Editorial
Quo vadis Biotechnologie?
Quo vadis Biotechnologie?
In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Vom 18. bis 22. Juni öffnet die ACHEMA in Frankfurt ihre Tore. Dieses nur alle drei Jahre stattfindende Branchenhighlight für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Zur letzten Veranstaltung 2009 wurden 173 000 Besucher gezählt und exakt 3767 Aussteller zeigten ihre Produkte in den Frankfurter Messehallen. Die ACHEMA 2012 könnte dieses Ergebnis sogar noch toppen – die Veranstalter jedenfalls gehen von einem leichten Zuwachs gegenüber 2009 aus.
Wachstum verzeichnet indes auch die deutsche Biotech-Branche. So konnten die Unternehmen 2011 den Umsatz um 10 % auf 1,09 Mrd. Euro steigern und auch die Beschäftigtenzahl stieg gegenüber 2010 an, und zwar um 4 % auf gut 10 000. Diese Zahlen stammen aus dem deutschen Biotechnologie-Report 2012, den die Beratungsgesellschaft Ernst & Young kürzlich veröffentlicht hat. Dieser attestiert der Branche einen stabilen Wachstumskurs, zumal die Unternehmen ihre Verluste reduzieren (–5 %) und die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigern konnten (+4 %). „Die Biotech-Branche nimmt weiter Fahrt auf und Innovationen werden zunehmend aus dem operativen Cash Flow bezahlt“, sagte Siegfried Bialojan von Ernst & Young bei der Vorstellung des Reports.
Der Bericht weist jedoch auch auf ein großes Problem hin, mit dem die deutsche Biotech-Branche zu kämpfen hat: Der Kapitalzufluss an die Unternehmen ging 2011 extrem zurück, und zwar von 441 auf 130 Mio. Euro – also um über 70 %! Selbst im Krisenjahr 2009 investierten Kapitalgeber mit 153 Mio. Euro mehr. In den USA hingegen war die Entwicklung 2011 eine andere: Dort stieg der Kapitalzufluss im Jahresvergleich von 21,5 auf 29,8 Mrd. Euro. Es ist also zu befürchten, dass die US-Biotech-Branche ihr deutsches Pendant langfristig immer weiter abhängt – zumindest wenn es um die teure und risikoreiche Medikamentenentwicklung geht. Nicht umsonst fordert der aktuelle Biotechnologie-Report verbesserte Rahmenbedingungen für Investoren.
Doch zurück zur ACHEMA. Zwar erscheint unser Messeheft erst nächsten Monat, aber bereits jetzt möchten wir Sie ein wenig auf dieses Ereignis einstimmen. Deshalb präsentieren wir Ihnen im Leitartikel ab Seite 12 neue Trends und zukünftige Entwicklungen in der Prozessanalytik.
Eine erkenntnisreiche Lektüre unserer Mai-Ausgabe wünscht Ihnen









