Chemikalienverordnung REACH

ECHA drängt auf höhere Qualität der Registrierungsdossiers

Dr. Dieter Reiml, REACH-Experte der TÜV SÜD Industrie Service GmbH.

Bisher entsprechen viele Registrierungen unter REACH nicht den Vorgaben der europäischen Chemikalienverordnung. Das war eines der wichtigsten Ergebnisse auf dem letzten "Stakeholder Day" der ECHA in Brüssel.

Die Registrierungsbehörde bezeichnete die Verbesserung der Compliance als eines ihrer wichtigsten Ziele. TÜV SÜD unterstützt Unternehmen bei der korrekten Registrierung und sorgt damit für Rechts- und Planungssicherheit.

Mehr als 7300 Stoffe wurden seit 2008 registriert. Bis Ende 2013 evaluierte ECHA etwa 1000 Registrierungsdossiers, was ungefähr 25 % aller bis 2010 registrierten Stoffe abdeckt. "Die ECHA hat angekündigt, dass der Evaluationsbericht bis Ende Februar 2014 veröffentlicht werden soll", berichtet Dr. Dieter Reiml, REACH-Experte der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. "Aber auf dem Stakeholder Day hat sich bereits gezeigt, dass der Behörde die Schlussfolgerungen aus dem Bericht nicht gefallen."

Bei der Evaluation hätte sich herausgestellt, dass viele Registrierungen nicht konform mit REACH gewesen seien. Das könne zu Rechtsstreitigkeiten oder zur Verfolgung durch die Überwachungsbehörden der Mitgliedsstaaten oder in bestimmten Fällen sogar zum Entzug der Registrierungsnummer führen. Ein weiteres häufiges Defizit der Registrierungsdossiers sei eine unklare Stoffidentität oder eine wissenschaftlich unzureichende Begründung für die Stoffidentität.

Auf dem Stakeholder Day kündigte ECHA die Verbesserung der Compliance als eines ihrer Hauptziele an. Die Informationen, die von den Registranten eingereicht werden, liefern die Grundlage für den Schutz der Beschäftigten am Arbeitsplatz, die Überwachungsmaßnahmen in der Lieferkette und die bessere Information der Öffentlichkeit. Registranten sollten sich bewusst sein, dass Informationsdefizite zu ungeeigneten Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz oder zur Gefährdung von Konsumenten führen können. Der ab 2014 gültige Fahrplan der Behörde für die Registrierungsfrist 2018 wird strengere Qualitätskontrollen beinhalten. Alle Dossiers sollen mit Blick auf Konsistenz, Compliance und Tauglichkeit systematisch gescreent werden. Das bedeutet:

  • Registrierungsdossiers dürfen keine widersprüchlichen Informationen enthalten,
  • Registrierungsdossiers müssen den gesetzlichen Anforderungen von REACH entsprechen,
  • Registrierungsdossiers müssen ihre Eignung zur Kommunikation in der Lieferkette, zur Information der Öffentlichkeit und zur Verwendung im behördlichen Vollzug beweisen.

Seit 2008 hat TÜV SÜD bereits eine große Zahl von Registrierungsdossiers erfolgreich eingereicht, darunter Lead Dossiers für alle Arten von Stoffen und für Stoffe mit allen erdenklichen intrinsischen Eigenschaften. "Durch die ausreichende Qualität von Registrierungsdossiers könnten Unternehmen nicht nur Auseinandersetzungen mit der ECHA und den nationalen Behörden vermeiden, sondern auch  Kosten sparen", erklärt Dr. Dieter Reiml. "Wenn die Dossiers von erfahrenen Experten erstellt werden, sind keine Updates bzw. Nachbesserungen erforderlich, was den gesamten Zeit- und Kostenaufwand erheblich reduziert." Weitere Informationen zu den Leistungen von TÜV SÜD in diesem Bereich sind zu finden unter www.tuev-sued.de/reach.

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