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ManagementEntwicklungsprojekte outsourcen? Aber sicher!

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Management: Entwicklungsprojekte outsourcen? Aber sicher!

Erfolg in der Entwicklung mess- und automatisierungstechnischer Geräte bedeutet vor allem eines: Mit innovativen Technologien schneller am Markt zu sein. Um den nötigen Technologievorsprung vor direkten Wettbewerbsunternehmen erreichen bzw. halten zu können, müssen Produktideen schneller in kostengünstig produzierbare Geräte mit der zugehörigen Software umgesetzt werden. Nur so kann ein langfristiger Erfolg am Markt erreicht werden.

Die Marktaussichten im Gebiet der Prozess- und Automatisierungstechnik sind nach wie vor positiv und auf Wachstum eingestellt. Vor allem in Südostasien, Indien, Russland und Brasilien verzeichnen die Konsumgütermärkte sehr starkes Wachstum, gleichzeitig müssen immer öfter Umweltschutzregelungen befolgt werden. Dies veranlasst Unternehmen einerseits zum Bau neuer Produktionsstätten, andererseits zur Renovierung bestehender Werke [1]. Aber auch hierzulande wird kräftig investiert: Steigende Energiekosten und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes führen zu Investitionen auf dem Gebiet regenerativer Energien. Egal ob Biogas, Windkraft oder Solarenergie: All diese Technologien lassen sich nur durch Nutzung der Querschnittstechnologie Automation effizient erschließen [2].

Deutschland als Exportnation ¿ gerade im Bereich Maschinen- /Anlagenbau und Elektronik - sieht sich zunehmend mit der wachsenden Problematik des Ingenieur- und Fachkräftemangels konfrontiert. Laut VDI/IW Ingenieurmonitor rechne man weiterhin mit einer stabilen Konjunktur, wodurch ein Ende des Fachkräftemangels nicht abzusehen sei. Im Mai 2011 fehlten bereits über 73000 Fachkräfte, Tendenz steigend [3]. Folglich stellt sich auch für viele Unternehmen der Prozess- und Automatisierungsindustrie die Frage: Wie kann man trotz fehlender Ingenieure bestmöglich vom Marktwachstum profitieren, Umsätze maximieren und mit innovativen Produkten vorne mit dabei sein?

Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich nicht nur auf den Einsatz interner Ressourcen konzentrieren. Arbeitsabläufe mit hohem Ingenieureinsatz können gezielt an externe Stellen verlagert werden. Der Hebel kann bereits in der Produktentwicklung angesetzt werden. Erfahren Sie im Folgenden, wie sich ein Einsatz externer Entwicklungspartner lohnen kann:

Innovative Technologien und Experten-Know-how

Externe Entwicklungsdienstleister betrachten die Welt der Technik von oben. Durch den Einsatz in unterschiedlichen Branchen werden die unterschiedlichsten Tools angewendet und ein breitgefächertes Know-how aufgebaut. Dieser Überblick trägt dazu bei, dass die Lösungsansätze dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen und Entwicklungen auf High-End-Level möglich werden. Von Entwicklungsspezialisten wird gerne erwartet, weiter als ganz vorne zu sein. Diese Unternehmen sind somit bestrebt, nie stehenzubleiben und ihr Wissen stetig zu aktualisieren.

Die Entwicklung eines Produktes ist der Anfang jedes Produktlebenszyklus. Werden bereits in dieser entscheidenden Phase Fehler gemacht, wirken sich diese später umso gravierender auf alle folgenden Prozess-Schritte aus. Deshalb ist es sinnvoll darüber nachzudenken, in der Entwicklungsphase Spezialisten hinzuzuziehen, die entweder beratend das Projekt begleiten oder selbst die Entwicklung in die Hand nehmen.

Risikominimierung durch schnellere Entwicklungszeiten und Vorzertifizierungen Die Entwicklung eines Dienstleistungsunternehmens ist dessen Produktion, d.h. wenn es hier zum Stillstand kommt, kostet es viel Geld. Daher sind erfahrene Entwicklungsdienstleister Profis im Bereich Projektarbeit. Projekte können aufgrund des einschlägigen Know-hows und bestehender Erfahrungswerte effektiv bearbeitet werden. Etablierten und erfahrenen Unternehmen geht die korrekte Einhaltung von Prozessen und ein fachmännisches Vorgehen bei Projektarbeit einfach von der Hand. Bietet ein externer Entwicklungspartner zusätzlich zur reinen Entwicklungsarbeit noch Vorzertifizierungstests oder die Zertifizierung an, wird das eigene Risiko nochmals minimiert. Die Entwicklungszeiten können mit dem richtigen Entwicklungspartner optimiert und verkürzt werden, sodass eine schnellere Produktverfügbarkeit realisierbar wird.

Nicht zu vergessen: der Kostenaspekt

Dieser Aspekt ist für die Fremdvergabe von Entwicklungsprojekten nicht zu vernachlässigen. Bedingt durch den anhaltenden Fachkräfte- und Ingenieurmangel können Gerätehersteller oft nicht mehr alle Produktentwicklungen selbst durchführen. Die Personalabteilungen sind laufend auf Suche nach geeigneten Kandidaten, die hohe Zahl offener Stellen kann trotzdem nur schwer besetzt werden. Wird ein Produkt extern entwickelt, können gezielt die Unternehmen beauftragt werden, die in der speziellen Sache das größte Know-how aufweisen. Interne Mitarbeiterschulungen oder Neueinstellungen für spezielle Fachgebiete entfallen. Nicht nur die Fixkosten einer Organisation können gesenkt werden. Durch Fremdvergabe eines Projekts werden die Kosten gut kalkulierbar. Externe Entwicklungspartner kennen sich in der Kalkulation von Projekten bestens aus und wird ein Rahmenangebot erstellt, weiß dessen Kunde genau, welche Kosten auf ihn zukommen werden. Auch die nicht monetären Aspekte sollten an dieser Stelle berücksichtigt werden: Durch ein Engagement externer Fachleute werden neue Sichtweisen eingebracht und die Sache von neuen Blickwinkeln betrachtet.

Ein gewisser Grad an unreflektiertem Handeln und "falscher" Routine lässt sich auch in den besten Unternehmen nicht ganz vermeiden. Prozesse und Arbeitsabläufe sind seit Jahren etabliert, ein kritischer Blick ist seit langem nicht mehr darauf geworfen worden. Hier kann es sehr hilfreich sein, externe Fachleute in die Entwicklungsphase eines Produktes mit einzubeziehen.

Was den richtigen Entwicklungspartner auszeichnet

Die Suche eines geeigneten Partners für Entwicklungsarbeiten gestaltet sich einfach, sofern man weiß, worauf zu achten ist: Im Vorfeld sollte mit dem externen Dienstleister ausführlich über das zu entwickelnde Produkt und die genaue Zielstellung gesprochen werden. Je nachdem können auch Workshops und Trainings erforderlich sein, um die erwünschten Ergebnisse zu definieren und abzuklären.

Beteiligt sich der Entwicklungsdienstleister aktiv in Forschungs- und Entwicklungsgruppen? Ist er Mitglied in branchenspezifischen Verbänden und Organisationen? Arbeitet er in technologiespezifischen Arbeitskreisen und Gremien mit? Die Antworten auf diese Fragen können ein Indikator sein, wie stark sich das Unternehmen an zeitgemäßen Themen orientiert und sich über den neuestem Stand von Wissenschaft und Technik informiert hält ¿ bzw. durch aktive Mitarbeit selbst Maßstäbe setzt!

Man sollte darauf achten, dass vor Beginn der Zusammenarbeit eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet wird. Dies ist die Basis für eine offene Kommunikation unter beiden Partnern.

Transparenz und Offenheit sind bedeutende Aspekte. Ohne sie wird die gemeinsame Zielverfolgung erschwert und mühsam. Das Verschweigen von Sachlagen und eine mangelhafte bzw. keine Kommunikation untereinander behindern den Informationsfluss. Probleme kann man nur lösen wenn man sie kennt. Folglich ist eine offene Kommunikation auf beiden Seiten zwingend notwendig.

Es ist ratsam, nach Erreichen eines Meilensteins parallel die Einhaltung des Budgets zu überwachen. Allfällige Abweichungen können zeitnah nachvollzogen und analysiert werden, und ggf. sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Sobald die Entwicklungsarbeit abgeschlossen ist, sollten sämtliche Entwicklungsdokumente vollständig an das Unternehmen übergeben werden. Nur so können eigene Gebrauchsmuster und Patente angemeldet werden. Ist das Unternehmen Inhaber der Entwicklungsrechte, können künftige Entwicklungen selbst weitergepflegt und Varianten abgeleitet werden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Fremdvergabe von Entwicklungsprojekten viele Chancen und Vorteile für ein Unternehmen mit sich bringen kann. Der Angelpunkt ist die Auswahl des richtigen Entwicklungspartners. Ist er einmal gefunden, ist eine fortdauernde Geschäftspartnerschaft keine Seltenheit.

[1] Vgl.:http://www.elektronikpraxis.vogel.de/marktzahlen/articles/303242/ (11.8.2011)

[2] Vgl.:http://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Presse/2010/Rede_Kegel_print.pdf (11.8.2011)

[3] Vgl.:http://www.scope-oline.de/upload_weka/Ingenieurmonitor%202011-06_745812.pdf (11.8.2011)

Zum Autor:

Dipl.-Ing. (FH) Peter Bernhardt ist Vertriebs- und Marketingleiter bei MESCO Engineering GmbH, Lörrach. MESCO Engineering ist Spezialist für kundenspezifische Elektronik- und Softwareentwicklungen für Prozess- und Automatisierungsgeräte. Herr Bernhardt berät seine Kunden hinsichtlich möglicher Entwicklungsprojekte und gibt in Workshops und Seminaren wertvolle Infos zum Thema.

info@mesco-engineering.com

www.mesco-engineering.com

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