Erforschung der Immunabwehr

Wie spielen angeborenes und erworbenes Immunsystem zusammen?

Wenn es den Zellen der angeborenen Immunabwehr nicht gelingt, Krankheitserreger zu vernichten, treten die Zellen der spezifischen, also erworbenen Immunabwehr, auf den Plan. Doch wie genau funktioniert das Zusammenspiel von angeborenem und erworbenem Immunsystem?

Dr. Georg Gasteiger leitet die neu gegründete Nachwuchsforschergruppe am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz. (Bild: privat)

Dieser zentralen Frage geht eine neu gegründete Nachwuchsforschergruppe am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz unter Leitung von Dr. Georg Gasteiger nach. Sie wird durch das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten 5 Jahren mit rund 1,5 Mio. Euro gefördert.

Ziel des Förderprogramms ist es, einerseits herausragende Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland zurückzugewinnen. Andererseits sollen sie durch Leitung einer eigenen Arbeitsgruppe an einer Universität ihrer Wahl die Möglichkeit erhalten, sich in Deutschland rasch zum Hochschullehrer zu qualifizieren. Dr. Georg Gasteiger kehrt nach einem vierjährigen Forschungsaufenthalt am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center und dem Howard Hughes Medical Institute in New York nach Deutschland zurück.

Kernthema der Nachwuchsforschergruppe des 38-jährigen Mediziners ist die Regulation und Funktion von erst kürzlich entdeckten Zellen des Immunsystems, sogenannten „innate lymphoid cells“ (ILCs). ILCs fungieren als wichtige Abwehrzellen vor allem an den inneren und äußeren Körperoberflächen, sind darüber hinaus aber wichtig für die physiologische Funktion von Organen und für Umbauvorgänge des Gewebes. Die Aktivität dieser Zellen muss streng reguliert werden, weil sie sonst unter anderem Gewebeschäden, Entzündungen, Organfibrosen und Tumore begünstigen können. Noch weitgehend unbekannt ist, ob und in welcher Form das erworbene Immunsystem Einfluss auf die Aktivierung und den balancierten Funktionszustand von ILCs nimmt.

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„Mit seiner Expertise kann Dr. Gasteiger die Arbeit des Forschungszentrums für Immuntherapie entscheidend voranbringen“, unterstreicht der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Andreas Diefenbach, und fügt hinzu: „Erst kürzlich gelang es Dr. Gasteiger, neue regulatorische Interaktionen zwischen Zellen des angeborenen und des erworbenen Immunsystems zu identifizieren. Seine Nachwuchsgruppe wird nun die molekularen und zellulären Mechanismen sowie die physiologische Relevanz dieser Interaktionen systematisch erforschen. Die Erkenntnisse aus diesem Forschungsprojekt sollen dazu beitragen, das Verständnis und die Therapie von Infektions-, Tumor- und entzündlichen Erkrankungen zu verbessern.“

„Aus dem Emmy Noether-Programm resultiert nach meiner Überzeugung eine echte Win-Win-Situation. Die Universitätsmedizin gewinnt in Dr. Gasteiger einen vielversprechenden Nachwuchsforscher für das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene. Sein Forschungsthema und sein Know-how ergänzen optimal die Schwerpunktthemen des Forschungszentrums für Immuntherapie. Es bieten sich hervorragende Anknüpfungspunkte zu den Themenbereichen Infektion und Immunologie, Autoimmunität, Asthma, Fibrose und Tumor“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, und ergänzt: „Für Dr. Gasteiger selbst ist das Emmy Noether-Programm Sprungbett zu einer glänzenden Wissenschaftskarriere, bei der die zeitnahe Qualifikation bis zur Professur der logische nächste Schritt ist.“

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Andreas Diefenbach
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsmedizin Mainz
E-Mail: diefenbach@uni-mainz.de

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