann das weitreichende Folgen haben. So kann das Analyseergebnis, was repräsentativ für die Gesamtmenge angenommen wird, dazu führen, dass das eigentlich einwandfreie Material oder Produkt als bedenklich eingestuft und von der weiteren Verarbeitung ausgeschlossen oder gesperrt wird. Dies kann Produktionsverzögerungen und Lieferschwierigkeiten nach sich ziehen.

Vorgaben und Regularien

In Laboren und industriellen Produktionsstätten wird daher die Analyse von Proben unter strengen Vorgaben durchgeführt. Dies ist besonders sensibel im Lebensmittelbereich und in der Pharmaindustrie, wo selbst geringste Verunreinigungen die Sicherheit oder Wirksamkeit eines Produkts beeinträchtigen können. Hier setzen strenge gesetzliche Vorschriften, Auflagen durch Validierungen und Audits hohe Standards, zum Beispiel durch die FDA- und GMP-Richtlinien.

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Proben nehmen mit Einweg-Hilfsmitteln

Das Equipment zur Probenahme kann eine Quelle von Verunreinigungen sein. Daher sollte hier ein besonderes Augenmerk auf die Sauberkeit gelegt werden. So können mit Einweg-Probenehmern aus Kunststoff Kontaminationen vermieden werden, und es entfallen aufwändige, zu validierende Reinigungsprozesse wie bei Verwendung von Mehrweg-Probenehmern. Die benutzten Einweg-Probenehmer werden nach Gebrauch einfach entsorgt. Sie werden unter kontrollierten Bedingungen im Reinraum produziert, montiert und einzeln verpackt sowie optional sterilisiert. Einige Bereiche schließen den Einsatz von Mehrweg-Probenehmern sogar komplett aus, wenn sich die durchgehende Partikelfreiheit und Sterilität der Probenehmer nicht sicherstellen lässt, zum Beispiel bei stark haftenden oder giftigen Substanzen.

Nach der jeweiligen Anwendung richten

Für die vielen unterschiedlichen Anforderungen bietet der Fachhandel geeignete Probenehmer an. Die Auswahl richtet sich nach Art und Konsistenz des zu beprobenden Mediums, nach dem Behälter, in dem sich das Medium befindet, und der Technik, mit der die Probe entnommen werden soll. Benötigt man beispielsweise eine Probe von einem kleinkörnigen Granulat oder einem fließfähigen Pulver, kann die Probe mit einer Probenschaufel, einem Probenspatel oder -löffel entnommen werden. Oder die Probe wird mit einem Allschichtsammler gezogen – je nachdem, ob nur eine Schicht oder mehrere Schichten des Mediums beprobt werden sollen. Auch für die Beprobung von Flüssigkeiten und viskosen Substanzen gibt es die Einweg-Probenehmer aus Kunststoff in unterschiedlichen Ausführungen.

Probenahme von Schüttgut

Bild 2: Eine Einweg-Probenschaufel mit Deckel kann auch genutzt werden, um die Probe bis zur Weiterverarbeitung oder Analyse geschützt und sicher aufzubewahren. © Bürkle

Bei Pulvern und Granulaten mit gleichmäßigen Partikeln genügt oft die Beprobung einer einzelnen Schicht mit einer Einweg-Probenschaufel. Mit dieser lässt sich die Probe schnell und einfach von der Oberfläche oder unmittelbar darunter entnehmen. Z. B. wurde eine ergonomisch geformte Einweg-Probenschaufel bei Bürkle speziell für die Qualitätskontrolle entwickelt (s. Bild 2). Der passende Deckel ermöglicht es, die Probe nach der Entnahme direkt in der Schaufel zu belassen und aufzubewahren, bis sie für die weitere Materialanalyse benötigt wird. Das Umfüllen in einen Probenbehälter ist somit nicht nötig, und das entnommene Medium kann mit der Umgebung nicht in Kontakt kommen. Zudem lässt sich die Schaufel aufgrund der speziellen Griff-Konstruktion und der leicht angewinkelten Vorderkante waagerecht ablegen – die Probe rieselt so nicht heraus und steht für die folgenden Arbeitsschritte sicher bereit.

Soll eine Allschichtprobe von Schüttgut entnommen werden, so besteht die Möglichkeit, mit einem einzigen Probenzug eine repräsentative Allschichtprobe aus drei unterschiedlichen Schichten zu sammeln: Der Einweg-Probenehmer "ZoneDispo" wird direkt in den Sack oder Big Bag gestochen und das Medium rieselt durch die Öffnungen in das Innenrohr. Nach der Entnahme lassen sich die Öffnungen durch Drehen des Handgriffs schließen und die gesammelte Probe kann im geschlossenen Probenehmer sicher aufbewahrt und transportiert werden.

Probenahme von Flüssigkeiten und viskosen Medien

Bei der Beprobung von Flüssigkeiten droht Gefahr durch Verspritzen, Auslaufen oder Verschütten des Mediums. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Probenehmern, die eine längliche Form haben und Pipetten oder Spritzen ähnlich sind. Auch einzelne oder mehrere Schichten eines flüssigen Mediums lassen sich mit einem passenden Probenehmer sicher und zuverlässig beproben. In einer langen, schmalen Form können damit auch aus Gebinden mit engen Öffnungen oder niedrigem Füllstand Proben entnommen werden. Für hochviskose Medien gibt es spezielle Probenehmer (s. Bild 1). Sein ergonomisch geformter Griff und die sehr stabile Zugstange erleichtern das Ansaugen auch von zähflüssigen Substanzen. Aber auch Schöpfer, Kellen oder Löffel können geeignete Werkzeuge sein, um reine Proben von Flüssigkeiten und viskosen Medien zu entnehmen.

Lebensmittelanalysen

Bild 3: Die sterile Pinzette ist detektierbar für die Anwendung im Lebensmittelbereich. © Bürkle

Speziell für den Einsatz im Lebensmittelbereich gibt es farbige Einweg-Probenehmer. Während des gesamten Herstellungsverfahrens besteht die Gefahr, dass Fremdkörper in die Produktion geraten, das könnte auch beim Prozess der Probenahme passieren. Mögliche Fremdkörper müssen zuverlässig gefunden werden. Sollte ein Probenehmer z. B. aus blauem Kunststoff (s. Bild 3), oder Teile davon, versehentlich in die Produktion gelangen, kann das aufgrund der auffälligen Farbe bei der visuellen Kontrolle oder per Farbscanner erkannt werden. Dieses Vorgehen kann im Rahmen des HACCP/IFS/BRC-Fremdkörpermanagements genutzt werden. Auch für das Aufspüren per Metalldetektor oder Röntgenstrahlen gibt es eine Lösung: Kleine Metallpartikel im Kunststoff von detektierbaren Probenehmern machen das Aufspüren mittels Metalldetektor oder Röntgenstrahlen möglich.

Nachhaltigkeit

Manch hohe Anforderungen bei der Probenahme sind oft nur mit Einwegprodukten zu realisieren. Für ökologisch nachhaltiges Handeln und möglichst geringe Umweltbelastung ist es sinnvoll, ein Augenmerk auf das Material von Einweg-Equipment zu legen. So gibt es zahlreiche Einwegprodukte auch aus Bio-Kunststoff. Z. B. werden die Produktlinien "LaboPlast® Bio" und "SteriPlast® Bio" aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Verpackung und Transport

Soll die entnommene Probe verpackt, transportiert oder aufbewahrt werden, ist auch hier mit größter Sorgfalt vorzugehen. Es ist darauf zu achten, dass es zu keiner Verunreinigung kommt und die "Authentizität" der Probe weiterhin bestehen bleibt.

Fazit

Um die Anforderungen der Qualitätssicherung zu erfüllen, ist eine Qualitätskontrolle von Rohstoffen und Produkten erforderlich. Hier ist eine korrekte, saubere Probenahme essenziell, um ein – bezogen auf die Zusammensetzung der Gesamtmenge des beprobten Stoffes – unverfälschtes Analyseergebnis zu erhalten. Der Einsatz von sauberen und ggf. auch sterilen Einwegprodukten macht es möglich, repräsentative Proben durch den gesamten Prozess der Probenahme – von der Entnahme über den Transport bis zur Probenvorbereitung – zu erhalten.

AUTORIN
Karin Jeroma

Bürkle GmbH, Bad Bellingen
Tel. 07635/6121-0
[email protected]
www.buerkle.de

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