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Artikel und Hintergründe zum Thema

Moderne Gebäude brauchen intelligente Lösungen

Die Zukunft der Laborimmobilie

Steigender Kostendruck, Regulatorien, der Fachkräftemangel und nicht zuletzt die Integration von Robotik – die Herausforderungen für Laborbetriebe sind hoch. Die aktuellen Entwicklungen zwingen Unternehmen dazu, ihre Geschäftsprozesse auf den Prüfstand zu stellen. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen an Gebäude. Eine passgenaue Planung und praxiserprobte Konzepte unterstützen Entscheiderinnen und Entscheider, die ihre bestehende Immobilie fit für die Zukunft machen möchten oder einen Neubau planen.
Schema zu einer Vorgehensweise, um Entscheidungen für bauliche Veränderungen im Hinblick auf zukünftige Bedarfe zu treffen. © Vollack Gruppe

Wie sieht das Laborgebäude der Zukunft aus? Diese Frage beschäftigt nicht nur Laborbetreiber, sondern auch Fachleute in den Bereichen Planen und Bauen. Drei zentrale Faktoren beeinflussen die Konzeption und Realisierung von Laborimmobilien heute maßgeblich: Bau- und Finanzierungskosten, Betriebs- und Energieausgaben sowie die Möglichkeiten der Automatisierung und auch der Fachkräftemangel.

Hohe Bau- und Finanzierungskosten erfordern eine intelligente Planung und wirtschaftliche Lösungen. Dazu ist es erforderlich, Prozesse zu optimieren, um den Flächenbedarf effizient zu definieren. Modulare Gebäudestrukturen und kostengünstige Konstruktionen im Laborbau wirken sich positiv auf das Budget aus. Neu bauen ist eine Option – eine andere wirtschaftlich interessante kann die energetische Sanierung oder Revitalisierung und Umnutzung von Bestandsgebäuden sein, auch im laufenden Betrieb. Nicht zuletzt entlasten Fördermittel die Bauherren bei ihrer Investition in eine zukunftsfähige Laborimmobilie.

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Steigende Betriebs- und Energieausgaben verlangen nach energieeffizienten Gebäudekonzepten. Den Energiebedarf insbesondere zum Kühlen zu senken, spart ebenso Kosten wie der Einsatz erneuerbarer Energien – angefangen bei Photovoltaik über Wärmepumpen bis hin zu Geothermie und Nachtkühlung. Beim Laborbau bietet es sich an, Luftwechselraten zu optimieren und die Gebäudeleittechnik genau am Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer auszurichten.

Der Fachkräftemangel macht flexible, automatisierte Arbeitsumgebungen nötig. Wer versierte Mitarbeitende binden und Nachwuchskräfte für das Unternehmen begeistern möchte, muss ein attraktives Arbeitsumfeld bieten. Konkret bedeutet das, Flächen technisch und gestalterisch modern zu konzipieren, Kommunikation und Teamwork zu fördern und auch durch eine ansprechende Architektur die Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Werten zu schaffen.

Architektur für Mensch und Robotik

Die Integration von stationärer und mobiler Robotik gilt als ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Laborimmobilien. Bei der Planung eines Labors mit Sogwirkung auf menschliche Talente geht es auch um das Schaffen intelligenter Räume, in denen Menschen und Maschinen Seite an Seite arbeiten können. Dazu zählen, wenn auch mobile Laborroboter genutzt werden sollen, Korridore, die auf eine reibungslose Roboternavigation ausgelegt sind, modulare Zonen, die schnell an neue Anforderungen angepasst werden können, und Mensch-Maschine-Schnittstellen, die gleichermaßen für Hände wie Hardware zugänglich sind.

Diese Aspekte setzen einen Paradigmenwechsel in der Planung voraus. Um Bauherren dabei zu unterstützen, wirtschaftlich, funktional und mit architektonischem Anspruch zu bauen, bedarf es strategischer Ansätze, die die Anforderungen von morgen schon heute mitdenken. Dabei spielen nachhaltige und energieeffiziente Lösungen eine zentrale Rolle.

Beispiel: Diagnostiklabor in Koblenz

In ein neues Gebäude investiert zum Beispiel der Geschäftsführer des MVZ für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie Koblenz-Mittelrhein, einem bedeutenden Diagnostiklabor in Rheinland-Pfalz. Für Konzeption, Planung und Bau zeichnet die Vollack Gruppe verantwortlich. Der Neubau entsteht nach der Vollack-Methode und als sog. "Design + Build", Planung und Bauausführung sind dabei eng verzahnt. In der Startphase, der bei Vollack genannten Phase "NULL®" wurde das Anforderungsprofil des Gebäudes erarbeitet. Wie sehen die Arbeitsprozesse aus? Welche gesetzlichen Vorschriften müssen eingehalten werden? Welche laborspezifischen Anforderungen und Sicherheitskonzepte sind zu berücksichtigen? Wohin entwickelt sich das Unternehmen? Welche Erwartungen haben die Mitarbeitenden an ihren Workflow und an die Nachhaltigkeit ihres Arbeitsplatzes? Und was muss die Arbeitswelt leisten, damit die Menschen gerne dort arbeiten und produktiv sein können?

MVZ Labor Koblenz: Der Rohbau des modernen Labor- und Bürogebäudes am neuen Standort in Metternich ist abgeschlossen. Das Sheddach der Laborhalle, eine komplexe Stahlkonstruktion, bietet Nordlicht, das für einige Laborarbeiten von Vorteil ist. © Vollack Gruppe

Seit Anfang 2025 realisiert Vollack am neuen Standort eine Labor- und Bürowelt mit einer Bruttogeschossfläche von rund 7 600 Quadratmetern. Um das medizinische Labor speziell auf die heutigen und kommenden Anforderungen vorzubereiten, wurde eine bestmögliche Flächenaufteilungen geplant, die Prozesse sowie Wege optimiert, damit auch hochspezialisierte Technik von Morgen eingesetzt werden kann. Das komplexe Gebäude für rund 400 Mitarbeitende wird künftig Platz bieten für Arbeitswelten ganz auf der Höhe der Zeit, einige Speziallaborabteilungen und ein 24/7-Labor mit Laborstraßen und einer Blutbank. Eine öffentlich zugängliche Gerinnungspraxis, ein medizintechnisches Labor sowie ein Schulungs- und Besprechungsraum, in dem Fortbildungen stattfinden können, werden unter anderem das Angebot ergänzen.

Architektur für Effizienz und Klimaschutz

Der Neubau ist als Effizienzhaus 40 geplant – im Sinne des Klimaschutzes. Teils begrünte Fassaden, Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von rund 1 800 Quadratmetern, eine Luft-Wärmepumpe und die Wärmerückgewinnung über ein Kreislaufverbundsystem werden das nachhaltige Energiekonzept ergänzen. Dadurch wird das MVZ ohne fossile Heizenergie betrieben werden können. Eine vorgeschriebene unterbrechungsfreie Stromversorgung wird bei einem Stromausfall den Laborbetrieb sicherstellen.

Ein Hauptaugenmerk gilt auch der Dach- und Fassadengestaltung. So erhält die Laborhalle ein traditionelles Sheddach, das Nordlicht bietet, was von Vorteil beim Einsatz moderner labortechnischer Analysegeräte sowie für die Ablesung mikrobiologischer Proben ist. Das dreigeschossige Büro und das daran angegliederte zweigeschossige Labor sind als massive Stahlbetonkonstruktion konzipiert. Durch die Fensterbandarchitektur von beiden Gebäudeteilen wird viel natürliches Licht in die Räume kommen. So soll es dann aussehen: Mäanderförmige Fassadenbänder, die das Zusammenfließen der Flüsse Rhein und Mosel symbolisieren, dienen als prägende Gestaltungsbestandteile und zugleich als Verschattung für besonders sensible Laborbereiche. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist für Herbst 2026 geplant.

Ob es um Laborwelten in der Human- und Veterinärdiagnostik, der Lebensmittel- und Umweltanalytik und in der Forschung verschiedener Bereiche geht: Um hier spezifischen und auch den stetig steigenden Anforderungen gerecht zu werden, sind durchdachte, flexible und generationenübergreifende Konzepte gefragt. Dabei muss individuell auf die Strategie, Bedürfnisse und Prozesse der jeweiligen Labore eingegangen werden, um maßgeschneiderte und wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln. Ein zukunftsfähiges Laborgebäude gelingt darüber hinaus, wenn Optionen für Automation und Robotik vorgehalten werden, kluge Strategien zur Energieminimierung zur Anwendung kommen und schließlich ein attraktives, kooperatives Arbeitsumfeld entsteht. Kurzum: Die Zukunft der Laborimmobilie beginnt mit einer klugen Planung – und dem Mut, neue Wege zu gehen.

AUTOREN
Kambiz Hajizadeh-Zaker, 
Partner und Architekt
Bernd Hartmann, Partner und Geschäftsführer
Vollack GmbH & Co. KG, Wesseling
Tel.: 02236/943650
[email protected]
www.vollack.de

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