HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Kleine Tipps zur Fehlersuche und Robustheit I

Von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Vorbemerkung

In den Monaten Juli bis September gibt es viele Gründe im Tagesgeschäft, sich nach leichter „Kost“ zu sehnen, schwere Aufgaben sind etwas für die Wintermonate:

Sie sind gerade aus dem Urlaub zurück und haben keine großartige Lust, gleich in eine schwierige Materie einzutauchen. Oder Sie haben den Urlaub noch vor sich und möchten vorher nur das Notwendigste erledigen. Oder es sind viele Kollegen in Urlaub und Sie müssen deren Arbeit übernehmen. Oder aber, es ist einfach zu heiß. Wie auch immer, wir wollen von Juli bis September uns mit einfachen, kleinen Tipps beschäftigen und keine schwere „Fälle“ lösen. Auf geht´s:

•Möchte man starke Basen trennen, so eignen sich bekanntlich Ionenpaarreagenzien (zum Beispiel Heptan- oder Oktansulfonsäure) als Modifier im Eluenten. Denken Sie vielleicht alternativ an 0,01 % Pikrinsäure: Man bekommt hervorragende Peakformen, die Pikrinsäure bleibt an der stationären Phase nicht hängen, wir brauchen keine negative Peaks zu befürchten, usw.

•Suchen Sie nach einer genauen Methode, um zu prüfen, wie genau Ihr Probengeber arbeitet? Verwenden Sie Brombenzol als Testsubstanz: Legen Sie ein Probenfläschchen mit ca. 500 µl vor, wiegen Sie es ab und injizieren anschließend 10, 20 oder 50 µl. Man kann durch ein anschließend erneutes Abwiegen (also eine gravimetrische Bestimmung) exakt feststellen, ob die 10, 20 oder 50 µl tatsächlich injiziert wurden. D. h. letzten Endes, man nützt das hohe spezifische Gewicht von Brombenzol (1,5 g) für eine sehr genaue Bestimmung des injizierten Volumens.

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•Sie arbeiten mit einem Phosphat-gepufferten Eluenten bei einem pH-Wert von 6 oder 7 – also eigentlich ein harmloser Bereich für die meisten Kieselgele – und müssen dennoch feststellen, dass die Lebensdauer Ihrer Säule zu wünschen übrig lässt. Warum? Zum einen scheint Phosphat überhaupt ein kleines Problem zu sein, zum zweiten verschiebt sich der pH-Wert des Eluenten nach der Zugabe von ACN/MeOH ins Alkalische – und das nicht gerade wenig, siehe Bild 1! Nach der Zugabe von 60...80 % MeOH beispielsweise ergibt sich ein „pH-Wert“ von über 8 und bekanntlich fangen die meisten Kieselgele ab ca. diesem pH-Wert an sich aufzulösen. Obwohl man bei diesen großen Mengen an organischem Lösungsmittel sicherlich nicht vom „pH-Wert“ sprechen kann, können wir festhalten, dass diese Mischung nun „alkalischer“ reagiert. Dass Säulen, die im Sauren eine hervorragende Stabilität aufweisen, aber in diesem pH-Wert-Bereich nicht unbedingt ihre Stärke haben, nun hier besonders instabil sein können, liegt auf der Hand (beispielsweise LiChrospher, Zorbax SB). © by Stavros Kromidas

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