HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Einige Ursachen für negative Peaks

Von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Negative Peaks stellen eine ärgerliche Sache dar, die bei einigen Applikationen stets zu beklagen ist, oder aber sie tauchen immer wieder völlig unberrechenbar auf. Was könnte(n) die Ursache(n) sein?

Die Lösung

Wie leider Gottes in der HPLC üblich, gibt es eine Reihe von möglichen Ursachen. Nachfolgend werden die häufigsten genannt.

Brechungsindex- bzw. Leitfähigkeitsdifferenz:

Die meisten UV-Detektoren sind nicht Brechungsindex-entkoppelt, d.h. sie registrieren eine eventuelle Differenz zwischen dem (konstanten) Brechungsindex des Eluenten und dem Brechungsindex des Eluentensegments, das gerade die Zelle passiert. Das kann eine Luftblase sein, oder irgendwelche Schlieren durch eine Druckwelle, die durch das Gerät „wandert“ (zum Beispiel bei einem langsamen Umlegen von „Load“ auf „Inject“ bei der manuellen Injektion). Bei Verwendung von RI- oder Leitfähigkeitsdetektoren allerdings sind negative Peaks durchaus normal: Ist der entsprechende Wert des Analyten (Brechungsindex bzw. Leitfähigkeit) größer oder kleiner im Vergleich zum Wert des Eluenten?

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UV-Differenz („UV-Loch“):

Hier eluiert offensichtlich eine Substanz mit einer geringeren UV-Absoption als die des Eluenten, beispielsweise ein Salz oder eine ionisch vorliegende, solvatisierte Komponente.

Merke: Ein Eluent, in dem mehrere Zusätze enthalten sind (Puffer, Additiva, Ionenpaarreagenzien, Modifier) kann eine nicht unbeträchtliche Eigen-UV-Absorption aufweisen. So eluieren häufig polare Verunreinigungen um die Totzeit herum als negative Peaks.

Anderes Lösungsmittel als der Eluent zum Auflösen der Probe:

Wenn die Probe in einem anderen Probenlösungsmittel oder anderen pH-Wert als dem Eluenten gelöst ist (zum Beispiel mehr Acetonitril, andere Säure usw.), treten immer wieder negative Peaks in der Nähe der Totzeit auf (siehe Bild).

Diverse, seltene Ursachen:

Negative Peaks können ferner durch eine alte Lampe, eine elektische/elektronische Störung, Leckage in der Zelle, Lösungsmitteldämpfe in der Nähe des Lüfters am Detektor usw. hervorgerufen werden.

Fazit

Negative Peaks sind vor allem dann störend, wenn sie zum Beispiel vor oder direkt nach einem interessierenden Peak eluieren und dadurch eine problemlose Integration verhindern. In solchen Fällen handelt es sich meistens um Komponenten, die tatsächlich dort eluieren. Man sollte nun diese Peaks als ganz „normale“ Peaks behandeln: Es kann versucht werden, durch Verringerung des Flusses, kleine Veränderung des Eluenten/des Gradienten usw. eine bessere, sprich, ausreichende Auflösung zu erreichen, die eine halbwegs vernünftige Inegration erlaubt. Oder aber, noch einfacher im Falle eines UV-Detektors, man verändert minimal die Wellenlänge.© by Stavros Kromidas

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