Attraktive Mischung von Vorträgen

Chrom Forum Hannover 2014

Am 18. September 2014 hatte VWR International erstmals nach Hannover zum Chrom Forum eingeladen. Neben einer attraktiven Mischung von Vorträgen aus Forschung und Praxis, die Dipl.-Ing. Bernd Oldenburg von VWR zusammengestellt hatte, konnten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der umfangreichen Geräte- und Verbrauchsmaterialienausstellung über den neusten Stand der Technik rund um die HPLC informieren. Die Pausen zwischen den Vortragsblöcken wurden intensiv genutzt, um neben den Vortragsthemen auch Anwendungsprobleme und ihre Lösungen mit den Fachleuten zu diskutieren.

Prof. Dr. Susanne Töfke, Fakultät Life Sciences der HAW Hamburg, susanne.toefke@haw-hamburg.de.

Die Vortragsreihe wurde mit der Übersicht „10 Jahre UHPLC – was ´kann´ sie, wo sind ihre Grenzen“ von Dr. Stavros Kromidas eröffnet. Er wird allgemein geschätzt durch seine Tipps zur HPLC und Bücher zur Validierung, so dass sein Urteil zur Leistungsfähigkeit der UHPLC von den Teilnehmern mit Spannung erwartet wurde. Dr. Kromidas machte deutlich, dass die Frage lauten muss „was will ich und was kann die UHPLC“, also „passen wir zusammen?“, um zufriedene Anwender hervorzubringen. In seinem sehr kompakten Vortrag wurden auch für den Noch-Nicht-UHPLC-Anwender wesentliche Aspekte der chromatographischen Trennung – Totvolumina und Einstellparameter – sehr praxisnah diskutiert und Entscheidungshilfen gegeben.

Dr. Jan Zimmermann (Altonaer Diagnostics, Hamburg) berichtete anschließend über „Analytische und Präparative Chromatographie von Oligonukleotiden“. Nach einer ausführlichen Einführung in die Real-Time-PCR-Technologie und die Synthese der Oligonukleotide ging Zimmermann an ausgewählten Beispielen auch auf ihre Analytik ein, d.h. die RP-(IP-)HPLC sowie die IEX-Chromatogaphie für die präparative Trennung. Die UHPLC als mögliche Option für die Analytik wurde ebenfalls angesprochen.

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Die „Steigerung der Laboreffizienz mit monolithischen HPLC-Säulen“ wurde von Petra Lewits (Merck, Darmstadt) an vielen Praxis- beispielen verdeutlicht. Nach einem kurzen Abriss zur Entwicklung des Chromolithen wurde das Verhältnis von Probenvorbereitungszeit und Analysenzeit thematisiert. In Kombination mit einem UHPLC-System ermöglicht der Chromolith für matrixreiche Proben wie zum Beispiel Salben, Sonnenlotion oder auch Lippenstifte robuste und schnelle Analysen. Ein Verzicht auf eine Probenvorbereitung ist bei dieser Art von Proben nicht möglich, aber der Zeitbedarf sinkt deutlich und auch die Lebensdauer der Säule erhöht sich.

Das Thema Probenvorbereitung wurde am Nachmittag von Dr. Heiko Brunner (Helm AG) wieder aufgegriffen. Dabei wurden grundsätzliche Fragen der Probenvorbereitung auf typische Proben bezogen, wie sie in der pharmazeutischen Industrie anfallen wie z.B. Kapseln. Die möglichen Varianten der Gewinnung einer repräsentativen Probe, Versuche zur Löslichkeit der Komponenten sowie verschiedene Extraktionstechniken mit ihren Vor- und Nachteilen bzw. Auswirkungen auf die anschließende Analytik wurden anschaulich diskutiert.

Den „Tryptophan-Spiegel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen“ untersuchte Dr. Florian Thieme (Institut für Klinische Chemie, Zentrallabor, Universitätsklinik Kiel) mit einer klassischen HPLC. Die umfangreichen Analysen von realen Patientenproben und zahlreiche Laborexperimente deuten ein Biomarkerpotenzial von Tryptophan an, das durch Untersuchung des gesamten Tryptophan-Stoffwechsels mittels LC-MS/MS noch zu klären ist.

Nach der Mittagspause griff Dipl.-Chem. Volker Eckert (VWR International) den roten Faden des Chrom Forums mit seinem Vortrag „ChromasterUltraRs – eine Anlage für konventionelle und UHPLC-Trennungen“ wieder auf. Nach einer kurzen Vorstellung wichtiger Anlagenkomponenten wie Pumpenköpfen, Mischer und DAD warb er dafür, diese UHPLC nach Bedarf auch einfach als konventionelle Anlage mit klassischen HPLC-Säulen zu nutzen, was die Lebensdauer der Komponenten verlängert und gute Auflösungen liefert. Mit Beispielapplikationen untermauerte er den Einsatz der Anlage als Allrounder.

Dr. Nils Jansen (MicrobiMaris Biotec, Kiel) ist im Bereich der Blauen Biotechnologie tätig. Er nutzt analytische wie präparative Methoden zur Gewinnung von Reinsubstanzen aus Marinen Mikroorganismen. Auf dem Weg vom Habitat zur Substanzbibliothek bewährte sich im analytischen Bereich die eingangs vorgestellte monolithische Säule in einem HPLC-DAD/ESI-MS-System. Dr. Jansen ging ausführlich auf die besondere Herausforderung an die analytische Methode ein: die Aufarbeitung. Das Probenmaterial war salzhaltig, fettig, stark farbig und enthielt u.U. Zellreste. Bekannte Substanzen sollten frühzeitig – möglichst schon aus dem Kulturmedium – erkannt werden, um die Durchführung zeitaufwendiger Folgeschritte wie das Up-Scaling und die präparative Isolierung zu verhindern.

Zum Abschluss des Vortragstages wollte Dr. Stavros Kromidas „einige ´Geheimnisse´ des Gradienten in der RP-HPLC“ lüften. Der Gradient, eine allseits bekannte Angelegenheit, entpuppte sich in der Praxis dann doch als eine komplexere Sache. Dr. Kromidas zeigte Fallen auf und gab Empfehlungen zur Optimierung mit auf den Weg, die er an verschiedenen konkreten Beispielen herausarbeitete. Sein Fazit: „Beim Gradienten sei mutig, sei schnell – und üb´ in Gelassenheit.“

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