DFG-Präsidentschaftswahl

Barbara Schick,

Katja Becker bleibt für weitere vier Jahre Präsidentin der DFG

Die Biochemikerin und Medizinerin Katja Becker wurde von der Mitgliederversammlung für eine zweite Amtszeit gewählt. Sie steht damit für weitere vier Jahre als Präsidentin an der Spitze der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Prof. Dr. Katja Becker. © DFG / Rainer Unkel

Katja Becker steht für weitere vier Jahre als Präsidentin an der Spitze der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Mitgliederversammlung der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland wählte die Biochemikerin und Medizinerin am 28. Juni 2023 in Saarbrücken für eine zweite Amtszeit. Becker war bei der im Rahmen der DFG-Jahresversammlung stattfindenden Wahl auf Vorschlag einer Findungskommission des Präsidiums und des Senats sowie der Mitgliedseinrichtungen der DFG die einzige Kandidatin. Ihre zweite Amtsperiode beginnt am 1. Januar 2024.

Becker ist seit dem 1. Januar 2020 Präsidentin der DFG und die erste Wissenschaftlerin in diesem Amt. Sie wurde am 7. März 1965 in Heidelberg geboren, wo sie auch Medizin studierte und sich nach ihrer Promotion in Biochemie habilitierte. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit Schwerpunkten in der Malaria-Forschung und Medikamentenentwicklung gegen Tumor- und Infektionskrankheiten führte sie ihre ärztliche Ausbildung fort, die sie mit der Facharztprüfung abschloss. Auslandsaufenthalte führten sie nach Basel, Oxford, an das Scripps Research Institute in La Jolla, CA, und nach Afrika. Nach einer weiteren Station am Zentrum für Infektionsforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist Becker seit 2000 Professorin für Biochemie und Molekularbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, an der sie von 2009 bis 2012 auch Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs war. In der DFG, von der sie vielfach gefördert wurde, war Becker ab 2014 Vizepräsidentin und Vorsitzende der Ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung, bevor sie im Juli 2019 in Rostock als Nachfolgerin des germanistischen Mediävisten Peter Strohschneider zur Präsidentin gewählt wurde.

Anzeige

Die erste Amtszeit Beckers stand vielfach im Zeichen globaler Krisen und Herausforderungen und deren Auswirkungen auf die Wissenschaft, zu deren Bewältigung die DFG vielfältige Aktivitäten entwickelte: In der Coronavirus-Pandemie setzte sie ab dem Frühjahr 2020 zum einen darauf, die geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren Projekte zu entlasten. Hierfür konnten insgesamt rund 175 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, die maßgeblich zur Fortführung der Forschungsarbeiten und zur Stabilisierung des Wissenschaftssystems beitrugen. Zum anderen leitete die DFG mit der bundesweit größten fächerübergreifenden Ausschreibung und einem neuen Förderformat („Fokusförderung“) sowie begleitet von ihrer neu eingerichteten Interdisziplinären Kommission für Pandemieforschung mehr als 150 neue Forschungsprojekte zur Erforschung der Coronavirus-Pandemie und anderer Pandemien in die Wege.

Ein starker internationaler Akzent in Beckers erster Amtszeit zeigte sich auch in ihrem Engagement im Global Research Council (GRC), dem weltweiten Zusammenschluss von mehr als 150 Forschungsförderorganisationen, in dem sie bis Mai 2023 Vorsitzende des Governing Board war. Innerhalb der DFG wurden in Beckers erster Amtszeit mehrere Vorhaben vorangetrieben, die nicht zuletzt von ihr selbst bei ihrer Wahl angekündigt worden waren: Zu ihnen zählten etwa die weitere Novellierung der Satzung der DFG und ein noch stärker auf Dialog und Vertrauen gegründeter Austausch mit den Akteuren innerhalb der DFG und im Wissenschaftssystem, aber auch mit Politik und Öffentlichkeit. Mit Blick auf das Förderhandeln setzte sich Becker auch persönlich stark dafür ein, das Forschungspotenzial an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften stärker zu erschließen, wozu die DFG inzwischen ein ganzes Maßnahmenbündel implementiert hat. Weitere wichtige Themen waren der digitale Wandel in den Wissenschaften, die Gleichstellung und Diversität sowie Fragen von Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem.

Für die kommenden Jahre hält Becker zusätzlich zu den aktuellen eine Reihe weiterer Themen für bedeutungsvoll, wie sie anlässlich ihrer Wahl für eine zweite Amtszeit ausführte: Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulen kommt aus ihrer Sicht der aktuell angelaufenen zweiten Runde der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder eine zentrale Rolle zu, in der die DFG den Wettbewerb in der Förderline Exzellenzcluster durchführt. Als politische Hauptaufgabe sieht Becker die Sicherung der Finanzierung der DFG und der Forschung in Deutschland insgesamt angesichts knapper werdender Ressourcen an. Wichtige Diskussionen stehen für Becker auch zur Forschungsqualität und zum Forschungsprozess an, etwa zur stärkeren Förderung unkonventioneller Fragestellungen und risikoaffiner Forschung bei gleichzeitig höchsten Qualitätsstandards, oder zu den Auswahl- und Entscheidungsprozessen in der Förderung. Weiterhin großen Stellenwert wird ihrer Überzeugung nach schließlich auch die Internationalisierung des deutschen Wissenschaftssystems haben.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren