Wiederverwendung von Prozessabwasser

Covestro setzt innovatives Recycling-Verfahren ein

Der Werkstoffhersteller Covestro testet in der Kunststoffproduktion ein innovatives umweltfreundliches Verfahren zur Wiederverwendung von salzhaltigem Prozessabwasser. Eine entsprechende Pilotanlage am Standort Krefeld-Uerdingen wurde am 29.01. durch Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks in Betrieb genommen.

Knopfdruck zur symbolischen Inbetriebnahme der NaCl-Recyclinganlage in Krefeld-Uerdingen – vorgenommen durch die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks (mitte), unterstützt von Covestro Vorstand für Innovation Dr. Markus Steilemann (links) und NRW Standortverbundleiter Dr. Klaus Jaeger. (Bildautor: Covestro)

Die neue Technologie verringert den Salzgehalt in Gewässern wie dem Rhein und schont die Trinkwasser-Ressourcen. Sie wird bei der Herstellung des Hochleistungskunststoffs Polycarbonat verwendet, der in vielen Bereichen wie dem Automobilbau, der Elektronikbranche und der Medizintechnik benötigt wird.

Das Bundesumweltministerium hat das Projekt als hervorragendes Beispiel für die Umsetzung des Kreislaufgedankens in der Industrie mit rund 740000 Euro gefördert. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf etwa 3,7 Mio. Euro.

Covestro-Innovationsvorstand Dr. Markus Steilemann erklärte bei der Inbetriebnahme, mit dem Schritt stelle das Unternehmen einmal mehr seine Fähigkeit und den Willen unter Beweis, durch neue Verfahren zu Ressourcenschonung und Umweltschutz beizutragen. „Die großzügige Unterstützung des Bundes ist uns ein Ansporn, in unseren Bemühungen um die Entwicklung nachhaltiger Technologien und Produkte nicht nachzulassen.“

Beitrag zur Stärkung der Verbundstruktur
Dr. Klaus Jaeger, Standortleiter für die Covestro-Werke in Nordrhein-Westfalen, hob die große Bedeutung von Stoffkreisläufen für das Unternehmen hervor. „Das neue Verfahren stärkt unsere Verbundstruktur am wichtigen Standort Krefeld-Uerdingen, da es der gesamten Produktion hier zugute kommt“, betonte der NRW-Chef.

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Bei Covestro wird nun erstmalig in Deutschland salzhaltiges Industrieabwasser im Rahmen einer industriellen Pilotanlage wiederverwertet. Solches vorgereinigtes Salzwasser wird üblicherweise in Gewässer eingeleitet, im konkreten Fall in den Rhein, der unmittelbar am Werk verläuft. Mit Hilfe der neuen Anlage kann jetzt ein Teil des Abwassers zur Produktion von Chlor in der Elektrolyse wiederverwendet werden. Chlor wiederum ist einer der wesentlichen Rohstoffe bei der Herstellung von Polycarbonat und anderen Kunststoffen.

Wiederverwendung in der Chlorherstellung
Dank des neuen Verfahrens lassen sich bei der Chloralkali-Elektrolyse jetzt pro Jahr bis zu 30000 Tonnen Salz und 400000 Tonnen sogenanntes vollständig entsalztes Wasser einsparen. Das entspricht der Vermeidung von 6200 Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich. Pro Stunde kann die Einleitung von bis zu 70 m³ salzhaltigen Abwassers in den Rhein vermieden werden; in entsprechendem Umfang werden Trinkwasserressourcen geschont.

Covestro hat die Chloralkali-Elektrolyse bereits durch energiesparende Verfahren optimiert. So kann der Strombedarf durch den Einsatz der vom Unternehmen mitentwickelten Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie gegenüber dem Standardprozess um weitere 30 % gesenkt werden. Würden beispielsweise alle deutschen Chlorhersteller dieses marktreife Verfahren flächendeckend einführen, ließe sich der gesamte Energieverbrauch des Landes um 1 % senken. Das entspricht etwa dem jährlichen Energiebedarf der Großstadt Köln.

Die Produktion von Polycarbonat hat am Standort Krefeld-Uerdingen, wo Covestro rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt, eine lange Tradition. 1953 entdeckte dort der Chemiker Dr. Hermann Schnell das Polycarbonat Makrolon®, dessen industrielle Herstellung fünf Jahre später dort begann und das Covestro heute weltweit vermarktet.

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