zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Chemikalienmanagement

Barbara Schick,

Nachhaltigkeit von Chemikalien online bewerten

Für zahlreiche Produkte und Chemikalien-Anwendungen könnten verschiedene Stoffe eingesetzt werden. Diese können sich zum Teil deutlich in ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt unterscheiden. Die frei verfügbare Webanwendung ChemSelect, die von Ökopol und Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes entwickelt wurde, unterstützt Anwender von Chemikalien, einschließlich Hersteller von Erzeugnissen, dabei, die Nachhaltigkeit ihrer Chemikalien zu bewerten und in diesem Hinblick "gute" Chemikalien auszuwählen.

Chemikalienmanagement verbessern

Ein Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Dirk Bunke am Öko-Institut in Freiburg ist „Nachhaltige Chemie“. © Öko-Institut

ChemSelect unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Nachhaltigkeitsbewertung der von ihnen eingesetzten Stoffe und Gemische. Dadurch schützen sie nicht nur die Umwelt. Sie können auch Risiken für ihr Unternehmen verringern und Kosten für aufwändige Risikomanagementmaßnahmen vermeiden. "Mit ChemSelect können Unternehmen schnell und einfach schauen, ob die von ihnen eingesetzten Chemikalien oder Gemische schädlich sind und ob es Hinweise auf nachhaltigere Ersatzstoffe gibt", fasst Senior Researcher Prof. Dr. Dirk Bunke vom Öko-Institut die Vorteile der Webanwendung zusammen. Die Nutzer und Nutzerinnen können durch die Auswahl weniger belastender Stoffe ihren ökologischen Fußabdruck ihrer verringern. Für ein Nachhaltigkeitsscreening lässt sich das Tool auch von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen oder bei Behörden nutzen.

Anzeige

Nachhaltigkeitskriterien in der Webanwendung

Die Anwendung unterscheidet zwischen unkritischen, kritischen und sehr kritischen Eigenschaften und hebt problematische Eigenschaften wie beispielsweise "krebserregend" oder "umweltschädlich" hervor. Anhand von insgesamt neun Kriterien ("main criteria") – darunter fallen Listen problematischer Stoffe, der Schutz von Klima und Ozonschicht, der Ressourcenverbrauch, die Kreislauffähigkeit und die Verantwortung der Lieferanten – wird ein Nachhaltigkeitsprofil der Stoffe und Gemische erstellt. Gleichzeitig lassen sich bis zu fünf Stoffe vergleichen. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt in einem übersichtlichen Ampelsystem. Bei Stoffen und Gemischen startet die Eingabe mit leicht verfügbaren Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt. Auch bei Datenlücken wird ein Ergebnis erzielt und angezeigt, an welchen Stellen die Lücken bestehen.

Weitere Informationen

Die hier beschriebene Anwendung ChemSelect ist eine Weiterentwicklung des "Leitfadens nachhaltige Chemikalien" (Herausgeber: Umweltbundesamt), der eine Einführung in das Thema bietet (verfügbar über www.umweltbundesamt.de). ChemSelect kann kostenlos genutzt werden und ist zurzeit in zehn Sprachen verfügbar, in Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Arabisch, Spanisch, Lettisch, Litauisch, Estnisch und Polnisch. Auch während der Nutzung kann jederzeit die Sprache gewechselt werden.

Die Webanwendung ist über den Browser unter https://chemselect.uba.de nutzbar oder kann als Docker-Image oder als Debian-Programmpaket heruntergeladen werden.

Quelle: Öko-Institut

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

GDCh-Statistik

Berufseinstieg in der Chemie schwieriger

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat Zahlen zum Chemiestudium und zum Berufseinstieg promovierter Chemiker und Chemikerinnen erhoben und ausgewertet. Sie stellt die Ergebnisse aktuell in ihrer „Statistik der Chemiestudiengänge 2025“ vor.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren