Bioethanol: Marktdaten 2015

Beimischung zu Kraftstoffen leicht gesunken

Die Produktion von Bioethanol in Deutschland wuchs 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 %. Der Verbrauch im Benzinmarkt ging um 4,5 % zurück. Dies teilte der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit.

In den deutschen Bioethanolwerken wurden im Jahr 2015 insgesamt 739 821 t Bioethanol produziert, dies sind 12 940 t bzw. 1,8 % mehr als im Jahr 2014. Aus Industrierüben wurden 264 665 t Bioethanol hergestellt, ein Plus von 21 951 t, d.h. 9,0 % mehr als im Jahr 2014. Dies entspricht einer Rohstoffmenge von 2,85 Mio. t Industrierüben an der auf insgesamt 20,5 Mio. t geschätzten deutschen Zuckerrübenernte im Jahr 2015/16 (13,9 %). Die Herstellung aus Futtergetreide war rückläufig: Aus diesem Rohstoff wurden 467 272 t Bioethanol hergestellt, ein Minus von 8690 t, d.h. 1,8 % weniger als im Vorjahr. Der Anteil des dabei verarbeiteten Futtergetreides an der gesamten deutschen Getreideernte von 44,9 Mio. t beläuft sich auf 3,4 %.

Aus sonstigen Stoffen, wie z.B. Reststoffen und Abfällen aus der Lebensmittelindustrie, wurden 7884 t Bioethanol hergestellt. Ein Rückgang um 3,9 %, im Vorjahr waren es 8205 t.

Im Jahr 2015 war der deutsche Benzinmarkt trotz günstiger Preise ab Jahresmitte mit 18,2 Mio. t verkauftem Benzin erstmals seit 2013 wieder leicht rückläufig (-1,6 %). Der Verbrauch von Bioethanol in Super und Super E10, in ETBE und in E85 ging um 4,5 % zurück. Insgesamt wurden 1,17 Mio. t Bioethanol für Kraftstoffanwendungen verbraucht. Die Kraftstoffsorte Super mit bis zu 5 % Anteil Bioethanol verzeichnete einen Zuwachs von +2,1 %. Die deutsche Bioethanolwirtschaft war davon ausgegangen, dass sich die seit Januar 2015 geltende Pflicht der Mineralölwirtschaft zur Minderung des CO2-Ausstoßes von Kraftstoffen positiv auf den Absatz von Bioethanol auswirken würde.

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Die Nachhaltigkeitsnachweise über die CO2-Einsparung von Bioethanol zeigten im Jahr 2015 eine deutliche Verbesserung gegenüber 2014, was dazu führte, dass mit weniger beigemischtem Bioethanol das CO2-Minderungsziel leicht erreicht werden konnte. Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe: „Die Anhebung der Pflicht zur Minderung des CO2-Ausstoßes von Kraftstoffen auf 4,0 % ab dem Jahr 2017 könnte dann wieder einen steigenden Absatz von Bioethanol bewirken. Es widerspricht jedoch der Zielsetzung von weniger Schadstoffausstoß im Verkehr, dass dieser Wert nach dem novellierten Bundesemissionsschutzgesetz erst ab dem

Jahr 2020 sprunghaft auf 6,0 % erhöht werden soll. Eine kontinuierliche Anhebung von 0,5 Prozentpunkten pro Jahr wäre angemessen und für die Mineralölwirtschaft machbar.“

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