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Spatel, Messer und Pinzetten

Barbara Schick,

Laborbesteck aus Metall und Kunststoff

Für präzises Arbeiten im Labor ist es wichtig, geeignete und ggf. spezielle Werkzeuge zu verwenden wie Spatel, Pinzetten, Messer und anderes Laborbesteck. Der Artikel aus dem Hause Reichelt Chemietechnik gibt einen Überblick über Arten und Formen verschiedener Hilfsmittel für das Schneiden, Portionieren und Vorbereiten im Laboralltag.

Messer und Skalpelle als Schneidwerkzeuge im Labor

Labormesser und Skalpelle werden in verschiedenen Ausführungen angeboten, etwa vollkommen aus Metall bzw. Edelstahl oder mit Kunststoffgriff und Metallklinge.

• Labormesser mit Kunststoff- oder Metallgehäusen und auswechselbaren Metallklingen, die man auch als Cuttermesser kennt, sind Schneidwerkzeuge für den Routinebetrieb, mit denen im Labor, Heimwerker- und Bastelbereich grobe, schnelle Schnitte ausgeführt werden können. So lassen sich weiche Kunststoffe und Elastomere wie Vollgummi, Moosgummi oder Zellkautschuk sowie Papier- und Kartonmaterialien problemlos schneiden.

Skalpelle mit auswechselbarer Klinge. © Reichelt Chemietechnik

• Zur Ausführung filigranerer Schnitte werden Präzisionsmesser verwendet. Mikro-Präzisionsmesser, Super-Präzisionsmesser und ähnliche Messertypen weisen scharfe Klingen mit spitzer, gerader oder abgerundeter Form auf, die in einen Griff aus Kunststoff oder Metall – vorrangig Edelstahl und Aluminium – eingesetzt werden. Um ein Abrutschen während des Schneidens zu vermeiden, hat der Schaft häufig eine Riffelung. Ebenfalls der Sicherheit dient eine entsprechende Schutzkappe, die Verletzungen durch offene Klingen verhindern soll.

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• Skalpelle werden für feine Gewebeschnitte in Chirurgie und Histologie oder zur Probenvorbereitung im biologischen Labor eingesetzt werden. Sie zählen aber ebenfalls zu den Schneidwerkzeugen fürs Labor. Ihr Griff ist entweder aus geschmiedetem und verchromtem Stahl oder aus schlagfestem Polystyrol (PS) gefertigt. Die zugehörigen Edelstahlklingen sind oft austauschbar. Sie bleiben lange scharf und sind leicht zu reinigen bzw. zu sterilisieren. Sicherheitsskalpelle haben zusätzlich eine Schutzhülle mit Verriegelungsmechanismus: Erst nach Entriegeln kann die Klinge aus der Schutzhülle geschoben werden, was das Verletzungsrisiko reduziert.

Bei zahlreichen Messerausführungen sind die Klingen in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, um unterschiedlichen Schneidanforderungen gerecht zu werden. Allgemein gilt, dass Messer und Skalpelle stets mit größter Sorgfalt gehandhabt werden sollten, um Verletzungen zu vermeiden.

Es ist wichtig, immer eine vom Körper weg gerichtete Schneidbewegung auszuführen und die Klingen nach Gebrauch sicher zu entsorgen, idealerweise in speziellen Behältern für gebrauchte Klingen. Bis zur Entsorgung ist eine regelmäßige Reinigung und je nach Einsatzbereich auch eine Sterilisation erforderlich, um Kontaminationen zu vermeiden und die Klingen in optimalem Zustand zu halten. Dies kann durch Autoklavieren oder die Verwendung geeigneter chemischer Desinfektionsmittel erfolgen.

Spatel

Nicht nur in Laboren der Chemie, Biologie und der Materialwissenschaften sind Spatel vielseitige Werkzeuge, die – ähnlich wie Laborlöffel und Laborschaufeln – zum Portionieren von Feststoffen, Pulvern und Pasten verwendet werden. Solches Laborbesteck eignet sie sich gut zum Mischen und Verteilen von Chemikalien oder zum Abkratzen von getrockneten Rückständen aus Behältern. Um den unterschiedlichen Anforderungen und Anwendungen gerecht zu werden, werden sie in verschiedenen Formen, Größen und Materialien gefertigt.

• Doppelspatel haben als Flachspatel beidseitig flache Endstücke, wobei die Ecken der Enden auch abgerundet sein können.

• Löffelspatel oder Mikrolöffel sind einseitig mit einem flachen Endstück ausgestattet, meist rechteckig oder oval, und auf der anderen Seite mit einem kleinen, löffelartigen Kopf. Sie eignen sich besonders für das Übertragen kleiner Proben von Pulver oder Granulat.

• Sog. Probenspatel sind eine Art spitze Schaufeln mit V-Profil. Sie dienen der kontaminationsfreien Entnahme von Pulver- oder Granulatproben aus Beuteln oder Säcken.

Metallspatel mit PTFE-Überzug. © Reichelt Chemietechnik

Üblicherweise werden Spatel aus Edelstahl gefertigt. Diese sind robust, langlebig und lassen sich leicht reinigen. Spatel mit Beschichtung aus Polytetrafluorethylen (PTFE) oder anderen nicht haftenden Oberflächen sind besonders nützlich, um das Anhaften von Substanzen zu verhindern. Beispielsweise haben die Klingen von Vibrierspateln einen solchen PTFE-Überzug. Die Vibration des Spatels ermöglicht eine präzise Dosierung beim Einwiegen von Substanzen, ausgelöst wird sie durch Betätigung eines Zahnrädchens an der Spatelseite.

Kunststoffspatel, etwa aus Polystyrol (PS) eignen sich für viele Anwendungen und insbesondere solche, bei denen Metallspatel ungeeignet sind, wie bei Arbeiten mit aggressiven Säuren oder Basen.

Pinzetten

Das Wort „Pinzette“ hat seinen Ursprung im Französischen und bedeutet auf Deutsch etwa „kleine Zange“. Diese Instrumente dienen dazu, kleine Objekte zu greifen und sicher festzuhalten. Pinzetten für den Laborbedarf werden in vielen verschiedenen Variationen hergestellt: gängige Werkstoffe sind Metall wie Edelstahl oder nickelplattierter Schmiedestahl und Kunststoffe wie Hart-Polyethylen (HDPE), Polypropylen (PP) oder Polyoxymethylen (POM). Auch PTFE-Pinzetten, die durch das das chemisch nahezu universell inerte Material Polytetrafluorethylen hervorstechen, sind erhältlich.

Pinzettenformen

Spitzpinzetten weisen spitze, Flachpinzetten wiederum rechteckige Enden auf, deren Ecken oft abgerundet sind. Diese breiten Enden sind meist stumpf und glatt, um Beschädigungen der Oberfläche des zu greifenden Objektes zu vermeiden. Dadurch können flache Gegenstände, wie etwa Deckgläser in der Mikroskopie, sicher bewegt werden. Die Pinzettenspitzen können gerade, abgewinkelt oder gebogen sein, oftmals haben sie eine geriffelte Innenseite, wodurch sich glatte Objekte leichter greifen lassen.

Spezielle Ausführungen dieser Greifwerkzeuge stellen Schneid- und Kreuzpinzetten dar, die häufig im Elektroniklabor zum Einsatz kommen. Schneidpinzetten haben breite, abgewinkelte Enden, deren Kanten geschliffen und gehärtet sind, um feine Drähte aus Gold, Silber, Kupfer oder Aluminium zu schneiden. Kreuzpinzetten, auch Klemmpinzetten genannt, sind im Gegensatz zu „normalen“ Pinzetten im Ruhezustand geschlossen, ihre Spitzen öffnen sich erst durch leichten Druck. Dies ermöglicht ein stabiles Halten kleiner Objekte ohne kontinuierliche Anstrengung der Hand. Sie sind daher besonders für präzise Arbeitsvorgänge nützlich, wenn über längere Zeit eine konstante Klemmkraft erforderlich ist, da sie die Belastung der Handmuskulatur reduzieren. Auch diese Art von Pinzetten gibt es sowohl aus Kunststoff als auch aus Metall.

Laborwerkzeuge wie Messer, Pinzetten, Spatel, Löffel und Schaufeln sind wichtige Hilfsmittel in chemischen, biologischen und elektronischen Laboratorien oder Apotheken. Solche Laborbestecke bietet Reichelt Chemietechnik in unterschiedlichsten Ausführungen.

Quelle: Reichelt Chemietechnik

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