HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Tailing in der RP-HPLC – Teil 1: Schnelle Ursachenforschung

Von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Der Fall

Nehmen wir an, Sie erhalten bei der Injektion einer unbekannten Probe einen tailenden Peak. Die Peakform ähnelt einer der in Bild 1 dargestellten Formen. Wie könnte man nun schnell die Ursache für das Tailing identifizieren?

Die Lösung

Die häufigsten Ursachen fürs Tailing sind:

• Zweite Komponente an der Flanke, d.h. ungenügende Auflösung.

• Überladung der Säule (Bemerkung: Bei einer Überladung des Detektors erhalten wir meist breite, ,,rundliche", aber eher symmetrische Peaks, siehe aber auch HPLC-Tipp im April).

• Chemisches Tailing, beispielsweise zusätzliche ionische/polare Wechselwirkungen zwischen einer Base und den Restsilanolgruppen der stationären Phase.

• Die Packungsqualität hat nachgelassen, d.h. Auftreten von Kanälen/Totvolumina in der Säule.

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In Bild 2 wird ein Schema vorgeschlagen, wie innerhalb von Minuten und mit lediglich 2 Injektionen die Ursache rasch gefunden werden kann.

Kommentar zum Schema des Bildes 2. Eine lokale Überladung der Säule – die zu ungenügender Auflösung führt – tritt häufiger auf, als man vielleicht annimmt: Injizieren Sie ab und an bei kritischen Peaks nur 2...3 ml und Sie werden manche (positive?) Überraschung erleben. Restliche 3 Schlussfolgerungen sind leicht nachvollziehbar und sollten keines weiteren Kommentars bedürfen. Im April werden wir uns über weitere generelle Gründe für das Auftreten von Tailing und über Maßnahmen zu seiner Aufhebung unterhalten.

Das Fazit

Verfallen Sie bitte nicht dem heute üblichen Aktionismus, in dem Sie direkt auf ,,gut Glück" beispielsweise gleich eine neue Säule einbauen, den pH-Wert ändern oder gar den Eluenten neu ansetzen. Versuchen Sie ,,intelligent faul" zu agieren und gehen Sie etwas systematisch vor, Sie können wertvolle Zeit sparen und – was wichtig ist – Sie schonen Ihre Nerven! 

ã by Stavros Kromidas
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