Statistik der Chemiestudiengänge 2019

Weniger als 10 000 Personen begannen ein Chemiestudium

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat die "Statistik der Chemiestudiengänge 2019" veröffentlicht. Erstmals seit 2010 haben weniger als 10 000 Personen ein Chemiestudium begonnen.

© GDCh

Im Jahr 2019 verzeichnete die Gesamtzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den Chemiestudiengängen den zweithöchsten prozentualen Rückgang seit 1994. 9 422 Personen begannen ein Chemiestudium, dies waren 10 % weniger als im Vorjahr (10 499). Das vermeldet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrer jährlichen Statistik für Chemiestudiengänge.

Insgesamt haben 3905 Studierende einen Chemiestudiengang abgeschlossen (2018: 4 065). Die Zahl der Promotionen ist mit 2 181 ebenfalls etwas zurückgegangen (2018: 2 240), bleibt dennoch auf einem hohen Niveau. Rund 88 % der Masterabsolventen an Universitäten begannen eine Promotion. Dieser Wert ist wie schon im Vorjahr geringer als im langjährigen Mittel (90 %) und scheint sich auf einem niedrigeren Niveau eingependelt zu haben.

In den einzelnen Studiengängen ergaben sich folgende Ergebnisse:

  • Im Bereich Chemie/Wirtschaftschemie meldeten die Hochschulen 5 746 Studienanfänger*innen (2018: 6 433). 2605 Studierende (2018: 2 501) schlossen ihr Bachelorstudium erfolgreich ab, 2 348 erhielten ihren Masterabschluss (2018: 2331). Die Studiendauer betrug im Median 6,7 Semester für einen Bachelorabschluss (2018: 6,4) und 4,8 Semester für einen Masterabschluss (2018: 4,5). Damit erreichen die Studiendauern bis zum Master den zweithöchsten Wert seit 2003. Im Jahr 2019 haben 1 921 Personen in Chemie/Wirtschaftschemie promoviert (2018: 1 925). Die Promotionsdauer lag im Median bei 8,3 Semestern (2018: 8,3).

  • In Biochemie und Life Sciences begannen 1702 Personen ihr Studium (2018: 1 729). Die Zahl der Bachelorabschlüsse sank im Vergleich zum Höchststand im Vorjahr auf 942 (2018: 981). Hingegen erreichte die Zahl der Masterabsolventen einen neuen Höchststand von 834 (2018: 809). 195 Promotionen wurden für das Jahr 2019 gemeldet (2018: 229). Die Studiendauer stieg leicht an, der Median betrug hier 6,5 Semester für Bachelorabschlüsse (2018: 6,4) und 4,7 für Masterabschlüsse (2018: 4,5). Für Promotionen allerdings sank die Studiendauer und betrug im Median 8,5 Semester (2018: 8,7).

  • Auch in der Lebensmittelchemie sank die Zahl der Studienanfänger*innen, von 480 im Vorjahr auf 405. Insgesamt 164 Studierende bestanden das 1. Staatsexamen oder die Diplomprüfung (2018: 225) sowie 165 Personen das 2. Staatsexamen (2018: 177). Zusätzlich meldeten die Universitäten 169 Bachelor- und 115 Masterabschlüsse (2018: 120 bzw. 122). Damit übersteigt die Summe der Bachelor-/Masterabschlüsse zum wiederholten Mal in Folge die Anzahl der anderen Abschlüsse in der Lebensmittelchemie (Diplom/Staatsexamen). Die Zahl der Promotionen sank jedoch auf 65 (2018: 86).

  • An einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) begannen im vergangenen Jahr 1569 Personen einen Chemiestudiengang (2018: 1 839). Die HAW meldeten 743 Bachelor- und 421 Masterabschlüsse (2018: 888 bzw. 510). Damit sank die Zahl der Absolventen in den Chemiestudiengängen an HAW.
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Nahezu alle Bachelorabsolventen an Universitäten schlossen ein Masterstudium an, an HAW waren es 72 % der Bachelorabsolventen. Rund 88 % der Masterabsolventen an Universitäten und 9 % der Masterabsolventen an HAW begannen eine Promotion.

Von 51 % der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt ins Berufsleben bekannt. Nach Daten der Hochschulen traten etwa 36 % der Absolventen eine Stelle in der chemischen und pharmazeutischen Industrie (2018: 36 %) an, 18 % nahmen eine befristete Stelle im Inland an (inkl. Postdoc) (2018: 19 %). 14 % waren nach dem Abschluss in der übrigen Wirtschaft tätig (2018: 13 %) und 11 % nahmen nach dem Abschluss eine Stelle im Ausland an (2018: 12 %). Rund 6 % der Absolventen hatten eine Stelle im öffentlichen Dienst inne (2018: 6 %). Wie auch bereits im Vorjahr galten 11 % als stellensuchend.

Zusatzinformation
Seit 1952 erhebt die GDCh jährlich umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen. Die Statistik vom Jahr 2019 basiert auf den Daten der Studiengänge der Chemie und Wirtschaftschemie, Biochemie und Life Science, Lebensmittelchemie sowie der Chemiestudiengänge der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), ehemals Fachhochschulen. Abgefragt wurden die Anfänger- und Studierendenzahlen, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die jeweiligen Abschlussnoten und Studiendauer. Zusätzlich machten viele Hochschulen Angaben zum Berufseinstieg ihrer Absolventinnen und Absolventen nach Studienabschluss oder Promotion. Stichtag der Erhebung ist der 31. Dezember.

Die Broschüre „Statistik der Chemiestudiengänge 2019“ steht auf dem Webauftritt der GDCh als Blätterkatalog zur Verfügung. Eine Kurzversion unter www.gdch.de/statistik fasst die Ergebnisse komprimiert zusammen.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie befasst sich u.a. mit aktuellen Entwicklungen an Hochschulen und am Arbeitsmarkt. Die GDCh ermittelt jährlich (Stichtag: 31.12.) Angaben zur Zahl der Studierenden in den verschiedenen Studienabschnitten, der abgelegten Prüfungen und zur Studiendauer. Die Angaben werden der GDCh von den Chemiefachbereichen der Hochschulen zur Verfügung gestellt.

Quelle: GDCh

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