Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Analytik> Analyseninstrumente> Fliegende Spürnasen für die Feuerwehr

Histologie in 3DNeue Färbemethode ermöglicht Nano-CT-Aufnahmen von Gewebeproben

Prof. Franz Pfeiffer montiert eine Probe am Nano-CT-Gerät

Bislang werden Gewebeproben von Patienten für histologische Untersuchungen in dünne Scheiben geschnitten. Das könnte sich in Zukunft ändern: Ein interdisziplinäres Team TUM hat eine Färbemethode entwickelt, die es erlaubt, dreidimensionale Gewebeproben mit dem ebenfalls kürzlich an der TUM entwickelten Nano-CT-Gerät zu untersuchen.

…mehr

Aufklärungssystem AMFISFliegende Spürnasen für die Feuerwehr

Nach einem Brand ist es wichtig, eine schnelle Übersicht über die Schadenslage zu erhalten. Nicht immer können Hilfskräfte wie Krankenwagen oder Feuerwehr sofort in brennende Gebiete entsendet werden, da sie sonst ihr eigenes Leben gefährden. Um sich einen Überblick über die Schadenslage zu verschaffen, gibt es das Aufklärungssystem AMFIS.

sep
sep
sep
sep
Aufklärungssystem AMFIS: Fliegende Spürnasen für die Feuerwehr

AMFIS steht für Aufklärung und Überwachung mit Miniaturfluggeräten im Sensorverbund. Dabei handelt es sich um verschiedene Kleinfluggeräte und Heliumballons sowie eine Bodenstation: Eine Software ermöglicht, unterschiedliche Sensorträger unter einer Oberfläche zu steuern, die gesammelten Daten auszuwerten und in die Leitstelle weiterzugeben. AMFIS kann zum Beispiel in einem Erdbeben-Gebiet den aktuellen Zustand der Infrastruktur aufklären. Die Sensorträger verfügen über Foto-, Video- und Infrarotkameras, mit welchen man sich einen Überblick über die Situation verschaffen und so z.B. Opfer schneller orten kann.

Zu den Sensoren gehört jetzt auch ein ganz neu entwickelter Gassensor. Hauptsächlich soll dieser Sensor gefährliche Gase bei einem Brand detektieren, er kann aber auch für die Inspektion verwendet werden. Das Fraunhofer IOSB in Karlsruhe arbeitet hier in Kooperation mit dem Gas-Messgeräte-Hersteller in Karlsruhe, der Leopold Siegrist GmbH.

Anzeige

"Dieser Hersteller entwickelt Gasmessgeräte, wir haben unsere Fluggeräte im Einsatz und das wollten wir verbinden. So entstand ein mobiles Gassensormodul, das nicht von einer Person getragen wird, sondern von einem kleinen Fluggerät - einem Quadrocopter, das ist ein ultraleichter Minihubschrauber mit vier Rotoren. Aus dieser Kooperation ist die Gassensornutzlast für ein Miniaturfluggerät entstanden", erklärt Matthias Kollmann, Entwickler im AMFIS-Projekt des Fraunhofer IOSB.

Mit dieser Gassensornutzlast kann man sieben verschiedene Gase detektieren. Die Nutzlast hat fünf wechselbare Steckplätze für elektrochemische Sensoren sowie zwei feste Sensoren für brennbare Gase und leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC). Die Sensornutzlast erkennt damit alle typischen Gase, die bei einem Brand entstehen und die für die Rettungskräfte oder die Bevölkerung gefährlich sind. Die wichtigsten Gase, die detektiert werden, sind Kohlenstoffmonoxid und weitere Brandgase wie Stickoxide und Ammoniak. Die Auswahl der Sensoren kann anwenderspezifisch angepasst werden.

Der Gassensor ist unter einem Fluggerät montiert. "Wenn es brennt, dann schicken wir das Fluggerät in die Nähe des Brandes und können damit - ohne eine Gefährdung von Einsatzkräften - die Gaskonzentration messen. Der Gassensor sitzt unterhalb des Fluggerätes - unter dem Quadrocopter - und wird mit einer Pumpe mit Umgebungsluft versorgt", so Kollmann. Die Gaskonzentration wird über die Funkschnittstelle des Fluggerätes zum Boden übermittelt und kann an der AMFIS-Bodenstation ausgewertet werden. Der Gassensor wurde das erste Mal beim kürzlich gefeierten 50. Jubiläum des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz erfolgreich getestet. "Dort wurde ein Brandcontainer aufgestellt und wir haben mit unserem Quadrocopter die CO-Konzentration in der Rauchwolke messen können", erzählt Kollmann.

Kontakt:

Dipl.-Ing. Sibylle Wirth, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhoferstraße 1, 76131 Karlsruhe, Tel: 0721/6091-300, sibylle.wirth@iosb.fraunhofer.de, http://www.iosb.fraunhofer.de.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

SO2-Emissionsmessung

Schwefeldioxid-EmissionsmessungSO2 im ppm-Bereich messen

Die nichtdispersiven Infrarot-Gassensoren (NDIR) der smartModul Flow evo Serie für die SO2-Emissionsmessung vereinen eine hohe Messgenauigkeit mit einer kompakten Bauform und unkompliziertem Handling.

…mehr
Forschungsförderung durch ERC-Grant: Vom Quasiteilchen zur hochsensiblen Sensorik

Forschungsförderung durch ERC-GrantVom Quasiteilchen zur hochsensiblen Sensorik

Im Rahmen des Projekts Quem-Chem sollen Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie untersucht werden, um mit den dadurch gewonnenen Erkenntnissen u.a. hochempfindliche Sensoren entwickeln zu können. Im Mittelpunkt der jetzt mit einem ERC-Grant geförderten Arbeiten stehen Molekül-Plasmon-Hybrid-Systeme.

…mehr
Mikrosensoren auf Basis von Graphen: Lauschangriff auf Nervenzellen

Mikrosensoren auf Basis von GraphenLauschangriff auf Nervenzellen

Unablässig laufen elektrische Impulse über die Bahnen des menschlichen Nervensystems. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich, der TU München und vom niederländischen Leiden Institute of Chemistry haben Mikrosensoren entwickelt, die diese Signale der Nervenzellen erfassen können.

…mehr
Single-Use-Sensoren

Single-Use-SensorenpH- und Sauerstoffmessung

Hamilton Bonaduz bietet jetzt auch Single-Use-Sensoren für die Bioprozesstechnik an. „Dieses Marktsegment wächst kontinuierlich. Vor dem Hintergrund, dass bei immer mehr Bioprozessen nur noch Einweg-Reaktoren verwendet werden“, konstatiert Marcus Bayer.

…mehr
Multi-Sensor Chip (®Fraunhofer IMS)

Multisensor zur Optimierung von BioprozessenIn-situ-Überwachung von Glukose, Laktat, Zelldichte und pH-Wert

Am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg ist es Wissenschaftlern gelungen, ein miniaturisiertes Multisensor-System zur In-situ-Überwachung von Bioprozessen auf einem Siliciumchip zu integrieren.

…mehr
Anzeige

Bildergalerien bei LABO online

Anzeige

Jetzt den LABO Newsletter abonnieren

LABO Newsletter abonnieren

Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie wöchentlich über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

Anzeige
Anzeige

Mediaberatung