Reinräume planen und errichten

Risiken bei der Herstellung eines Reinraumes umgehen

Die Komplexität während der Errichtung eines Reinraumes wird leicht unterschätzt. Tatsächlich aber sind bei Planung, Errichtung und Qualifizierung eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, um eine passgenaue Lösung und einen effizienten Betrieb zu gewährleisten. Wie man ihnen am besten begegnet, erläutert dieser Beitrag.

So lassen sich Risiken bei der Herstellung eines Reinraumes vermeiden. © bc-technology GmbH

Das grundlegende Risiko bei der Herstellung eines Reinraums liegt in ungenügender Funktionstüchtigkeit, was heißt: Der Reinraum erreicht nicht die geforderten Werte und kann somit nicht für die vorgesehenen Aufgaben genutzt werden. Deshalb ist es für den Reinraum-Hersteller unumgänglich, die Prozesse beim Kunden zu analysieren. Nur so lässt sich sicherstellen, alle Kontaminationsquellen zu erkennen und auch in ihrer quantitativen und stofflichen Ausprägung zu erfassen. Das bedeutet: zuzuhören, konkret nachzufragen und gemeinsam nach derjenigen Lösung zu suchen, die mit möglichst einfachen Mitteln die geforderten Leistungswerte erbringt. 

Das beinhaltet die jeweils passenden Komponenten für die geforderten Aufgaben einzusetzen und auf die branchenspezifischen Anforderungen einzugehen. Es macht einen großen Unterschied, ob man einen Reinraum für eine Anwendung in der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt, im Automotive- oder dem Lebensmittelbereich konzipiert. Das Wissen um die jeweiligen spezifischen Anforderungen lässt sich einerseits in der engen Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber erschließen, gleichzeitig setzt z. B. bc-Technology als Reinraum-Hersteller auch auf die umfassende Vernetzung in spezialisierten Branchennetzwerken sowie mit Hochschulen.

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Mangelnde Abstimmung treibt die Preise

Jeder Reinraum stellt wegen produkt- und branchenspezifischer Anforderungen, räumlicher Rahmenbedingungen und individueller Prozesse ein Unikat dar. Damit entfallen „Lösungen von der Stange“. Die Qualität der Planung und die Umsetzung haben entscheidenden Einfluss auf die Gestehungskosten. Anders formuliert: Eine schlechte Abstimmung zwischen Architekt, Fachplaner, Prozesstechnik und Reinraum-Hersteller kann ins Geld gehen, denn Nachbesserungen oder nachträgliche An- und Umbauten sind meist kompliziert und teuer. Deshalb ist die Einbeziehung der Produktionsfachleute zusammen mit dem Reinraum-Team in die Bauplanung unumgänglich. Was sich naheliegend anhört, ist nicht selbstverständlich und muss konkret eingefordert werden. bc-Technology bietet den modularen Aufbau von Reinräumen nach Rastermaßen an, und die Beachtung dieser Rastermaße in der Bauplanung – ganz gleich, ob im Bestandsumbau oder bei neuen Immobilien – hilft nicht nur, die Kosten zu begrenzen, sondern legt gleichzeitig das Fundament für die notwendige Flexibilität.

Schnittstellenproblematik

Zum Risiko der mangelnden Abstimmung zählt auch das Risiko der Schnittstellenproblematik. Stammen die unterschiedlichen Komponenten eines Reinraums wie Mobiliar, Wände, Schleusen, Be- und Entlüftung, Filtertechnik, Steuerung etc. von unterschiedlichen Anbietern, erhöht dies die Risiken einer Fehlplanung, mindestens tritt aber eine weitreichende Schnittstellenproblematik zutage. bc-Technology tritt deshalb als One-Stop-Shopping-Anbieter auf und stellt sicher, dass das beauftragende Unternehmen nur einen Ansprechpartner hat. Umgesetzt wird dies durch eine hohe Fertigungstiefe, die bis hin zum eigenen Schaltschrankbau reicht. Alle Systeme in Wand und Decke werden von bc-Technologie verbaut, wobei ausschließlich Produkte zertifizierter Zulieferer zum Einsatz kommen. Die Steuerung der Komponenten erfolgt über ein System der Siemens AG. Das Customizing dieser Steuerung für die jeweilige Anwendung ist dabei selbstverständlich.

Verschiebungen verärgern Kunden nachhaltig

Eine ungenaue und unsachgemäße Planung führt in jedem Fall auch zu Verzögerungen. Damit drohen Verschiebungen etwa bei Serienanläufen und somit Einbußen auf der Einnahmeseite – und mit der Gefahr abwandernder Kunden sogar mittel- und langfristige Auswirkungen. Die auf Rastermaßen beruhende Planung der bc-Technology erlaubt es dagegen, bereits in der Planungsphase mit der Produktion zu starten. Dies ist möglich, da die einzelnen vorkonfigurierten Elemente so konstruiert sind, dass sie unterschiedliche Funktionen aufnehmen können: Filtereinheiten, Rückluftmodule, Medienversorgung, Lichteinheit oder bauseitige Einbauten lassen sich variabel einbauen. Insgesamt kann der Zeitvorteil durch standardisierte Rastermaße bis zu 30 % der Gesamtbauzeit betragen, da mit Beauftragung im Idealfall 80 % der Bauteile in die Produktion gehen können – und nicht erst nach Fertigstellung der Produktionszeichnungen.

Wartung, Schulung, Ergonomie

Ist der Reinraum gut geplant, reibungslos errichtet und umfänglich qualifiziert, muss der Betrieb unterbrechungsfrei und kostengünstig laufen. Dabei kommt hoher Wartungssicherheit eine entscheidende Bedeutung zu. bc-Technology setzt für die zugelieferten Komponenten überwiegend auf Zulieferer aus der Umgebung. Damit sind schnelle Verfügbarkeiten sichergestellt. Der Wartungsumfang umfasst Zeiten über Feiertage hinweg; das System erlaubt darüberhinaus Fernwartungen, was denkbare Downtimes weiter reduziert.

Der beste Reinraum ist nur so gut, wie das Personal, das ihn bewirtschaftet. Durch ergonomische Arbeitsplätze, angenehme Beleuchtung und attraktive Glasflächen für Sichtachsen und Durchblick im wahrsten Sinne des Wortes wird eine sachliche Grundlage gelegt. Unverzichtbar sind ergänzende Schulungen, die die Notwendigkeit bestimmter Vorgehensweisen und Arbeitsschritte sowie die Grundlagen des Arbeitens im Reinraum vermitteln.

Fazit

Die Herstellung eines Reinraumes bietet eine Vielzahl von Fehlerquellen, die Zeit und Geld kosten können. Die Umsetzung erfordert jeweils branchenspezifische Kenntnisse und endet bei Weitem nicht mit der Qualifizierung. Vielmehr sollte bereits bei der Planung auch eine weitreichende Variabilität für notwendige Änderungen der Prozesse oder neue regulatorische Vorgaben, Betriebssicherheit und die fortlaufende Schulung der Mitarbeiter bedacht werden.

AUTOR
Markus Huber
Vertriebsleiter
bc-technology GmbH

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