Miele investiert 30 Mio. Euro in Bielefeld

Neues Zentrum für professionelle Reinigungssysteme

Miele hat sein Bielefelder Werk grundlegend erweitert und modernisiert: Dabei spielt das neue Innovationszentrum für professionelle Reinigungssysteme (PRS) eine wesentliche Rolle, in dem alle Reinigungs- und Desinfektionsautomaten entstehen. Damit kann Miele auf Kundenwünsche noch schneller, flexibler und präziser reagieren – und die beispielhafte Qualität seiner Geräte weiter verbessern.

Die erste Station in der neuen Vorfertigung des Miele-Werks Bielefeld: Hier entstehen Spülräume für Gewerbegeschirrspüler sowie Reinigungs- und Desinfektionsautomaten. Das Foto zeigt ein Spülraum-Unterteil in der so genannten Rollierstation, Ober- und Mittelteil hält der Industrieroboter im Hintergrund schon bereit. Danach geht es weiter Richtung Laserschweißkabine am hinteren, rechten Bildrand. (Foto: Miele)

Knapp 30 Mio. Euro hat der Familienkonzern seit 2008 in den Bereich PRS an seinem zweitgrößten und zweitältesten Standort investiert. Die bekanntesten Produkte aus dem 1916 gegründeten Werk sind Staubsauger und Geschirrspüler für Privathaushalte. Was aber viele nicht wissen: Ein Drittel der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung entfällt auf die professionellen Reinigungssysteme.

Die entsprechenden Geräte gehören zum Geschäftsbereich „Miele Professional“ und sind für den Einsatz in Gewerbebetrieben, Kliniken, Arztpraxen oder Labore vorgesehen. Produziert und entwickelt werden sie von 300 der insgesamt 1800 Bielefelder Miele-Beschäftigten – wo gerade ein umfassender Generationswechsel stattfindet. „Ein Großteil unserer Geräte wird aktuell durch neue Baureihen ersetzt“, sagt Lutz Döhnert, der bei Miele in Bielefeld für die professionellen Reinigungssysteme verantwortlich ist.

Vor dem Schweißen wird der Spülraum-Mittelteil noch zum „U“ gebogen. Dafür gibt es eine Biegemaschine, die rechts auf dem Foto zu sehen ist. (Foto: Miele)

Alle neuen Werksteile sind konsequent auf kurze Durchlaufzeiten, niedrige Bestände und hohe Produktivität ausgelegt. Tatsächlich werden Aufträge um 50 % schneller erledigt. Die Lagerbestände sind um 20 % niedriger als früher. Möglich wird dies durch modernste Produktionskonzepte. Um diese zu nutzen, sind allein in die neue Spülraumfertigung 10 Mio. Euro geflossen. „Dank dieser Investitionen können wir jetzt noch schneller und wirtschaftlicher arbeiten als bisher“, so Döhnert.

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Durch eine schrittweise Produktivitätsverbesserung, die in enger Zusammenarbeit mit Betriebsrat und Belegschaft erreicht worden sei, lasse sich die Produktion um etwa 30 % steigern. Döhnert: „Mit Blick auf die zu erwartenden Stückzahlen können wir diese zusätzlichen Kapazitäten sehr gut gebrauchen. Und sie bringen uns Vorteile für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Standortes.“ Nicht zuletzt hatte Miele bei seinen Investitionen in die Gebäude und Fertigungseinrichtungen auch den Klima- und Ressourcenschutz im Blick: Der Energieverbrauch konnte im neuen Produktionsbereich um mehr als 10 % gesenkt werden.

Zweite Station der neuen Vorfertigung: Ein Roboter legt den fertigen Spülraum auf ein Förderband, das diesen zum nächsten Produktionsschritt bringt. Am linken Bildrand ist ein Drehteller zu sehen, dem der Roboter innerhalb des Sicherheitsbereichs die einzelnen Bauteile für den Spülraum entnimmt. Außerhalb dieses Bereichs kann ein Mitarbeiter die andere Hälfte des „Tellers“ gleichzeitig neu bestücken. (Foto: Miele)

Die wichtigsten Eckpfeiler des neuen Produktionskonzeptes sind die enge Verbindung zwischen einer neuen Montagehalle und der komplett erneuerten Vorfertigung sowie eine flexible Automatisierung der Prozesse. Wo früher die Spülräume per Rollnaht-Verfahren verschweißt wurden, sind heute Industrieroboter im Einsatz. So schweißt zum Beispiel ein Laser die Spülraum-Nähte in einer geschlossenen Kabine zusammen, überwacht von einem Mitarbeiter aus sicherer Entfernung. Vorteil der neuen Technik: Im fertigen Spülraum ist kein Spalt mehr erkennbar – was wiederum die Grundlage für spätere, beste Reinigungsergebnisse legt.

Danach werden die komplett verschweißten Spülräume von den Vakuumsaugern des nächsten Industrieroboters erfasst und automatisch in der Produktionskette weitergereicht. So lässt sich genau kalkulieren, welche Stückzahlen in welchem Zeitabstand für die Haupt- und Endmontage benötigt werden und bereitstehen.

Lutz Döhnert ist bei Miele in Bielefeld für die professionellen Reinigungssysteme verantwortlich. (Foto: Miele)

Während Vorfertigung und Montage enger zusammenrückten, sind Fertigungslinien und Logistik jetzt konsequent getrennt. Zudem werden flexible Montagesysteme mit kurzen Rüstzeiten eingesetzt. Beides trägt dazu bei, dass Miele je nach Auftragslage Laborspüler und Reinigungs- und Desinfektionsautomaten in unterschiedlicher Zahl und von unterschiedlich vielen Mitarbeitern fertigen lassen kann. Die Produktivität sei deutlich gesteigert worden, so Döhnert. „Im Bereich der Großraumdesinfektoren ist jedes Gerät ein kundenspezifischer Einzelauftrag, der früher bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen konnte. Heute schaffen wir das in zwei Tagen.“

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