VCI veröffentlicht Zahlen für zweites Quartal 2025

Melanie Steinbeck,

Wirtschaftliche Lage der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht unter Druck: Der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) sieht dafür mehrere Ursachen. Fest steht, die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie musste im zweiten Quartal 2025 deutliche Rückschläge hinnehmen. Produktion, Umsatz und Preise gingen zurück – und die erhoffte Trendwende im Inlandsgeschäft blieb aus. Auch die internationalen Märkte zeigten sich schwach.

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete im zweiten Quartal 2025 deutliche Rückschläge. Symbolbild. © TT Studio/stock.adobe.com

Rückgang bei Produktion und Kapazitätsauslastung

Die Produktion sank im Vergleich zum ersten Quartal um 3,8 Prozent und lag damit 3,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders auffällig war der Einbruch der Kapazitätsauslastung, die nur noch bei 71,7 Prozent lag – dem niedrigsten Stand seit 1991. Damit blieb die Branche deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.

Indikatoren zur deutschen Chemie- und Pharmaindustrie © VCI

„Das zweite Quartal war für die Chemie ein weiterer Härtetest. Schwache Nachfrage, sinkende Umsätze und eine Produktion weit unter Vorkrisenniveau", erklärt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. „So sieht derzeit die Realität in unserer Branche und auch in weiten Teilen der deutschen Industrie aus. Geopolitische Krisen und politischer Zickzack zündeln an der Wirtschaft. Die Unsicherheit in Chemie- und Pharmaunternehmen ist riesig und lähmt das Geschäft.“

Kapazitätsauslastung der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie © Destatis, Ifo, VCI

Er fordert von der Bundesregierung entschlossenes Handeln: „Die Feuerwehreinsätze des Kanzlers auf internationalem Parkett waren richtig und wichtig. In den zweiten 100 Tagen muss die Regierung die versprochene spektakuläre Aufholjagd starten. Nehmt gemeinsam die Schaufel in die Hand und baut den riesigen Bürokratieberg und die strukturellen Defizite am Standort ab. Jetzt zählt nur Handeln – mutig, schnell, entschlossen.“

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Auftragseingang der Chemie- und Pharmaindustrie © Destatis, VCI

Preise und Umsatz unter Druck

Der Quartalsbericht zeigt: Auch die Erzeugerpreise gaben nach. Im Quartalsvergleich sanken sie um 0,6 Prozent und lagen damit 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders betroffen waren Petrochemikalien und Polymere.

Gesamtumsatz der Chemie- und Pharmaindustrie © Destatis, VCI

Der Gesamtumsatz der Branche fiel im zweiten Quartal auf 52,2 Milliarden Euro – ein Minus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Während Wasch- und Körperpflegemittel stabil blieben, verzeichneten fast alle anderen Sparten Rückgänge.

Internationale Märkte bleiben schwierig

Die europäische Wirtschaft verlor im zweiten Quartal deutlich an Schwung, auch in Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Entsprechend schwach zeigte sich die Nachfrage nach chemischen Produkten in der EU, dem wichtigsten Absatzmarkt.

Auslandsumsatz der chemischen- und pharmazeutischen Industrie © VCI

In den USA wirkte sich die Zollpolitik zunehmend belastend auf die Industrieproduktion aus. Chinas Wirtschaft wuchs zwar überraschend stark, doch Überkapazitäten und Preisdruck machen den Markt für die Chemie schwierig.

Prognose: Stagnation im Gesamtjahr 2025

Kennzahlen der Sparten © Destatis, VCI

Trotz des Rückschlags hält der Verband der Chemischen Industrie (VCI) an seiner Jahresprognose fest. Für die gesamte Chemie- und Pharmaindustrie wird eine stagnierende Entwicklung erwartet. Während die Produktion der Chemie um rund 2 Prozent zurückgehen dürfte, wird für die Pharmaindustrie ein leichtes Plus prognostiziert. Der Branchenumsatz soll insgesamt um 1 Prozent auf 221 Milliarden Euro sinken.

Geschäftsklima der Chemie- und Pharmaindustrie © ifo, VCI

Eine Trendwende zeichnet sich nach Einschätzung des VCI weder im Inland noch im Ausland kurzfristig ab. Die Hoffnungen richten sich auf das Jahr 2026 – vorausgesetzt, die geplanten politischen Maßnahmen zur Entlastung und Stärkung des Standorts greifen schnell und nachhaltig.

Quelle: Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)

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