Robustes Design und standardisierte Methoden

Dauerhaftes Insektenmonitoring etablieren

Mit einem neuen Forschungsvorhaben zum Thema „Rückgang von Insekten“ soll die Basis geschaffen werden, um mittels ausgewählter Artengruppen die Anzahl und Verbreitung von Insekten in Nordrhein-Westfalen dauerhaft zu erfassen.

Schmetterlinge, wie der Schachbrettfalter (Melanargia galathea), sollen großflächig in Nordrhein-Westfalen untersucht werden. © Thomas Fartmann

Gemeinsam mit der Universität Osnabrück wird das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) in den kommenden drei Jahren die Grundlagen für eine landesweite Dauerüberwachung (Monitoring) schaffen. Insgesamt sollen der Zustand und die Entwicklung der Insektenvielfalt nach einem einheitlichen Standard erfasst werden, um landesweit gültige Aussagen zu erhalten.

Nicht alle Rückgangsursachen bekannt

„Der Insektenrückgang hat auch vor Nordrhein-Westfalen nicht Halt gemacht“, betonte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, die mit ihrem Ministerium das Forschungsvorhaben mit knapp 480 000 Euro finanziell unterstützt. „Nicht nur einzelne Insektenarten sind gefährdet und gehen immer weiter zurück, auch die Biomasse flugfähiger Insekten nimmt insgesamt ab. Es sind zwar etliche Rückgangsursachen bereits bekannt, andere liegen jedoch noch im Dunkeln. Deswegen fahren wir zweigleisig: neben der Förderung konkreter Maßnahmen zum Insektenschutz investieren wir parallel in die Forschung. Wir möchten gerne wissen, welche Artengruppen wie stark betroffen sind, ob es Unterschiede in verschiedenen Lebensräumen gibt und ob die Auswirkungen regional unterschiedlich sind.“

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„Wenn wir verstehen wollen, wie sich die Vielfalt der Insekten unter einer zunehmend intensiven Landnutzung und den Folgen des Klimawandels verändert, brauchen wir ein Monitoring, das mit einem robusten Design und standardisierten Methoden landesweit gültige Ergebnisse sicherstellt“, erläuterte LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen. Das Forschungsprojekt des LANUV baut auf den bereits bestehenden Aktivitäten im Monitoring zur Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen auf. Berücksichtigt werden dabei die derzeit vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeiteten Empfehlungen für die Erhebungsmethoden, um die Aktivitäten zum Insektenmonitoring zwischen Bund und Ländern zu harmonisieren.

Von den 25 000 Insektenarten, die in Nordrhein-Westfalen vorkommen, werden in dem neuen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in einem ersten Schritt die Tagfalter und Heuschrecken genauer unter die Lupe genommen. „Die Arten beider Artengruppen sind eng an ihre Lebensräume angepasst und damit sehr gute Indikatoren für die Vielfalt an Lebensräumen und die Intensität der Landnutzung,“ erläuterte Apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann, Projektleiter an der Universität Osnabrück. „Tagfalter und Heuschrecken stehen damit stellvertretend für viele andere Artengruppen und ermöglichen auch allgemeine Aussagen zum Zustand der Insektenvielfalt hierzulande. Zudem sind sie gut zu erfassen und daher ideal für ein dauerhaftes Monitoring geeignet.“

Uni Osnabrück

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