IVD-Branche steht vor einem schwierigen Jahr

VDGH-Mitgliederbefragung

Die Erwartungen der Diagnostika-Industrie an das wirtschaftliche Wachstum 2013 sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gedämpft: Zu diesem Ergebnis kam die Branchen-Umfrage des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH). Der deutsche Diagnostika-Markt schrumpft 2012 voraussichtlich um 1,5 % auf insgesamt 2,19 Mrd. Euro. Dabei zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Während die klassische Labordiagnostik um 2,9 % wächst, beläuft sich der Rückgang bei den sogenannten Schnelltests auf fast 8 %. Hier zeigt die Budgetierung der Ärzte bei der Verordnung von Teststreifen ihre Wirkung. Das Marktsegment befindet sich weiter im Abwärtstrend.

Gut 10 % der befragten Firmen erwaten eine Verschlechterung. 54,2 % der Unternehmen gehen von einer stagnierenden Situation aus. Ein gutes Drittel rechnet damit, dass sich die wirtschaftliche Situation verbessern wird. "Dies sieht auf ersten Blick noch recht optimistisch aus", sagte Dr. Karl-Heinz Büscher von Siemens Healthcare Diagnostics und Vorstandsmitglied des VDGH. "Vergleicht man jedoch die Angaben mit den Ergebnissen der Vorjahresumfrage, so zeigt sich: Die Erwartungen sind gegenüber dem Vorjahr spürbar gedämpft." Damals prognostizierten noch mehr als 56 % der Unternehmen eine Verbesserung der eigenen Situation, aktuell sind es 21 % weniger. Der Anteil derjenigen, die eine stagnierende wirtschaftliche Entwicklung erwarten, hat sich gegenüber dem Vorjahr um fast 22 % erhöht. "Insgesamt sehen wir eine Stimmungslage, die pessimistischer ist als im letzten Jahr", so Büscher.

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Zwar sehen in der Personalisierten Medizin laut Befragung mehr als die Hälfte der Unternehmen weiterhin eine Zukunft, gleichwohl dürften aber die Umsatzpotenziale für die IVD-Industrie insgesamt überschaubar bleiben. Die Vergütung von Laborleistungen nach dem EBM wurde in den ersten beiden Quartalen 2013 flächendeckend um mehr als 10 % abgesenkt. Auch ist die Aufnahme von neuen Labortests in den EBM nahezu zum Stillstand gekommen. Zudem lässt die Umsetzung der Erprobungsregelung nach § 137 e SGB V auf sich warten. Außerdem wirkt sich die neue europäische IVD-Verordnung belastend aus, denn nach 15 Jahren wird das europäische Medizinprodukterecht umfassend verändert und verschärft. "Allein der flächendeckende Schwenk, In-vitro-Diagnostika künftig in höhere Risikokategorien einzustufen, wird für die Industrie Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe mit sich ziehen", sagte VDGH- Geschäftsführer Walger.

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