EditorialChemie auf CO2-Basis?

Chemie auf CO2-Basis?
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Editorial: Chemie auf CO<sub>2</sub>-Basis?

Die chemische Industrie wird ihre Rohstoffversorgung in Zukunft auf eine breitere Basis stellen und dadurch die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren. So lautet die Kernaussage des jüngst veröffentlichten Positionspapiers „Rohstoffbasis im Wandel“ der vier Chemieorganisationen GDCh, DECHEMA, DGMK und VCI. Die Publikation befasst sich mit fossilen, regenerativen und anorganischen Rohstoffen sowie dem Thema Wasserstoff und will lohnende Forschungsgebiete zur zukünftigen Sicherung der Rohstoffbasis aufzeigen. Denn Erdöl – der mit Abstand wichtigste Rohstoff in der Chemie – wird bereits in absehbarer Zeit knapp und damit teuer. In circa 40 Jahren dürften die Ölquellen dann endgültig versiegt sein. Erdöl zur Herstellung von Basischemikalien muss daher mittelfristig durch andere Rohstoffe ergänzt und letztlich ersetzt werden.

Alternative Kohlenstoffquellen könnten Erdgas, Kohle, aber auch Biomasse sein. Nachwachsende Rohstoffe dürften also in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Aber: Wenn ihr Anteil an der Rohstoffversorgung von derzeit 10 Prozent weiter ausgebaut werden soll, müssen Nachwachsende Rohstoffe zum einen in ausreichender Menge und Qualität sowie zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen. Zum anderen muss aber auch das Problem der Konkurrenzsituation zu Nahrungs- und Futtermitteln gelöst werden. Die thermische Umsetzung von Stroh, Holz- und Papierabfällen zur Gewinnung von Synthesegas könnte hier jedoch Abhilfe schaffen.

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Sie sehen, liebe Leser: Alternativen zu Erdöl als Chemierohstoff gibt es durchaus, allerdings sind hier noch beträchtliche Forschungsanstrengungen notwendig. Die Politik müsse entsprechende Forschung mehr unterstützen und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen, heißt es denn auch im genannten Positionspapier. Zudem seien auch Maßnahmen zur Einsparung von Erdöl im Energie- bzw. Kraftstoffbereich notwendig. Denn allein 85 Prozent des gesamten Erdölverbrauchs entfallen hierauf. In der stofflichen Nutzung des „Klimagases“ CO2 sehen die Autoren ein weiteres zukünftiges Forschungsfeld für Chemiker. Erfolge auf diesem Gebiet könnten der Chemie eine völlig neue Rohstoffquelle erschließen.


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