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Artikel und Hintergründe zum Thema

Preis für Zellbiologie und Mikroskopie

Barbara Schick,

Carl Zeiss Lecture 2023 geht an Jochen Guck

Die Deutsche Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) und Zeiss ehren Professor Dr. Jochen Guck mit der Carl Zeiss Lecture 2023. Diese Auszeichnung würdigt international herausragende Leistungen in der Zellbiologie sowie Mikroskopiemethoden, die für die Erforschung zellbiologischer Fragestellungen richtungsweisend sind.

Prof. Dr. Jochen Guck, Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Professor für Biologische Optomechanik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. © Max Kurse, MPL

Professor Jochen Guck, Direktor des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, Leiter der Abteilung Biologische Optomechanik Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Sprecher des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen, erhält die besondere Ehrung der Zellbiologie für seinen Forschungsansatz an der Schnittstelle von Physik und Medizin. Mit der Entwicklung neuer Mikroskopie- und Messtechniken wie der Real-time Deformability Cytometry (RT-DC) oder der neuartigen Anwendung der Brillouin-Mikroskopie vertieft er das fundamentale Verständnis zellmechanischer Prozesse bei unerforschten Krankheitsbildern, um diese in diagnostische und therapeutische Anwendung zu überführen.

Die Abteilung von Jochen Guck erforscht physikalische Eigenschaften von Zellen. Wie ist es ihnen möglich, sich in ihrer physikalischen 3D-Umgebung zu bewegen und dadurch ihre biologischen Funktionen zu erfüllen? Und welche physikalischen Veränderungen weisen krankhaft veränderte Zellen im Vergleich zu gesunden auf. Um diese Fragen zu beantworten, nutzt Professor Guck mit seinem Team eigens entwickelte photonische und biophysikalische Werkzeuge, mit denen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen insbesondere die mechanischen und optischen Eigenschaften von lebenden Zellen und Geweben aufklären. So sind die Forschenden beispielsweise in der Lage, eine individuelle mechanische Charakterisierung von einer großen Anzahl von Zellen einer biologischen Probe binnen Sekunden vorzunehmen. Mit spezifischen biophysikalischen Mess- und Mikroskopietechniken können die biomechanischen Eigenschaften gesunder Zellen detektiert und von denen krankhaft veränderter Zellen unterschieden werden. Ziel der Forschungsarbeiten ist der Transfer in die medizinische Anwendung durch die verbesserte Diagnose von Krankheiten und die Entwicklung neuer therapeutischen Ansätze in der regenerativen Medizin.

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Zur Person
Jochen Guck hat Physik in Würzburg studiert und an der University of Texas in Austin, USA promoviert. 2002 kam er als wissenschaftlicher Assistent ans Institut für Physik der weichen Materie der Universität Leipzig. 2007 wechselte er als Lecturer an das Cavendish Laboratory der University of Cambridge, wo er später Reader wurde. 2012 erhielt Guck die Alexander von Humboldt Professur für zelluläre Maschinen am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden und war dort leitender Direktor. Seit dem 1. Oktober 2018 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts sowie Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Seit August 2020 hat er die Professur für Biologische Optomechanik an der FAU Erlangen-Nürnberg inne. Für seine Arbeit wurde Guck unter anderem mit dem Young Scientists Award in Biomedical Photonics des DKFZ Heidelberg, dem Cozzarelli Award der National Academy of Sciences (USA) und der Paterson-Medaille des Institute of Physics (GB) ausgezeichnet.

Vorlesung und Preisvergabe werden virtuell erfolgen: Am 29. November 2023 – gemeinsam mit der Vorstellung weiterer Preisträgerinnen und Preisträger der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie – im Rahmen eines öffentlichen Webinars am 29. November 2023 von 12.30-16.00 Uhr stattfinden (Zoom-Meeting-ID: 859 1573 3336; Passcode: awards23).

Carl Zeiss Lecture
Die Carl Zeiss Lecture wurde 1990 von Zeiss gestiftet, um die DGZ dabei zu unterstützen, international anerkannte Wissenschaftler zu ihren Jahrestagungen einzuladen. 1993 vereinbarten Zeiss und die DGZ gemeinsam, die Carl Zeiss Lecture in einen Preis umzuwandeln. Zukünftig wird der Preis alle zwei Jahre in Präsenz verliehen – das nächste Mal 2025 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der DGZ.

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch einen Ausschuss, dem der Präsident der DGZ, der Tagungspräsident, ein Mitglied des Beirates sowie ein Vertreter von Zeiss angehören. Vorschläge zur Carl Zeiss Lecture können alle Mitglieder der DGZ einreichen.

Quellen: Carl Zeiss Microscopy Deutschland;
Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

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