Tagungsbericht

24. ChromForum

Steinfurter Chromatographie-Symposium 2007
Prof. Janßen (links) und Dipl.-Ing. Reinhard Richter von VWR bei einer Vorbesprechung zum 25. ChromForum.
„Interdisziplinäre Forschung ist ausgesprochen wichtig für das Profil der Hochschule“, betonte Prof. Dr. Werner Funcke. In seinem Grußwort zum 24. ChromForum des Fachbereichs Chemieingenieurwesen der FH Münster in Zusammenarbeit mit der Firma VWR International Darmstadt stellte der Prorektor für Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer der Fachhochschule Münster den besonderen Stellenwert der interdisziplinären Forschung an der Hochschule heraus, die die Grundlage für den Erfolg bei der Akquisition von sogenannten Drittmitteln sei – im letzten Jahr ca. 11 Mio. Euro, dem höchsten einer FH in der Bundesrepublik, wofür man im Mai dieses Jahres einen Preis des Deutschen Stifterverbandes bekommen habe. Und in diesem Zusammenhang lobte er besonders die Leistungsfähigkeit des Fachbereichs Chemieingenieurwesen.

Ferner bedankte er sich bei Prof. Dr. Anton Janßen vom Fachbereich Chemieingenieurwesen, der trotz seines Ruhestandes noch immer für hochaktuelle Themen im Programm sorge. Und der Dekan des Fachbereiches, Prof. Dr. Norbert Ebeling machte noch einmal die Bedeutung der Zusammenarbeit des Fachbereichs mit der Industrie deutlich, nur so könne man die Studierenden praxisgerecht ausbilden. Zudem wies er darauf hin, dass der Fachbereich, der seit vielen Jahren Analytiker ausbilde, in den letzten Jahren einen Generationenwechsel erlebt habe. Herr Kollege Janßen, der sich nach wie vor in der Analytik engagiert, ist von den jungen Kollegen Kreyenschmidt und Schlitter abgelöst worden, so Ebeling.

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Fast 100 Wissenschaftler und vor allem Praktiker waren der Einladung zu diesem 24. ChromForum gefolgt, z.T. nur zu den Vorträgen am ersten Tag, z.T. nur zum Workshop am zweiten. Die Schwerpunkte der Referate lag zum einen im Bereich der Biochemie und Bioanalytik. So stellte Peter Schneider vom Laborbereich für Instrumentelle Analytik des Fachbereiches Chemieingenieurwesen der FH Münster verschiedene Verfahren zur Phytoextraktion vor und bewertete sie mittels HPLC der verschiedenen Extrakte und Zwischenstufen. Daniel Ziehe vom Forschungszentrum Terramare in Wilhelmshaven machte deutlich, dass die Bestimmung des D/L-Verhältnisses verschiedener Aminosäuren in den Resten abgestorbener Wattorganismen geeignet ist, das Alter von Wattsedimenten zu bestimmen. Und Martin Graeve vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung stellte ungewöhnliche Lipidzusammensetzungen, mittels HPLC ermittelt, im polaren marinen Zooplankton vor. Gerade die Organismen des polaren Planktons sind nämlich besonders fettreich und bilden somit ein interessantes Untersuchungsobjekt.
Mehr technischer Natur waren die Ausführungen von Roland Haseneder vom Lehrstuhl für Thermische und Umweltverfahrenstechnik der TU-Bergakademie Freiberg über Anwendungsmöglichkeiten, Vor- und Nachteile von überkritischen Fluiden zur Stofftrennung. Viele mehr praktische Hinweise und Anregungen gab es von Ines Hädrich von der Firma Merck, KGaA, Darmstadt bei der Vorstellung neuester Erkenntnisse bezüglich des Zusammenwirkens von Probenmatrix und Säulenmaterial bei der HPLC-MS-Kopplung. Und ebenso bei der Vorstellung verschiedener Ansätze zur Charakterisierung der Selektivität von stationären Phasen, wobei deutlich wurde, dass RP18 nicht gleich RP18 ist und dass es sich oft lohnt, nicht nur aufwendig softwareunterstützt die mobile Phase zu optimieren, sondern auch für das jeweilige Analysenproblem die selektivste Säule auszuwählen. Zudem machte Bernd Jastorff vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie der Universität Bremen eindrucksvoll deutlich, wie wichtig bei allen Entwicklungen von und mit Chemikalien ein nachhaltiges Produktdesign ist. Dabei sei nicht nur eine Risikobewertung der Wirkung der einzelnen Chemikalien in der Umwelt unverzichtbar, sondern es müsse auch noch berücksichtigt werden, dass Chemikalien in der Biosphäre verändert und/oder akkumuliert werden. Im Raum stehen blieb seine Frage, wird dies bei der Methoden-Entwicklung in der HPLC immer berücksichtigt? Schließlich stellte Wolfgang Volmer von VWR International GmbH Darmstadt das neueste LaChrom® Ultra System von VWR-Hitachi vor – höchste Auflösung in kürzester Analysenzeit.

An die Vortragsveranstaltung schloss sich am zweiten Tag ein Workshop an, bei dem die Teilnehmer/-innen gute praktische Erfahrungen für die Wartung und Pflege von Chromatographie-Systemen sammeln und üben konnten. Gerade dieser Teil des Steinfurter Chromatographie-Symposiums stößt immer ein ganz besonderes Interesse, so dass auch in diesem Jahr wieder nicht alle teilnehmen konnten.

Durch das Programm führten die Professoren Anton Janßen und Martin Kreyenschmidt vom Fachbereich Chemieingenieurwesen und sie luden zum Schluss zum 25. ChromForum ein, das am 10./11. September 2008 wieder in Steinfurt stattfinden wird.
Prof. i. R. Dr. Anton Janßen, Fachbereich Chemieingenieurwesen der FH Münster, Stegerwaldstraße 39, 48565 Steinfurt.

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