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Artikel und Hintergründe zum Thema

Vom Labor in die Fabrikation

Barbara Schick,

In Jena entsteht das Gründungszentrum „lab2fab“

Für die Gründungswilligen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gibt es neben der Unterstützung durch das Servicezentrum Forschung und Transfer (SFT) jetzt eine weitere konkrete räumliche Perspektive: Gerade ist mit den Bauarbeiten für das neue Gründerzentrum „lab2fab“ im Landgrafen-Campus der Universität begonnen worden. Hier errichtet der Technologie- und Innovationspark (TIP) Jena bis Ende 2025 ein Gebäude mit 4.680 Quadratmetern, in dem junge Hightechfirmen für den Weg in den Markt fit werden sollen.

Beim Spatenstich für das neue Gründerzentrum in Jena: (v.l.) Dr. Thomas Nitzsche, Beate Wachenbrunner, Prof. Dr. Ulrich S. Schubert und Prof. Dr. Georg Pohnert. © Jürgen Scheere/Uni Jena

„Transfer- und Gründerzentren verbinden die Universitätsforschung mit regionalen, manchmal sogar überregionalen Industrieunternehmen. Sie beschleunigen den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft, schaffen somit neue Produkte und Arbeitsplätze“, sagt Beate Wachenbrunner, Werkleiterin des städtischen Eigenbetriebs Kommunale Immobilien Jena (KIJ) und amtierende Geschäftsführerin des TIP Jena.

„Mit der Universität und den naturwissenschaftlichen Instituten, allen voran dem Zentrum für Energie und Umweltchemie (CEEC Jena) und dem Jena Center for Soft Matter (JCSM), haben wir in Jena ein großes Potenzial insbesondere im Bereich der Polymerwissenschaften, das eine Investition von 21 Millionen Euro zweifelsohne rechtfertigt. Unsere Stadt als Wissenschaftsstandort wird damit weiter gewinnen", freut sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche.

Umwelt-relevante Forschung in nachhaltige Produkte überführen
Das neu entstehende Gründerzentrum rundet die Bauprojekte am CEEC Jena ab, wo neben drei Forschungsgebäuden auch ein Anwendungszentrum errichtet wurde. Die Forschungen zu Energiespeichern/Batterien der Zukunft, sauberem Wasser, Recycling und vielen weiteren (Umwelt-)relevanten Themen sowie Medizin- und Pharma-bezogenen Projekten laufen auf Hochdruck. Im Anwendungszentrum entstehen erste Prototypen oder Kleinserien von Produkten, was zeigt, dass sich die Ideen in die Praxis umsetzen lassen. „Das neue Gründerzentrum wird es künftig Interessierten in nächster Nähe zur Forschung ermöglichen, Firmen aufzubauen, die diese Forschungsprodukte in die wirtschaftliche Praxis überführen; vom Labor direkt in die Fabrikation“, sagt Universitätsleiter Prof. Dr. Georg Pohnert in Anspielung auf den Gebäudetitel „lab2fab“.

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Beispiele dafür sind die Firmen „Next Generation Pharma Polymers“ (NGP Polymers GmbH), die neue Pharmapolymere für zukünftige Arzneistoff-Formulierungen entwickelt, sowie die linkdlab GmbH, ein Chemie-KI-Start-up. Beide sind noch in Räumen der Universität untergebracht.

Neben den Ausgründungen sind im „lab2fab“ auch Räume für das neue Helmholtz-Institut HIPOLE Jena vorgesehen. Dieses gemeinsame Institut des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie (HZB) und der Universität Jena erforscht neue Polymermaterialien für Energieanwendungen. Darüber hinaus sind Räumlichkeiten für ein beantragtes Transferzentrum für nachhaltige Polymere vorgesehen.

„Selbst wenn die aktuellen Gründerinnen und Gründer noch in anderen Gebäuden untergebracht werden müssen, gibt es eine konkrete Perspektive für die Zukunft. Und dies wird, da bin ich mir sicher, auch weitere Forscher und Forscherinnen dazu animieren, ihre Erfindungen in die Wirtschaft zu überführen“, sagt Prof. Dr. Ulrich S. Schubert.

Beispiele dafür, dass aus dem wissenschaftlichen Umfeld bereits produktive Firmen entstanden sind, sind nach Angaben der Universität Jena die Polytives GmbH und die SmartDyeLivery GmbH. Sie entwickeln polymere Additive bzw. pharmazeutische Wirkstoffe mit polymeren Materialien.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

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