HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Selektivität ,,nur" durch unterschiedliche Wechselwirkungen?

Von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Wir haben alle gelernt, dass - außer vielleicht bei der Ausschluss- und Affinitätschromatographie – eine chromatographische Trennung durch unterschiedliche Wechselwirkungen der zu trennenden Analyte mit der stationären Phase zustande kommt. Dabei werden je nach Mechanismus stark ionische bis stark hydrophobe Wechselwirkungen angenommen. Verteilungsmechanismen sind nicht mehr ,,in" und finden kaum noch Erwähnung. Sind aber lediglich Wechselwirkungen alles, was die Selektivität von chromatographischen Systemen beeinflusst?

Die Lösung

Nein. Auch für kleine Moleküle können sterische Aspekte von Bedeutung sein (siehe Bild). Bei der Trennung einer Mischung von Metaboliten von tricyclischen Antidepressiva, also durchaus kleine Moleküle, werden an 2 ,,polaren" RP-Phasen 5 Peaks erhalten (links, Mitte). An einem Material mit einem Porendurchmesser von 300 Ð erscheinen 6 Peaks, die gewünschte Selektivität wird erst durch den zusätzlichen sterischen Aspekt ereicht.

Das Fazit

Der sterische Aspekt kann bei der Trennung einer unbekannten Probe nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Daher empfiehlt sich zu Beginn einer Methodenentwicklung, bei der Säulenauswahl auch an Phasen mit einem kleinen/großen Porendurchmesser zu denken.

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Beispiele von Phasen mit kleinem Porendurchmesser (ca. 60 Ð): Novapak, Nucleosil 50, Spherisorb ODS 1/2 Superspher Select B. Beispiele von Phasen mit großem Porendurchmesser (180...300 Ð). Symmetry 300, Jupiter, HyPURITY C18, Discovery C18.

Ó by Stavros Kromidas
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